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30. Oktober 2008

Marion Jones: Gold auch ohne Doping

Für Marion Jones begann das Leben nach dem Knast mit einem Auftritt im Fernsehen. Oprah Winfrey, die Königin des Seelen-Striptease-Nachmittagsprogramms hatte sie am Mittwoch zu Gast und ließ sich folgende Geschichte servieren: Jones glaubt, sie hätte in Sydney auch ohne Dopingmittel die Medaillen gewonnen. Klingt komisch, wenn man weiß, weshalb sie ins Gefängnis musste: Weil sie gelogen hatte.

22. Juli 2008

Baseball-Agent sitzt als Menschenschmuggler im Knast

Hier wäre ein weiteres Zeichen dafür, dass die starre Anti-Castro-Denke in den USA einer ausgewogeneren Haltung zumindest gegenüber den eigenen Staatsbürgern Platz macht: Ein Sportagent, der kubanische Baseballspieler in die USA geschmuggelt hat, sitzt seit vergangenen Jahr eine fünfjährige Gefängnisstrafe ab. Zur Zeit versucht er, ein Revisionsverfahren zu bekommen. Dabei wäre womöglich ein Gnadengesuch beim amtierenen Präsidenten sehr viel vielversprechender. Oder das denlen zumindest ein paar Leute. Wie Sportbeetrügerin Marion Jones, die noich bis September ihre Strafe wegen Meinweids absitzt. Immerhin regt sich dagegen – man möchte fast sagen erstaunlicher Weise – massiver Widerstand von kompetenter Seite. Der neue Chef des amerikanischen Leichtathletikverbands hat einen deftigen Protestbrief ans Weiße Haus gerichtet, den man bei Jens Weinreich in Auszügen lesen kann.

18. Januar 2008

Noch ein Profi gibt BALCO-Lügen zu: Stubblefield von den 49ers

Das wird langsam eine richtig interessante Liste. Nach Marion Jones, die im März für sechs Monate ins Gefängnis geht, hat nun der ehemalige Footballprofi Dana Stubblefield von den San Franciscoer 49ers zugegeben, dass er die BALCO-Ermittler verkohlen wollte, als sie ihn nach seinem Anabolika-Konsum gefragt haben. Das sieht für Barry Bonds nicht gut aus. Sein Fall hat zwar theoretisch nichts mit den anderen zu tun. Jeder lügt schließlich auf seine eigene Weise. Aber die Staatsanwälte dürften inzwischen sehr viel Routine darin haben, den ehemaligen Kunden von Victor Conte solange die Daumenschrauben zu zeigen, bis sie freiwillig ihre Geschichte korrigieren. Denn spätestens, wenn man begreift, dass sechs Monate so etwas wie das Supersondersparangebot bei Wal-Mart ist, eine Verurteilung jedoch drei bis fünf Jahre Haft nach sich ziehen kann, dürfte sich bei so manchem die Überlegung durchsetzen, dass eine Kooperation mit den Behörden keine so schlechte Idee ist.

12. Januar 2008

Es kann schon sein...

...dass der Chef vom Madison Square Garden doch noch die Geduld verliert, die er bisher mit Isiah Thomas in seiner Rolle als Manager und Trainer der New York Knicks hatte. Bloss wann?

...Dirk Nowitzki nie wieder Trompete spielt, vielleicht auch nie wieder wieder Scottie Pippen als Arschloch bezeichnet und nie wieder eine ausführliche Fernsehdokumentation mit einem Sender in Europa dreht, in der er soviel von seiner privaten Seite zeigt. Denn dieser Beitrag auf arte (auf YouTube in sieben Teilen) ist bereits vier Jahre alt. Und wenn überhaupt, dann ist er mit zunehmendem Erfolg noch zugeknöpfter geworden. Aber damals mit Till Brönner war das noch ganz anders (via Ball in Europe).

...dass Marion Jones demnächst als Zeugin der Anklage gegen ihren alten Trainer Trevor Graham aussagen wird. Weil ihr Prozess am Freitag mit einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten zu Ende ging, kann sie nicht mehr ihre Kooperation verweigern. Mehr über den Urteilsspruch morgen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

...dass Brett Favre noch eine Saison dranhängt. Mit 38 Jahren. Heute spielt er erst mal gegen seinen Ex-Coach Mike Holmgren und die Seahawks. Playoff-Time in der NFL. Wir sind gespannt.

...dass Glen Rice einfach zu keiner anderen Reaktion fähig war, als er den Geliebten seiner Gattin in einem Kleiderschrank vorfand. Obwohl: Es gibt da so einen Besitzstandskomplex, der durch zuviel Testosteron eher schlimmer wird. Dann zählt auch nicht mehr, dass man selbst und die Gattin ein ziemlich abgearbeitetes Verhältnis haben, das Richtung Scheidung driftet. Der Bericht sagt, dass der Mann ins Krankenhaus musste, wo eine Wunde, die ihm der ehemalige Basketballprofi zugefügt hatte, mit neun Stichen genäht werden musste. Schlecht für Rice. Das nennt man Körperverletzung. Und es ist strafbar.

...dass es keine bessere Lösung gab, als die letzten 51,8 Sekunden des Spiels Miami Heat gegen die Atlanta Hawks noch einmal neu zu spielen. Die Fehlentscheidung in Sachen Shaquille O'Neal, der fälschlicherweise wegen zu vieler Fouls gegen Ende des Matches in die Kabine geschickt wurde, war schließlich von einer spielentscheidenden Bedeutung. Es kann aber auch sein, dass einem unsereins diese dauernden Live-Übertragungen mit den Miami Heat im Fernsehen langsam zum Hals raushängen. Gestern war es das Match gegen die New Orleans Hornets. Kann nicht jemand mal den Programmplanern sagen, das es kaum eine Mannschaft in der NBA gibt, die schlechter spielt? Und dass wir gerne mal die Portland TrailBlazers sehen würden? Oder genießen die auch nach ihrer jüngsten Bilanz - 17 Siege in 19 Spielen im Dezember und Januar - noch immer keinen Respekt?

2. Januar 2008

Gatlin muss weiter aussitzen

Der amerikanische Sprinter Justin Gatlin wollte eigentlich noch in diesem Jahr wieder seine Spikes anziehen und in Peking seine Goldmedaille von Athen über 100 Meter verteidigen. Daraus wird nichts. Das von ihm angerufene Schiedsgericht reduzierte zwar seine ursprüngliche Sperre von acht auf vier Jahre. Aber das bedeutet, dass er erst 2010 wieder einsteigen kann. Dann ist er 27 Jahre alt. Und bis dahin muss er sich irgendwie finanziell über Wasser halten. Wie teuer es werden kann, wenn man in die Aufklärung von Dopingfällen verwickelt wird und angehalten wird, die Wahrheit zu sagen, muss gerade Gatlins ehemaliger Trainer Trevor Graham feststellen. Der wartet noch immer auf seinen Prozess wegen uneidlicher Falschaussage - ein Kollateralfall der BALCO-Ermittlungen. Aber Grund für die letzte Verzögerung waren seine wirtschaftlichen Verhältnisse. Graham muss auf einen Pflichtverteidiger zurückgreifen, der sich erst noch in den Fall einarbeiten muss.

Mehr zum Entwicklungsstand in Sachen Gatlin, Graham, Marion Jones (wir warten auf das Strafmaß) und einen Namen, den wir bislang noch gar nicht auf dem Radarschirm hatten, findet man bei faz.net. Überschrift: "Ich bin meiner Chance beraubt worden". Der Text wird morgen in der Printausgabe erscheinen.
Blick zurück: Die Akte Marion Jones
Blick zurück: Justin Gatlin probierte es mit Football - vergeblich
Blick zurück: Trevor Graham angeklagt

11. Dezember 2007

Bonds und der Orthopäde

Bei faz.net findet man heute einen Artikel über die rechtlichen Probleme von Barry Bonds, der gleichzeitig in der gedruckten Ausgabe erschienen ist. Bonds war am Freitag in San Francisco zu einem ersten Termin in seinem Meineid-Prozess im Gericht. In dem Text geht es es unter anderem darum, die Beweismittelsituation auszuloten. Wozu ein Promi-Orthopäde gehört, der den Baseballprofi seit Jahren betreut hat. Die Staatsanwaltschaft kann sich zu ihrem Bedauern nicht auf Aussagen des ehemaligen Fitnesstrainers stützen, der lieber die Beugehaft akzeptiert hat und ins Gefängnis gegangen ist, als Auskunft über die Doping-Beziehung zu geben. Falls Bonds ernst macht und das Verfahren bis zum Ende durchzieht (und nicht vorher einknickt und ähnlich wie BALCO-Chef Victor Conte oder Marion Jones eine Gefängnisstrafe akzeptiert), wird die Öffentlichkeit erstmals einen Blick auf das Panorama aus Akten, Bluttests und Kalendereintragungen werfen können, die im Rahmen der Ermittlungen beschlagnahmt wurden. Sie bilden bislang das Hauptgerüst für die Arbeit der Anklagevertretung.

4. Oktober 2007

Got steroids?

Lügen haben manchmal ziemlich lange Beine. Und führen dann doch noch ins Gefängnis. Wie lange Marion Jones für ihr spätes Doping-Geständnis sitzen muss, wird sich erst in den kommenden Wochen entscheiden. Am Freitag wird sie dem Vernehmen nach erst einmal offiziell vor einem Gericht in White Plains eingestehen, dass sie über die Einnahme von THG gelogen hat. Und dass sie auch in dem Scheckbetrügerprozess gegen ihren Ex-Lebensgefährten, ihren Ex-Agenten und ihren Ex-Trainer die Unwahrheit gesagt hat. Und dann wird irgendwann ein Richter entscheiden, wie hoch die Strafe ausfallen wird. Und das IOC wird ihr die olympischen Medaillen aberkennen. Und wir werden endlich den Mythos einer Athletin begraben, über den die Firma Nike zu den Spielen von Sydney den Spruch geklebt hatte: "Glaube = Realität". Wer da was gelaubt hat, wissen wir jetzt verbindlich. Denn wir kennen nun die ganze verlogene Realität.

Wie sie aussieht, hatten wir schon vorher geahnt und nannten sie deshalb hier:
"die hinreichend belastete Sprinterin Marion Jones" und zitierten hier vor einem Jahr den Sprinter Ato Bolton, der gesagt hatte: Es sei doch „jedem mit Verstand“ klar gewesen, daß Jones „im Grunde ihre ganze Laufbahn gedopt war“.

Nachtrag vom Freitag: Es kam wie von den Zeitungen prophezeit. Marion Jones traf in White Plains im Gerichtsgebäude ein, wo Fotografen und Fernsehkameras auf sie warteten. Der Rest wird sich in den nächsten Tagen entwickeln. Erstaunlich wie gering das Interesse in den Sportpublikationen in den USA an der Entwicklung ist. Während die großen Tageszeitungen das Thema ausführlich abgehandelt haben, betrachten es die Online-News-Portale offensichtlich eher als Petitesse. Kein Wunder, bei den vielen Kriminalfällen, in die Sportler in wachsendem Maße verwickelt sind. Dazu kommt: Leichtathletik ist tatsächlich eine Randsportart. Eine Extrem-Randsportart. Meinen Bericht in der FAZ vom Samstag gibt es online, wenn auch ohne die Nennung des Autorennamens.

Nachtrag vom Samstag: Ein weiterer Beitrag - für die Samstagausgabe des Züricher Tages-Anzeiger - wurde ebenfalls hochgeschaltet.

25. Juni 2007

Marion Jones ist pleite

Marion Jones hat einst als alles überragende Figur der amerikanischen Leichtathletik sehr viel Geld verdient. Inzwischen ist sie offensichtlich pleite, während sie gleichzeitig einigen Leuten noch immer erhebliche Beträge schuldet. Nach Recherchen der Los Angeles Times hat die 31-jährige im Rahmen eines anhängigen Zivilgerichtsverfahrens erklärt, dass die Gesamtsumme ihrer flüssigen Mittel bei unter 2000 Dollar liegt. Im letzten Jahr nahm ihr danach sogar die Bank ihre Villa in Chapel Hill/North Carolina ab, nachdem sie die Hypothekenzahlungen schuldig geblieben war. Sie musste angeblich zwei weitere Häuser in North Carolina verkaufen, um ausstehende Rechnungen zu bezahlen und verlegt sich seitdem aufs Beten, wie sie dem Anwalt der Gegenseite im Streit mit Ex-Trainer Dan Pfaff um ausstehende Honorarzahlungen vonmehr als 200 000 Dollar erklärte. Der wollte herausfinden, wo denn die Millionen geblieben seien, die sie in den Jahren zuvor verdient hatte. “Das wüsste ich auch gerne”, sagte sie. “Rechnungen. Anwälte. Eine Menge unterschiedliche Dinge, um den Lebensstil aufrecht zu erhalten.”

Jones lebt inzwischen in Austin mit ihrem zweiten Ehemann, dem Sprinter Obadele Thompson aus Barbados, der in Sydney über 100 Meter die Bronzemedaille gewonnen hatte. Ob sie ihre sportliche Karriere fortsetzen wird, ist nicht bekannt.
Blick zurück: Jones ist verschwiegen

17. Juni 2007

Marion Jones: Nichts Genaues weiß man nicht

Das Netz der Scheckbetrüger, in dem unter anderem Ex-Weltrekordler Tim Montgomery und sein Trainer Steve Ridick mitwirkten, kann nicht auf Zufallsbeziehungen aufgebaut gewesen sein. Wie AP am Freitag berichtete, war unter anderem der Agent von Montgomery und seiner ehemaligen Lebensgefährtin Marion Jones beteiligt - ein Mann namens Charles Wells. Der hatte bereits im März seine Rolle in dem Projekt gestanden. Jones hat übrigens im Februar erneut geheiratet. Ihr neuer Mann ist der Sprinter Obadele Thompson aus Barbados, Bronzemedaillengewinner über 100 Meter von Sydney. Die Eheschließung wurde bislang nicht offiziell von den beiden bestätigt (obwohl sie auf der Jones-Webseite vorher angekündigt worden war). Der Geistliche, der die Zeremonie vornahm, ist bislang der einzige, der den Mund aufgemacht hat. Das Schweigen im Walde von North Carolina bedeutet, dass bislang niemand weiß, ob Marion Jones noch an sportlichen Wettkämpfen interessiert ist. Sie hat jedenfalls nicht für die amerikanische Meisterschaft gemeldet. Aber nur wer dort teilnimmt und sich qualifiziert, kann als Mitglied der USA-Mannschaft zur WM.
Blick zurück: Das Urteil gegen Riddick

14. Mai 2007

Scheckbetrug: Coach von Marion Jones muss ins Gefängnis

Der erste Mann: ein Kugelstoßer und Dopingsünder. Der Vater ihres Kindes: ein Dopingsünder und Scheckbetrüger. Ihr ehemaliger Trainer: ein Dopingsünder. Ihr letzter Trainer: ein Scheckbetrüger. Marion Jones und die Menschen, mit denen sie Umgang pflegt(e): Der letzte wurde vergangene Woche Donnerstag verurteilt: Sprinter-Trainer Steve Riddick, der anders als die anderen Mitglieder eines Scheckbetrüger-Rings, die der Staatsanwaltschaft gegenüber ihre Rolle zugaben, gehofft hatte, bei seinem Prozess vom Haken zu kommen. Dem war nicht so. Die Geschworenen in New York fällten das Urteil, das so gut wie jeder erwartet hatte: schuldig. Es ging um fast 1 Million Dollar. Riddick verließ den Gerichtssaal, ohne eine Stellungnahme abzugeben. Das Strafmaß wird bei einem weiteren Termin verkündet. Er muss mit mehreren Jahren Freiheitsentzug rechnen. Marion Jones war übrigens zu einem geringen Grad ebenfalls in den Fall verwickelt, aber kam aus nicht bekannten Gründen davon. Ihr Ex-Lebensgefährte und ehemalige Weltrekordler Tim Montgomery hatte zugegeben, Schecks über einen Nominalwert von mehr als 5 Millionen Dollar eingelöst zu haben. Seine Gefängnisstrafe wird Minimum 37 Monate betragen.

Riddick war Mitglied der amerikanischen Goldmedaillenstaffel bei den Olympischen Spielen 1976 über 4x100 Meter. Er will bis zur Strafverkündung im Oktober an seinem Standort in Virginia als Trainer weiterarbeiten.
Blick zurück: Die erste Geschichte über den Fall und ein Bild von Riddick

9. April 2007

Ex-Weltrekordler Tim Montgomery: Nach Doping-Sperre nun Gefängnis

Als ob das was Neues wäre: Hin und wieder spielt einem die Erinnerung einen Streich. Kein Wunder, wenn man die Zahl der seit dem letzten Juli hier abgehandelten Themen addiert. Erst dachte ich, die Such-Funktion der Blogger-Software schummelt und streikt, als im Zusammenhang mit dem Namen Tim Montgomery nichts von seiner Verwicklung in einen Scheckbetrugsring hoch kam. Dann habe ich beim Blick ins Archiv der FAZ gesehen: Die Geschichte lief bereits im Mai 2006, eine Weile, ehe American Arena auf Kiel ging. Aber da die Mühlen der Justiz langsam mahlen, dauerte es ein Jahr, bis sich wieder etwas Berichtenswertes tat. Here it is: Der ehemalige 100-Meter-Weltrekordler und ehemalige Lebensgefährte der Sprinterin Marion Jones (und Vater eines gemeinsamen Kindes) hat sich in der Angelegenheit für schuldig erklärt und darf mit einer Gefängnisstrafe von drei Jahren plus rechnen. Sein ehemaliger Trainer Steven Riddick - Bild links - (noch immer der Betreuer von Frau Jones), der ebenfalls in die Angelegenheit verwickelt ist, will lieber den Prozess riskieren, während insgesamt acht Mitangeklagte bereits ihre Teilschuld eingestanden haben. Der Prozess beginnt morgen in New York und wird voraussichtlich drei Wochen dauern. Der Betrugsring soll nach Informationen der Strafverfolgungsbehörden mehr als zehn Mitglieder gehabt haben, die danach ein Betrugsvolumen von über 5 Millionen Dollar zu verantworten haben. Marion Jones soll ebenfalls einen dieser dubiosen, nicht gedeckten Schecks eingelöst haben. Und zwar über einen Betrag von 25.000 Dollar. Die Ermittler sahen jedoch davon ab, ihr irgendwelchen kriminellen Motive nachzuweisen. So wird sie auch nicht als Zeugin erwartet.

14. September 2006

Verfolgte Unschuld nicht in Athen am Start

Die hinreichend belastete Sprinterin Marion Jones bleibt dem Leichtathletik-Weltcup in Athen fern. Diese Entscheidung wurde heute bekannt und von gut wie niemandem bedauert. Natürlich liegt die Schuld für ihre Absage bei den Leuten, die sie durch die positive EPO-A-Probe von Indianapolis aus dem Konzept gebracht hatten. Angeblich war sie in Top-Form, als "meine Saison vor mehr als drei Wochen unterbrochen wurde". Jetzt ist sie es wohl nicht mehr. Dafür ist ihre Form in solchen Dingen wie Sprachverbiegung noch immer ganz hervorragend. Fast so gut wie die unlängst wieder in ganzer Breite inszenierte Selbstgerechtigkeit des aufgeblasenen Radkaspers Lance Armstrong. Wer da wohl von wem unterbrochen wurde? Merke: Verfolgte Unschuld läuft langsam.

20. August 2006

"Vor der Wahrheit kann Marion Jones nicht flüchten"

Der Sinneswandel in der amerikanischen Öffentlichkeit nach Jahren von Lug und Trug war mal wieder eine Geschichte wert. Mein Beitrag zum Thema findet sich unter obriger Überschrift heute bei faz.net und wird morgen in der gedruckten Ausgabe stehen.

19. August 2006

Der Fall Marion Jones - endlich ein Beweis

Sicher. Wir wollen nur allzu gerne wissen, was die Dame im Körper hatte, als sie bei den amerikanischen Leichtathletikmeisterschaften erwischt wurde. Aber noch interessanter wird die Auskunft von Marion Jones persönlich sein. Die Erklärung weshalb nicht sie für die Dopingwerte verantwortlich ist, sondern irgendeine andere anonyme Macht. Trevor Graham und Tim Montgomery fallen aus. Genauso wie der erste Ehemann C. J. Hunter. War es der Masseur von Justin Gatlin, der angeblich den 100-Meter-Mann misshandelt hat? War es eine Bouteille irgendeines legalen Nahrungsergänzungsmittels, das in der Herstellungsfabrik Spuren von einem verbotenen Stoff abbekommen hat (die sogenannte Verunreiningstheorie)? Oder bekommen wir eine völlig neue, noch nie gehörte Version verabreicht? Man darf gespannt sein. Bis zu weiteren Enthüllungen genießen wir die Sache mit einer gewissen Schadenfreude und danken schon mal den Kollegen von der Los Angeles Times und der Washington Post für die Vorabinformation.