17. Juli 2007

Verbeugung vor dem Spin-Meister

Die meisten amerikanischen Sportblogger träumen von nichts Größerem, als irgendwann von Branchenführer Deadspin wahrgenommen zu werden und durch ein Link jenen Traffic zu bekommen, den sie alleine nie auf die Beine stellen würden. Viele schaffen das auch irgendwann - mit kuriosen Fundsachen und verqueren Ideen. Denn Deadspin-Macher Will Leitch hat Sinn für Schräges, braucht viel Stoff und weiß sehr gut, wie man aus kleinen Geschichten große bunte Luftballons macht. Deshalb ist er die Nummer eins. Und deshalb verdient sein Arbeitgeber (Gawker Media in New York) richtiges Geld mit Blogs.

Als ich heute morgen die Will-Leitch-Steve-Van-Pelt-Geschichte gepostet habe, ist mir nicht im Traum eingefallen, dass sie bei Deadspin aufschlagen könnte. Die wenigsten US-Blogger verstehen Deutsch. Und humorvoll war der Beitrag auch nicht. Aber nur wenige Stunden später kam eine Reaktion:
That Van Pelt interview caused such a ruckus that they're even talking about it in other languages, languages that we do not understand. We're trying to find the German word for "he blew it!"
Kommentare folgten. Darunter eine dieser unsäglichen Babelfish-Übersetzungen. Und viele Leser, denen man anmerkt, dass sie stolz darauf sind, keine Fremdsprachen zu sprechen und wichtige Ereignisse aus der Geschichte durcheinander bringen (Pearl Harbor und die Deutschen?) Trotzdem haben bis jetzt mehr als tausend Deadspin-Leser American Arena angeklickt, was angesichts der offensichtlichen Sprachbarriere ganz erstaunlich ist. Bei einem ähnlichen multilateralen Austausch vor ein paar Monaten (mit Dan Steinberg von der Washington Post) war der Ansturm vergleichsweise nachgerade kläglich ausgefallen.

Kommentare:

akkaly hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Anonym hat gesagt…

Wenn die Amis in solch großer Zahl auf Deinen Blog zugreifen und durch nicht näher genannte Umstände auf das Video von Ursula Martinez kommen, werden Sie sich wieder auf die Schulter klopfen und sagen, wie schön es doch im prüden Amerika ist und man eine Grenze zum bösen Kanada hat