30. Mai 2007

Der Kobe-Vulkan kommt langsam auf Temperatur

Die Kobe-Bryant-Show in Los Angeles verspricht, in den nächsten Wochen ein nettes Theaterstück abzuliefern. Bryant vermittel auf vielen Kanälen den Eindruck, als ob das Management der Lakers erstens inkompetent ist und zweiten ihn an der Nase herumführt. Der Mann hat keine Lust auf eine Mannschaft, in der er alles alleine machen muss. Es scheint ihm nur wenig an persönlichem Lustgewinn gebracht zu haben, dass er nach der letzten Saison als unbestrittener Punktekönig der Liga angesehen wird und sicher auch als bester Spieler seiner Generation. Es war seine Methode, der Clubführung zu signalisieren, dass er nicht auf den Händen sitzt, sondern ackert. Jetzt mischt er sich lautstark in die politischen Prozesse ein (davon könnte sich Dirk Nowitzki durchaus mal eine Scheibe abschneiden). SportsbyBrooks hat heute die aktuelle Übersicht - mit Hinweisen auf Radiointerviews und Zitaten. Es ist eine einzige Anklage, von der Trainer Phil Jackson kurioserweise ausgenommen wird, weil der trotz seiner Liaison mit der Tochter des Clubbesitzers Jerry Buss nicht im Verdacht steht, an irgendwelchen Strippen zu ziehen. Wer allerdings glaubt, Buss, der soeben von der Polizei mit Alkohol am Steuer erwischt wurde und sich gerne mit jungen Frauen knapp über 20 vergnügt, sei ein Vollidiot, der schätzt den Mann völlig falsch ein. Die Lakers gehören ihm seit 1979. Seitdem haben sie 13mal die Western Conference gewonnen und achtmal den Titel. Mehr hat in derselben Zeit niemand sonst in der NBA auf die Beine gestellt.
Blick zurück: Kobe Bryant bringt sich ins Gespräch - will er wirklich weg aus LA?

Kommentare:

kurtspaeter hat gesagt…

Super, der Ego-Zocker Bryant.
Nach dem Shaq-Abgang hatte ich vermutet, jetzt ist er glücklich. Vielleicht ist ihm dann doch bewußt geworden, alleine schafft selbst er es nicht.

Jürgen Kalwa hat gesagt…

Ich hege ebenfalls keine Sympathien für Kobe. Aber ich mag die Frechheit, mit der versucht, sich gegen die Macht und möglichen Fehlentscheidungen des Clubmanagements zu stemmen. Er verlangt ja gar nicht viel: Er will eine Mannschaft mit Perspektive um sich herum oder zu einem anderen Club. Wohin - das kann er zwar selbst mitentscheiden (Stichwort: No-Trade-Clause) - aber nur zu einem gewissen Grad. Davon abgesehen: Jedes andere Team muss beim Tausch mit den Lakers für ihn gute Spieler abgeben. Da kann er vom Regen in die Traufe kommen. Ich tippe mal, dass er das sehr gut weiß.

kurtspaeter hat gesagt…

Was ihn natürlich wieder in seinen Ruf als Ego-Zocker bestätigt.

Er weiß, ohne seine Zutun, sein Ja-Wort, passiert mit seiner Person nichts. Gleichzeitig setzt er die Verantwortlichen mit harschen Worten unter Druck. Im Prinzip wie bei Shaqs Abgang.

Daneben, ich weiß nicht, ob ich Macht bei einem Sportler, hier zurecht als Frechheit bezeichnet, gutfinde.