Es muss ein angenehmes Gefühl sein, für einen Arbeitgeber zu arbeiten, der mit Geld nur so um sich schmeißt. Zumindest wenn man einen Vertrag mit der Basketballabteilung hat und männlichen Geschlechts ist. Dann steht man in der Gunst der Oberen des Madison Square Garden und macht im Profitcenter New York Knicks ein Vermögen. Ganz egal wie gut die sportlichen Resultate sind. Wehe aber man ist eine Frau, vielleicht noch ein bisschen selbstbewusst und nicht einverstanden, mit der Art und Weise, wie die weiblichen Beschäftigten behandelt werden, dann wird die Atmosphäre rasch ziemlich unangenehm. Die Details kann man dieser Tage den Berichten aus einem New Yorker Gerichtssaal entnehmen, wo eine ehemalige Angestellte den ganzen Laden und den Knicks-Trainer und General Manager Isiah Thomas im besonderen wegen sexueller Nötigung verklagt. Angesichts der Einzelheiten, die unter anderem dokumentieren, dass ein Spieler wie Stephon Marbury keine Schwierigkeiten hat, eine Knicks-Praktikantin für eine kleine Sexkapade in sein Auto zu lotsen (auch wenn die eigentlich gar nicht möchte, aber dem Druck nicht standhalten kann), bleibt die zentrale Frage: Wieso war man in der Top-Etage von Madison Square Garden nicht bereit, sich in aller Stille auf einen Vergleich einzulassen und hoffte statt dessen, dass man angesichts solcher Enthüllungen billiger davon kommt? Geht den Eigentümern das Geld aus, das sie aufgrund der Luxury Tax der NBA wie eine Fontäne übers ganze Land versprühen? Oder hatten sie gedacht, dass der Anwalt von Anucha Browne Sanders (Bild hier) die Zivilklage vorgebracht hat, zu blöd ist, um den Fall den Geschworenen möglichst plastisch vorzuexerzieren?
Wohl das letztere. Denn auf dem Papier sahen die Vorwürfe eher dünn aus. Nun zeigt sich jedoch, dass die Prozesstaktik sehr viel kraftvoller ist: Browne Sanders, die einst einen guten bezahlten Posten in der Marketingabteilung der Knicks bekleidete und rausgeworfen wurde, nachdem sie sich über die Behandlung und die verbalen Attacken von Thomas beschwert hatte (angeblich, weil sie sich in die durch ihre Beschwerde ausgelösten hausinternen Ermittlungen eingemischt hatte), konnte bislang sehr gut dokumentieren, wie das Top-Management damals reagierte, als es von den Klagen von betroffenen Frauen erfuhr: mit der typischen Ignoranz eines Männerladens und feindselig.
Man darf davon ausgehen, dass Isiah Thomas die konkreten Vorwürfe im Zeugenstand bestreiten wird. Denn wenn es für die Gespräche zwischen ihm und Browne Sanders keine Zeugen gab, steht danach Aussage gegen Aussage. Die Indizien allerdings bleiben bestehen. Die ehemalige Angestellte verlangt Schadensersatz in Höhe von 9,6 Millionen Dollar. Was sie im Gerichtssaal wirklich nur überzeugend darlegen muss, ist die Sache mit ihrem Rauswurf. Das amerikanische Arbeitsrecht ist alles andere als arbeitnehmerfreundlich - außer beim Thema sexuelle Nötigung. Da reicht es bereits, wenn einer Beschwerdeführerin gekündigt wird und die Kündigung als eindeutige Revanchehandlung interpretiert werden kann, um die Person einzuschüchtern und sie zum Schweigen zu bringen.
13. September 2007
12. September 2007
Clown auf dem Weg zum Olymp
Der Typ, der sich auf dem Weg befindet, die ewige Nummer eins der Tennisweltrangliste abzulösen, ist ein Clown. Noch jedenfalls. Im Video oben parodiert er seine Kollegen in der Umkleidekabine vor einem Zweit-Runden-Match der US Open (das er mühsam in fünf Sätzen gewann). Unten betätigt er sich als - schlechter - Karaokesänger (via The Big Lead). Novak Djokovic hatte am Sonntag im Finale insgesamt sieben Satzbälle, von denen er keinen verwandelte und deshalb glatt in nur drei Sätzen verlor. An seinen Spaßeinlagen liegt es nicht. Schon eher an Federer, der sich mittlerweile im Olymp der Weltsportstars mit seinem Kumpel Tiger Woods misst. Eine andere Liga also. Wie gut Woods am Sonntag war, stand gestern in der Druckausgabe der FAZ. Morgen gibt es dort auch noch eine Geschichte über das Engagement von BMW im amerikanischen Profigolf. Schon mal vorab: Es ist beachtlich. Genauso wie die Einschaltquote im US-Fernsehen war: Fast 3,7 Millionen Amerikaner haben die letzte Runde am Sonntag gesehen.
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Buffalo und Bill: Extreme in der NFL
Das erste Wochenende der NFL-Saison produzierte zwei extreme Fälle: die Verletzung eines Spielers der Buffallo Bills, dessen erste Prognose der schiere Horror war. Ärzte befürchteten, dass er für den Rest seines Lebens von der Schulter abwärts gelähmt bleiben würde. Seit gestern abend klingen die Aussichten sehr viel besser. Auch weil die Unfallmedizin immer besser wird. So wurde Tight End Kevin Everett innerhalb kurzer Zeit eine gut gekühlte Salzlösung gespritzt, die dafür sorgte, seine Körpertemperatur abzusenken. Der Prozess verhinderte Schwellungen in den kritischen Zonen des Rückenmarks.
Wie man allerdings den für seine cholerischen Anfälle bekannten Trainer der New England Patriots runterkühlen wird, ist noch nicht klar. Denn Bill Belichik und sein Stab wurden erneut dabei erwischt, Handzeichen einer gegnerischen Mannschaft mit Hilfe einer Videokamera aufzuzeichnen. So etwas ist sicher nicht halb so schlimm wie das Ausrichten von Hundekämpfen, zeigt aber wie weit der als großer Taktiker verehrte Coach geht, um sich so viele Vorteil wie möglich zu verschaffen. Was ist das Problem? Die NFL hat Regeln, wonach solches Verhalten schlichtweg verboten ist. Was ist das größere Problem? Belichick kann nicht so tun, als habe da ein kleiner Angestellter in seinem Laden aus freien Stücken ein bisschen Werkspionage betrieben, die ihm persönlich gar keinen Nutzen bringt. Die Sache war einem Offiziellen der New York Jets aufgefallen und wurde an die Liga weiter gemeldet. Die konfiszierte die Kamera und fand eindeutige Belege für das Fehlverhalten. Von den Patriots gab es noch keine Stellungnahme. Aber man kann sich vorstellen, warum: Erst mal wurde der arme Kameramann in Grund und Boden gestampft, weil er er so blöd war, sich erwischen zu lassen. Und als nächstes wird an einer Formulierung gebastelt, die den Eindruck erwecken soll, als habe die Führung keine Ahnung von dem gesetzlosen Treiben ihrer Mitarbeiter.
Sobald sich der von den Patriots geworfene Nebel verzogen hat, wird der Commissioner die Strafe verhängen. Die könnte happig ausfallen. Insider munkeln, dass die Liga für solches Treiben den Verlust von Draftplätzen verhängt.
Blick zurück: Die Rolle von Belichick in einem schmuddeligen Scheidungsprozess
Wie man allerdings den für seine cholerischen Anfälle bekannten Trainer der New England Patriots runterkühlen wird, ist noch nicht klar. Denn Bill Belichik und sein Stab wurden erneut dabei erwischt, Handzeichen einer gegnerischen Mannschaft mit Hilfe einer Videokamera aufzuzeichnen. So etwas ist sicher nicht halb so schlimm wie das Ausrichten von Hundekämpfen, zeigt aber wie weit der als großer Taktiker verehrte Coach geht, um sich so viele Vorteil wie möglich zu verschaffen. Was ist das Problem? Die NFL hat Regeln, wonach solches Verhalten schlichtweg verboten ist. Was ist das größere Problem? Belichick kann nicht so tun, als habe da ein kleiner Angestellter in seinem Laden aus freien Stücken ein bisschen Werkspionage betrieben, die ihm persönlich gar keinen Nutzen bringt. Die Sache war einem Offiziellen der New York Jets aufgefallen und wurde an die Liga weiter gemeldet. Die konfiszierte die Kamera und fand eindeutige Belege für das Fehlverhalten. Von den Patriots gab es noch keine Stellungnahme. Aber man kann sich vorstellen, warum: Erst mal wurde der arme Kameramann in Grund und Boden gestampft, weil er er so blöd war, sich erwischen zu lassen. Und als nächstes wird an einer Formulierung gebastelt, die den Eindruck erwecken soll, als habe die Führung keine Ahnung von dem gesetzlosen Treiben ihrer Mitarbeiter.
Sobald sich der von den Patriots geworfene Nebel verzogen hat, wird der Commissioner die Strafe verhängen. Die könnte happig ausfallen. Insider munkeln, dass die Liga für solches Treiben den Verlust von Draftplätzen verhängt.
Blick zurück: Die Rolle von Belichick in einem schmuddeligen Scheidungsprozess
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11. September 2007
Wie kauft man sich einen Profi-Club, wenn man bankrott ist?
Es ist nicht so schwer, sich im professionellen amerikanischen Sport einen Club zu kaufen, wenn man einfach nur hinreichend frech überzeugend auftritt. Das kann man sehr einfach an der Vorgehensweise von Mike Sidebottom erkennen und wie er den unterklassigen Fußball-Club Virgina Beach Mariners erwarb. Der Mann war zwar pleite, fuhr ein uraltes Auto, hatte Schulden beim Finanzamt und war kurz davor, aus seiner Mietwohnung geworfen zu werden. Aber das hielt ihn nicht davon ab, den Eigentümer des mit Schulden von einer halben Million Dollar belasteten Clubs zu täuschen, der die Verbindlichkeit dringend loswerden wollte.
Das eine oder andere Detail hätte vor der Transaktion den Spürsinn des Verkäufers wecken können. Sidebottom hatte als Adresse ein Postfach in einem Laden von United Parcel Service in Orlando angegeben. Eine Überprüfung bei einem Kreditinformationsservice hätte ergeben, dass er ein Jahr vorher einen Offenbarungseid geleistet hatte. Aber der Deal kam zustande, und der neue Besitzer spielte seine Rolle anfänglich sehr gut. Er stellte einen Trainer ein, der früher ein Team von Major League Soccer betreut hatte. Und er führte Pressekonferenzen durch und weckte Erwartungen. Die Hochstapelei ist inzwischen aufgeflogen und in einer sehr detaillierten Geschichte in der Tageszeitung The Virginian-Pilot nachzulesen.
Das eine oder andere Detail hätte vor der Transaktion den Spürsinn des Verkäufers wecken können. Sidebottom hatte als Adresse ein Postfach in einem Laden von United Parcel Service in Orlando angegeben. Eine Überprüfung bei einem Kreditinformationsservice hätte ergeben, dass er ein Jahr vorher einen Offenbarungseid geleistet hatte. Aber der Deal kam zustande, und der neue Besitzer spielte seine Rolle anfänglich sehr gut. Er stellte einen Trainer ein, der früher ein Team von Major League Soccer betreut hatte. Und er führte Pressekonferenzen durch und weckte Erwartungen. Die Hochstapelei ist inzwischen aufgeflogen und in einer sehr detaillierten Geschichte in der Tageszeitung The Virginian-Pilot nachzulesen.
Der Visionär
Vor ein paar Wochen war an dieser Stelle schon mal von Kige Ramsey die Rede, einem jungen Burschen aus Kentucky, der sich zum Maskottchen der amerikanischen Sportbloggerszene hochgearbeitet hat. Sein neuestes Werk allerdings könnte ihn noch sehr viel weiter bringen. Ramsey setzte sich vor dem ersten NFL-Spieltag vor die Kamera und prognostizierte den Ausgang von 14 Spielen (die von ihm verehrten Tennessee Titans ließ er bewusst aus). Resultat? 14 richtige Vorhersagen. Das schafft keiner von den Fernsehprofis. Und die bekommen dafür auch noch viel Geld (via Deadspin)
Blick zurück: Wir stellen vor - Kige Ramsey von YouTube Sports
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Super-Bowl-Nachspiel: Janets Brust vor Gericht
Der 1. Februar 2004 war ein besonderer Tag in der Geschichte des Super Bowl. Damals riss Sänger Justin Timberlake seiner Duettpartnerin Janet Jackson einen Teil ihrer Oberbekleidung ab und heraus kam eine entblößte Brust, die im Rahmen der Live-Übertragung von CBS zwei Sekunden lang in Millionen von Wohnstuben übertragen wurde (in einer Einstellung, in der man so gut wie nichts erkennen konnte, schon gar nicht den Nippelschmuck, den die Fotos zeigen). Die Aufregung darüber war trotzdem größer als das meiste, was die Leute in den USA in Rage bringt. Man darf spekulieren, dass Frau Jackson das damals bewusst riskiert hat, um soviel Aufsehen zu erregen, dass Musikkonsumenten ihre neue CD kaufen. Bestraft wurde damals der übertragende Sender mit einer Geldbuße von 550.000 Dollar - von einer Aufsichtsbehörde namens Federal Communications Commission (FCC), die im prüden Amerika kurioserweise nur über die terrestrischen Sender wacht. Kabelkanäle unterliegen nicht dem gleichen Zensurausmaß und sind deshalb auch in der Lage, solche Sendungen wie Sex in the City oder die Sopranos zu produzieren.CBS zog gegen die Klatsche vor Gericht, wo das Verfahren inzwischen die zweite Instanz erreicht hat. In den juristisch relevanten Details des Streitfalls geht es um die Frage, ob etwas, das so flüchtig von einer Kamera eingefangen wird und im Kontext der Übertragung jeden überrascht, inklusive den Regisseur, überhaupt ein Verstoß gegen die guten Sitten sein kann, wie sie vom Gesetz definiert werden.
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18 Löcher mit Steve Stricker
Wie schon mal irgendwann vor langer Zeit angedeutet: Die beste deutschsprachige NFL-Berichterstattung im Netz gibt es hier - bei allesaussersport. Angesichts einer solchen Informationsfülle fühlt man sich überhaupt nicht genötigt, die neue Saison auch noch von dieser Stelle aus einzuläuten. Schon gar nicht, wenn man am selben Wochenende in Sachen Golf unterwegs ist und in Chicago bei der BMW Championship das Halbfinale um den FedEx-Cup hautnah erleben kann. Die wichtigsten Informationen zu dem Ereignis standen bereits in der Printausgabe der FAZ - über den Teilnahmeverzicht von Phil Mickelson (letzten Donnerstag) und den Sieg von Tiger Woods (heute). Der Bericht über das Engagement des Münchner Autoherstellers auf der amerikanischen PGA Tour (BMW sponsert bereits in Eichenried, Shanghai und Wentworth wichtige Profi-Turniere und hatte bislang in seinem wichtigsten Absatzmarkt noch nicht Flagge gezeigt) wird noch erscheinen - im Wirtschaftsteil.Aus persönlicher Sicht gab es in Chicago durchaus ein ganz besonderes Highlight: die 18 Löcher beim ProAm-Turnier am letzten Mittwoch im Flight von Steve Stricker, der das Turnier als Dritter beendete und vor dem Abschluss bei der Tour Championship in Atlanta in dieser Woche Platz zwei der FedEx-Cup-Wertung hinter Woods belegt. Die meisten Leute, denen man davon erzählt, wollen vor allem wissen: Was ist das für ein Typ? Und die Antwort darauf fällt extrem unbefriedigend aus. Ein angenehmer Mann, mit dem man sich blendend über Golf unterhalten kann, der aber tiefergehende Fragen nach der mentalen Herausforderung an einen Spieler seiner Extraklasse ganz genau so wie in den Pressekonferenzen ganz sachte an sich abperlen lässt. Er war ein guter Partner beim Lesen von Puttlinien und hätte die Bälle selbst bestimmt auch eingelocht. Aber das kann man nicht delegieren. Also gingen sie alle knapp vorbei. My bad. Das nächste Mal (wenn es sich noch einmal ergibt) spiele ich mit meinen eigenen Schlägern und meinen eigenen Schuhen. Das ist besser fürs Selbstvertrauen.
Hallo Berlin
Es gibt nicht viele Amerikaner, die sich mit fremden Städten in anderen Ländern beschäftigen und dann auch noch einen Kurzfilm darüber auf die Beine stellen. Aber wenn, dann finden sie gerne einen Weg, das Mitgebrachte auf eine amerikanische Weise darzustellen: mit einem durchgehenden Faden (der dann eher inkonsequent geknüpft wird). Mit einer Moderatoren-Person, die der inszenierten Chronologie des Films einen leicht verständlichen Erzählablauf gibt. Und diesem verqueren Denkansatz, bei dem die Hauptperson so tut, als wolle sie herausfinden, ob sie an dem anderen Ort leben will, um am Ende zu der gar nicht überraschenden Schlussfolgerung zu kommen, dass das keinen Sinn macht. Wenn man das alles ignoriert ist der Film von Grace Lee aus Los Angeles (Titel: Best of the Wurst) ein reizvolles Sammelsurium an Eindrücken und Personen aus Berlin. Auf amerikanische Betrachter wirkt das Resultat vor allem deshalb so exotisch reizvoll, weil da eine Stadt und deren Bewohner über deren Vorliebe für eine Zwischenmahlzeit beschrieben wird - die Currywurst. Der Film aus dem Jahr 2004 ist vor einer Weile in einem Nische bei der Berlinale gelaufen und vor ein paar Tagen beim ersten NYC Food Film Festival (via foodea). Keine Ahnung, wieviele Leute nach der Vorführung in den örtlichen Imbiss namens Hallo Berlin gestiefelt sind. Dort gibt es die beste Currywurst in Manhattan.
8. September 2007
Kardinalsünden aufgedeckt
Die Staatsanwaltschaft in Albany, die vor ein paar Monaten mit Hilfe der örtlichen Behörden einer Apotheke in Orlando/Florida einen Besuch abstattete und deren Geschäftspraktiken untersucht, leistet umfängliche Arbeit. Die Sperren der Wrestling-Organisation WWE gegen zehn ihrer Besten waren nur eine Folge der Ermittlungen. Die Vier-Spiele-Sperre der NFL gegen Rodney Harrison, den Safety der New England Patriots, eine weitere. Zur Zeit müssen sich ein paar Baseball-Profis, wie der wiedererstarkte Rick Ankiel von den St. Louis Cardinals, Fragen gefallen lassen und hoffen wohl, dass sie sich auf der Basis formaljuristischer Finessen aus der Sache herausdrehen können. Ankiel bekam aus Orlando eine ganze Jahresdosis an Wachstumshormonen. Bereits im Juni hatten sich die Pittsburgh Steelers von ihrem Mannschaftsarzt getrennt, der offensichtlich selbst in riesigen Mengen in Orlando geordert hatte. Der Club hatte zwar im Rahmen interner Untersuchungen keinen Beleg dafür gefunden, dass er, der für 150.000 Dollar Wachstumshormon und Testosteron gekauft hatte, die Spieler bestückt hatte. Trotzdem wurde die Beziehung zu dem Mediziner aufgekündigt. Der Ruch des Illegalen war bereits genug. Dr. Richard Rydze hatte übrigens 1972 in München eine Silbermedaille im Turmspringen gewonnen.
Monster-Ball
Die Züchtung von 220 Kilogramm schweren Footballspielern gehört zu den Absurditäten einer Sportleidenschaft, die vor nichts halt macht. Man kann das noch steigern: in Form von 220 Kilo schweren Mädchen, die man als Offensive Lineman in der High-School-Mannschaft einsetzt und deren Gesicht so überquillt, dass man sich sich fragt: Das soll gesund sein? Holley Mangold, Schwester des NFL-Profis Nick Mangold (New York Jets), findet das alles ganz normal. Und der Fernsehsender NBC scheint das Gefühl zu haben, dass es bei diesem Monster um ein Emanzipationsthema geht. Und um die Frage, ob das Kind demnächst im College mitspielen wird (denn offensichtlich scheint sie ganz gut in der Lage, ihre Gegner herum zu schubsen). Oder vielleicht sogar eines Tages in der NFL. Die Rechtslage im
Universitätssport ist klar: Wenn sie die Leistung bringt, hat sie das Recht mitzumachen. Der bislang berühmteste Streitfall führte zu einem Zivilgerichtsverfahren, bei dem die Universität Duke 2 Millionen Dollar verlor und an eine gewisse Heather Sue Mercer bezahlen musste, die als Kicker offensichtlich die Qualitäten hatte, um spielen zu können, aber vom Trainer nicht eingesetzt wurde. Ein Fall von Diskriminierung, sagte der Richter. Die erste Spielerin, die in einem Collegespiel der Division I punktete, war Ashley Martin 2001 für Jacksonville State. Sie (Bild links) spielte in der Hauptsache hervorragend Fußball und gehörte zu den Besten des Frauen-Teams.
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