3. November 2009

Komödiant Colbert sponsert US-Eisschnellläufer




Jetzt kümmert sich auch Stephen Colbert um Sport – und zwar um den New York Marathon und die Unfähigkeit der amerikanischen Medien, den Namen des in Eritrea geborenen Siegers vom Sonntag auszusprechen. Und um die amerikanischen Eisschnellläufer, deren holländischer Sponsor Konkurs angemeldet hat. Colbert hatte am Montag Dan Jansen im Studio, der den Marathon gelaufen war. Eisschnelllauf ist für die USA die wichtigste Disziplin bei den Olympischen Winterspielen. Dort holen die Amerikaner die meisten Medaillen. Nun wollen Comedy Central und Colbert einspringen – nicht mit Geld, aber mit einer Initiative, Geld für die Athleten aufzutreiben. Mehr Informationen hat die New York Times.

2. November 2009

Trainer Baade: Das Exklusiv-Interview

Am 1. September hat dogfood von allesaussersport ein bisschen Mediengeschichte geschrieben. Und "geschrieben" ist in dem Zusammenhang nicht nur im übertragenen Sinne gemeint. Sein ausführlicher Blogbeitrag mit dem Titel Wie JAKO anderen Leuten das letzte Hemd auszieht bestand aus mehr als 2000 Wörtern und war damit dreimal so lang und dreimal so ausführlich und dezidiert wie ein herkömmlicher Artikel in einer Tageszeitung. Der Text begann so:
"Die Art und Weise wie der Sportartikelhersteller JAKO AG und die Rechtsanwaltskanzlei Horn & Kollegen derzeit gegen den Fußballblogger Trainer Baade vorgehen, stellt für mich einer der Tiefpunkte dar, die ich in meinen 8-9 Jahren Bloggerei und Schreiberei über Blogs erlebt habe. Es ist einer der Momente wo man ein Gefühl der Ohnmacht bekommt."

Heute stehen unter diesem Post mehr als 800 Kommentare. Und von einem Gefühl wie Ohnmacht ist vermutlich nicht mehr die Rede. Denn dogfood trat mit seinen Informationen über die Abmahn- und Abstrafaktivitäten der besagten Firma ein kleineres Lawinenbrett los. Das Thema wurde von mehr als hundert Blogs aufgegriffen, landete kurzfristig bei Twitter in den Top-Tags und erlangte auf diese Weise jenen Stellenwert, den klassische Medien für hinreichend hoch erachteten, um darüber zu berichten. Die Auseinandersetzung "mittelgroße Firma gegen kleinen Blogger", "Rechthaberei gegen gutes Recht" schlug sich innerhalb weniger Tage auf den Seiten des Handelsblatt, der Süddeutschen Zeitung, der taz, auf Spiegel Online und am Ende sogar in einem Hörfunk-Bericht des Bayrischen Rundfunks nieder. JAKO hatte sich den Streisand-Effekt eingehandelt und ruderte denn auch langsam wieder zurück. Wer sich einen Überblick über die Angelegenheit verschaffen möchte: probek.net hat die Links archiviert.

Während sich Blogger und ihre Leser über den Ausstatter des Bundesliga-Clubs Eintracht Frankfurt entrüsteten, bekam Trainer Baade auf seiner Seite sehr viel Besuch. Die Zahl seiner Twitter-Follower stieg rapide. Und das obwohl er mit keinem Wort auf die Angelegenheit einging. Er hatte beschlossen, nicht auch noch Öl ins Feuer zu gießen, wie er sagt, auch wenn er sich im Prinzip gar nichts vorzuwerfen hatte. Den beanstandeten Beitrag hatte er aus dem Netz genommen, als er von der Abmahnung der Firma erfuhr. Dafür, dass ein tschechischer Newsaggregator den alten Text noch immer im Speicher hatte, konnte man ihn nicht verantwortlich machen. Genausowenig wie für das Echo aus dem Netz, das den Abmahnwahn deutscher Unternehmen und Rechtsanwälte mit Grausen erlebt und eine heftigere Tonlage erreicht, je ungerechfertigter und vermessener die Anwaltschreiben klingen.

Trainer Baade ist eine Kunstfigur. Hinter ihr verbirgt sich Frank Baade, der seit ein paar Jahren im Netz schreibt und die besten Fußball-Glossen in Deutschland verfasst. Seine Sprache und sein Humor liegen – leider – nicht jedem. Was hauptsächlich mit dem Milieu der klassischen Sportberichterstattung zu tun hat. Dort wird wenn überhaupt, eher nur nach Gutsherrenart gewitzelt. Selbstironie ist so gut wie unbekannt. Sprachliche Klischees und angebliches Expertenwissen bestimmen das Bild.

Über all das und den Fall JAKO haben Frank Baade und ich uns neulich ausführlich unterhalten – in seinem ersten Interview überhaupt seit dem besagten 1. September. Hier ein Vorgeschmack auf den Mitschnitt des Gesprächs.

Die ausführliche Fassung von rund 30 Minuten Länge gibt es als Teil der neuen und siebten Ausgabe des Ballpodder-Podcasts, eine Gemeinschaftsproduktion einer Gruppe von Fußballbloggern, die seit ein paar Monaten alle zwei Wochen veröffentlicht werden. Hier geht's zum Podcast. Kommentare auch bitte gerne dort bei probek.

Flattermann

Der Argentinier Manu Ginobili macht so etwas mit links: Die Szene aus dem Spiel gegen die Sacramento Kings, in der der Basketball-Spieler eine durch die Halle flatternde Fledermaus erschlägt. Die Fernsehkommentatoren sind begeistert. Wieso dieser Nachtschwärmer aufgeregt im grellen Scheinwerferlicht der Halle in San Antonio herumgeisterte, konnten sie nicht so schnell feststellen (via The Big Lead).

A-Rod in der World Series: Wie befreit

Wenn jetzt noch jemand erklären könnte, weshalb Alex Rodriguez in diesem Jahr zum ersten Mal so spielt, wie man das von ihm erwarten durfte und wie er bezahlt wird, wäre das sehr schön. Welche Knöpfe sind bei dem Mann aufgegangen, seit er sich von seiner Ehefrau und dann von Madonna trennte, seit er sich aus den Armen seines Agenten Scott Boras befreite und sich am Knie operieren ließ? Seit er öffentlich zugab, dass er Doping à la DomRep betrieb? Und seit er mit Kate Hudson liiert ist? Ganz viele. Der Mann wird einem plötzlich fast sympathisch. Und die Yankees des Jahres 2009, gesteuert von Skipper Joe Girardi, dessen verspanntes Gesicht im Dugout immer so aussieht, als ob ihm gleich das Gebiss rausflutscht, weil er er die zugekorkte mentale Energie nicht länger in sich halten kann, werden einem auch sympathisch. Sagte ich schon, dass die Yankees gestern dank A-Rod mit 3:1 in der World Series gegen die Philadelphia Phillies in Führung liegen? Damit dürfte das meiste gesagt sein.

1. November 2009

Im dritten Jahr konnte Beckham zeigen, was er kann

David Beckham hat zum ersten Mal im dritten Jahr in den USA das vollbracht, wofür man ihn eigentlich geholt hatte: Los Angeles Galaxy hat sich einen Platz in den Playoffs von Major League Soccer erarbeitet. Die anstehende Aufgabe ist die Auseinandersetzung mit dem Ortsrivalen Chivas USA. Beide Spiele finden im Home Depot Center in Carson statt, dem Heimstadion beider Mannschaften. Für die Playoffs qualifizieren sich acht der 15 Teams. Darunter befindet sich auch Seattle Sounders, die im ersten Jahr mit Kickern wie Kasey Keller im Tor und Freddie Ljungberg im Angriff gleich oben mitspielen konnte. Das Galaxy-Match beginnt in ein paar Minuten auf ESPN 2, während parallel die Rückkehr von Brett Favre nach Green Bay live in der NFL-Berichterstattung abgewickelt wird. Zappen ist angesagt.

Nachtrag: Beide Spiele waren nur halbspannend. Denn Galaxy verplemperte ziemlich schnell mit konzeptlosem Kick die Chance auf einen Sieg (Endstand 2:2, nächste Woche das Rückspiel). Und die Packers sahen nur eine Phase lang in der zweiten Hälfte so aus, als könnten sie Minnesota Angst einjagen. Am Ende deutlicher Sieg für die Vikings (38:26), bei denen nicht nur Favre ein Faktor ist. Die ganze Mannschaft ist stark.

30. Oktober 2009

Wenn Dummheit bestraft wird

Es ist nicht ganz leicht nachzuvollziehen, worüber sich Kerry J. Byrne eigentlich beschwert. Da listet er zuerst in einem ellenlangen Artikel eine Reihe von statistischen Auffälligkeiten auf, die allesamt einen eindeutigen Trend bestätigen: Dass die 32 Clubs der National Football League in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft zerfallen und dass die oft geäußerte Behauptung der Liga-Führung, man habe Ausgewogenheit ("parity") und Chancengleichheit in der NFL pure Propaganda ist. Und dann beschließt er diesen Beitrag mit der Feststellung, dass das gegenwärtige Regularium mit seinen strengen Salary-Cap-Regeln, den nicht garantierten Verträgen und einer ernormen Mobilität unter den Trainern und Spielern diesen Effekt hat: "Die NFL hat ein System geschaffen, das gut gemanagte Teams belohnt und schlecht gemanagte Teams bestraft. Die Colts, Patriots und Steelers verfeinern weiterhin jahrein, jahraus und eine erfolgreiche Saison nach der anderen dieses System. Die Browns, Lions und Teams (wie zuletzt) die Redskins machen Fehler bei ihren verzweifelten Entscheidungen abseits vom Spiefeld, die dafür sorgen, dass sie auf dem Platz nicht mithalten können."

Was genau ist daran so verwerflich, dass Dummheit für Misserfolg sorgt und Intelligenz für Super-Bowl-Siege? Nun Mr. Byrne sagt es uns: Früher hätten auch die schlecht geführten Clubs zwischendurch eine Chance gehabt, wenn sie kurzfristig viel Geld in die Mannschaft pumpten. Geld sei "der große Gleichmacher".

Wenn man so etwas unter der Rubrikenüberschrift Cold Hard Football Facts auf der Seite von Sports Illustrated liest, runzelt man erst mal die Stirn. Das Blatt, in dem einst Dr. Z. für die Auswertung der harten Fakten zuständig war und Peter King jeden Stein (und seinen schwergewichtigen Korpus) in Bewegung setzt, um den Lesern erhellende Informationen zu liefern, ist jetzt auch eine Anlaufstelle für Dummschwätzer?

Zunächst ist die Beobachtung, dass Denver, New England, Indianapolis und Pittsburgh in den letzten Jahren die NFL dominiert haben, nicht von der Hand zu weisen. Wobei wir aus New England wissen, dass man das geschafft hat, obwohl man ständig gute Spieler und Trainer ziehen lassen musste. Es ist auch richtig, dass Mannschaften wie Denver, Indianapolis und New Orleans in diesem Jahr ein Kunststück fertig gebracht haben, das es noch nicht gab. Drei Mannschaften, die nach sieben Spieltagen ungeschlagen sind.

Wer New Orleans sagt, sollte allerdings vielleicht auch erwähnen, dass diese Mannschaft einst weder mit viel Geld noch mit guten Worten irgendetwas Bemerkenswertes auf die Beine stellen konnte. Sie war das, was die Lions heute sind: abgrundtief schlecht. In sofern kam hier parity zum Tragen. Auch die Arizona Cardinals, die im Februar zum ersten Mal den Super Bowl erreichen konnten, waren früher einfach nur eine Fußmatte für die anderen Clubs. Zur Zeit muss man mit ihnen rechnen.

Erstes Fazit: Wer parity nur an einer Handvoll von Teams misst, die Super Bowls gewinnen, hat keinen Blick fürs große Ganze.

Zweitens: Wer die Tatsache ignoriert, dass die NFL mit 32 Mannschaften, aber nur 16 Spieltagen einen hochgradig manipulierten Spielplan hat, der versteht nicht das kleine Einmaleins der Tabelle. Gute Mannschaften haben nicht nur Erfolg, weil sie gut gemanagt werden, sondern, weil sie im Schnitt leichtere Gegner haben. Pittsburgh trägt vier Spiele pro Saison gegen die Cleveland Browns und die Cinicinnati Bengals aus. Das waren zuletzt Spaziergänge. New England hat im Osten der AFC mit Buffalo und Miami und den Jets zu tun. Auch das waren Aufbauprogramme und keine Leistungstests.

Drittens: Eine Liga mit 32 Teams und mithin 1600 Footballprofis kann nicht auf ewige Zeiten davon ausgehen, dass sie genug gute Spieler anlocken kann. Die Expansion der Liga hat zwangsläufig für eine Ausdünnung der Leistungsdecke gesorgt. Die NHL konnte das gleiche Problem mit dem Import von hochtalentierten Eishockeyspielern aus Europa kompensieren. Auch die NBA vertritt eine Politik der offenen Tür. Major League Baseball holt sich mittlerweile einen erheblichen Teil des Nachwuchs aus der Karibik und lockte gute Japaner an. Welches Reservoir hat die NFL? Den Collegesport in den USA. Trainer und Scouts, die in einer solchen Landschaft die Spieler mit Potenzial und Lernbereitschaft erspähen, erarbeiten sich selbstverständlich auf diese Weise sehr viel leichter ein Fundament für Erfolg. Die Leute mit Tomaten auf den Augen werden als das entlarvt, was sie sind: blind.

Was sollte daran falsch sein?

29. Oktober 2009

Verlag zieht Enthüllungsbuch des NBA-Schiedsrichters zurück

Der amerikanische Verlag, der das Buch des verurteilten NBA-Schiedsrichters Tim Donaghy veröffentlichen wollte, hat sich kurzfristig dazu entschieden, von dem Projekt zurückzutreten. Das Unternehmen, eine Unterabteilung des Bertelsmann-Verlags, der seit einiger Zeit seine Buchaktivitäten unter dem Namen Random House betreibt, hat kalte Füße bekommen. Man ließ zumindest intern durchblicken, dass man Angst vor Prozessen wegen Verleumdung hat. Weshalb die Furcht erst so spät hochkroch, nachdem Blowing the Whistle – The Culture of Fraud in the NBA eigentlich in wenigen Tagen auf den Markt kommen sollte, lässt sich nicht ergründen. Denn Donaghys detaillierte Beschreibungen des merkwürdigen Verhaltens seiner Kollegen gegenüber bestimmten Spielern standen sicher bereits im Rohmanuskript. Wer angesichts solcher Vorwürfe nicht gleich den Hausanwalt konsultiert, macht sich selbst das Leben schwer.

Die Sache spitzte sich allerdings erst in dieser Woche zu, als Deadspin Auszüge aus dem Buch druckte, nachdem man eine Kopie zugespielt bekommen hatte. Darin wird namentlich genannten NBA-Schiedsrichtern vorgeworfen, dass sie Star-Spieler wie Kobe Bryant bei der Zumessung von Fouls besser behandelten, einer zeigte in seinem Hass auf Allan Iverson dem kleinen Dribbler meistens die kalte Schulter. Selbst wenn er regelwidrig behindert wurde.

Wegen üblicher Nachrede oder Verleumdung eines Prominenten belangt zu werden, ist in den USA übrigens ziemlich schwierig. Und dass NBA-Schiedsrichter den Status von Prominenten genießen, dürfte unbestritten sein. Dazu muss der Betroffene einem Gericht glaubwürdig nachweisen, dass der Urheber der Vorwürfe mit voller Absicht etwas behauptet hat, das komplett unwahr ist.

Dass das Buch das Zeug zu eine Beststeller hat, dürfte unbestritten sein. Da Donaghy keine Repressalien zu fürchten hat, dürfte er kein Blatt vor den Mund genommen haben. Dass in der NBA Manipulationen seitens der Unparteiischen vorkommen, ist ein offenes Geheimnis. Nur wie sie ablaufen und von wem sie auf welche Weise betrieben werden, das hat sich bisher noch niemand zu sagen getraut.

Blick zurück: Der NBA-Schiedsrichter und die Mafia

Das AP-Video zur Urteilserkündung:

28. Oktober 2009

Mavericks noch schlapp und müde?

Für die Dallas Mavericks begann die neue Saison so ähnlich wie die letzte. Man lässt sich offensichtlich mal wieder Zeit, ehe man die Maschine auf volle Betriebstemperatur hochheizt. So konnten die Washington Wizards im ersten Spiel von Gilbert Arenas seit urlangen Zeiten einen lockeren Sieg verbuchen. Das Resultat: 102:91. Einzelheiten findet man im Spielbericht von Associated Press.

Zur zwölften Saison von Dirk Nowitzki in der NBA und den Umbauarbeiten in Dallas habe ich einen Vorbericht für die FAZ geschrieben, der am Dienstag online gestellt wurde. Den Text über seine Attitüde und Befindlichkeit als Mensch und Sportler, der in der FAS erschienen ist, kann man sich nur über das Archiv der Zeitung berogen.

26. Oktober 2009

NFL in London: Vogelscheuchen und rostige Messer

Die griffigste Depesche zum diesjährigen Ausflug der NFL nach London, wo die New England Patriots eine Demonstration ihrer Sportart gaben (und bei der Gelegenheit die Tampa Bay Buccaneers als Versammlung an ziemlich unbeweglichen Vogelscheuchen entlarvten), kann man heute in der Online-Ausgabe des Wall Street Journal lesen:

"Wir sind sehr für eine Expansion, aber das London-Spiel kommt einem wie der alljährliche Besuch beim Onkel vor: Pflicht, unbeeindruckend und kaum zu erklären. Trotz all dem Getöse um den guten Eintrittskartenverkauf – das Wembley-Stadion verkaufte angeblich die ersten 20.000 Tickets innerhalb von sieben Minuten, was uns glaube machte, das Spiel sei als Partie zwischen New England und Robbie Williams und der Königin angepriesen worden – sah es im dritten Viertel bereits so aus, als hätte ein Großteil der Zuschauer bereits vor ihrem Bier im Pub gesessen. Wer könnte es ihnen verübeln? Die Patriots nahmen die Rostigen-Messer-Piraten von Beginn an auseinander und gewannen 35:7. Amerikaner behaupten gerne, dass ihre Football-Version im Fernsehen sehr viel funkelnder aussieht. Aber wir schauen uns lieber an, wie Wayne Rooney eine Stunde lang seinen Kopf gegen den Torpfosten rammt als die Buccaneers."

Enough said.

25. Oktober 2009

Jetzt redet Trevor Graham

Die Weißwaschkampagne des ehemaligen Trainers von Marion Jones, Tim Montgomery und Justin Gatlin hat begonnen. New-York-Times-Reporter Duff Wilson durfte Trevor Graham in seinem Haus in Raleigh/North Carolina besuchen, wo er bis zum letzten Freitag als Teil seiner Strafe unter Hausarrest stand. Graham hatte eines die Kanüle mit jenem Stoff an ein Dopinglabor in Los Angeles geschickt, die das Ausmaß der bestens verschleierten Dopingaktivitäten der Firma BALCO dokumentierten. Der amerikanische Leichtathletikverband hat Graham auf Lebzeiten gesperrt. Angeblich trainiert er jedoch wieder Sportler. Welche das sind, wollte er der Zeitung nicht verraten. Nur soviel wollte er sagen: Natürlich hat er niemals niemandem Dopingmittel gegeben. Wer etwas anderes im Prozess gegen ihn gesagt hat, der habe gelogen. Graham gegen den Rest der Welt...
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