16. Mai 2007

7500 Nachteulen

Dies stand heute bei allesaussersport und ist nicht gerade ermutigend:
"Es sind die ersten mir bekannten Zahlen von nächtlichen US-Sport: die NBA erreichte mit ihren Liveübertragungen der Saison 2005/06 auf PREMIERE 7.500 Zuschauer. Das relativiert dann mitunter die Wünsche nach mehr NBA (auch wenn man darüber diskutieren kann, ob man zur Steigerung der Zugkraft nicht *mehr* senden müsste)."
Die Rede ist von den Einschaltquoten einer Saison, in der Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks bis ins Finale kamen. Man kann sicher alle möglichen Gründe finden, weshalb sich mitten in der Nacht nicht mehr Leute vor den Fernsehapparat setzen. "Mitten in der Nacht" ist vermutlich der entscheidende. Das Fehlen einer gezielten Vermarktungsstrategie sicher der zweitwichtigste. Es wäre interessant zu wissen, wie hoch die TV-Lizenzeinnahmen der NBA in Deutschland sind und ob es sich nicht lohnen würde, darauf zu verzichten und mit Hilfe des Internets ganz andere Wege zu bestreiten.

Kommentare:

darthraider hat gesagt…

ich würde sogar behaupten die Zahl derer die die Spiele bereits per Internet verfolgen erreicht oder übertrifft die genannte Zahl ...

Hauptproblem ist eben die Uhrzeit, man könnte doch mal längere Zsfg. am Folgetag zur Primetime versuchen ...

Florian hat gesagt…

Sicher, die Uhrzeit ist erstmal hauptproblematisch. Darüber hinaus wundere ich mich seit Jahren über die post-Schrempff'sche Übertragungspolitik der deutschen Fernsehlandschaft. Große Teile des Vorabendprogramms meiner Jugend, naja, zumindest meines persönlichen Voranabendprogramms, waren geprägt von NBA-Übertragungen. Unter der Woche Zusammenschnitte von Spielen, die teilweise direkt in der Nacht zuvor gespielt wurden, am Wochenende oft Live-Übertragungen. Und das alles in der Zeit, in der Det seinen Zenit überschritten oder die Karriere sowieso beendet hatte. Seit Nowitzki hat sich das frei empfangbare Fernsehen kurioserweise fast komplett ausgeblendet. Wie soll man so größeres Interesse für eine handvoll Spiele zu später Stunde im Pay-TV generieren?

dröhn hat gesagt…

99,99999 % der deutschen und/oder europäer interessiert es nunmal nicht die Bohne wer amerikanischer Meister im Basketball, Eishockey, Baseball, Football oder Soccer wird. In Deutschland konzentriert man sich lieber auf die Fußballbundesliga, DIE macht Herrn Kalwa allerdings krank.

Jürgen Kalwa hat gesagt…

@dröhn: Ich wünsche mir keine schlechtere Fußball-Bundesliga, sondern eine bessere. Auf die Gefahr hin, dass sich dann noch weniger Leute für US-Sport interessieren. Eine, die mehr Mannschaften in die europäischen Wettbewerbe delegiert und eine durchgängig gute Nationalmannschaft produziert. Ich hab's schon oft gesagt: Auf dem Weg dahin kann man viel von den Amerikanern lernern. Deren Fehler muss man ja nicht nachmachen.

dröhn hat gesagt…

@kalwa,

wenn sie das, was sie in diesem Kommentar sagen nur auch mal in ihren Beiträgen so widerspiegeln würden.

Sicher kann man von den Amerikanern viel lernen. Das die Verbindung Sport und Unterhaltung (Show) in gewissem Maße durchaus einen Mehrwert des Events bietet. Solange das Ganze nicht, wie beim Superbowl z.B., zu einem absoluten Missverhältnis entartet.

Auf keinen Fall muß man sich allerdings über das emotionslos hohle Franchising ala US Amerika unterhalten. Hier verkommt die Verbindung von Club zu Fans zu Stadt/Region zu einer reinen Spekuliermasse, die nur einen einzigen Sinn erfüllt, den Ownern die Taschen maximalst zu füllen und zwar ohne Rücksicht auf Historie, Fanbindung und Allgemeinwohl.

Gute Konzepte aus den Staaten gerne, Franchising gehört auf keinen Fall dazu.

Wir können allerdings gerne über einen, z.B. dreigestaffelten, geschlossenen Profiligabereich in Deutschland sprechen. Über die Öffnung der Bundesligaclubs für interessierte Mäzene oder einfach nur wirtschaftlich schlechtes Arbeiten wie seit Jahrzehnten in Spanien und Italien um nur ein paar Beispiele zu nennen.