12. März 2007

Dallas fertigt die Lakers ab: Ein Bericht und ein Interview




Der Spielbericht auf ESPN vom Debakel der Los Angeles Lakers in eigener Halle gegen die Dallas Mavericks (72:108). Am Ende gibt es ein Interview mit Dirk Nowitzki, in dem er auf seine verbindlich unverbindliche Art zu verstehen gibt, dass das Gerede von der Siegesserie (17 am Stück) die Spieler überhaupt nicht interessiert. Was zählt, sei, den Meisterschaftspokal in den Händen zu halten. Aber auch solche Stellungnahmen werden nichts nützen. Die amerikanische Krankheit, hinter jeder Serie einen meldenswerten Rekord auszumachen und jeden Rekord als historische Leistung hochzustilieren, hat inzwischen viele Medienvertreter in Deutschland erfasst. Wo bleibt die Kreativität? Die Neugier auf Einblicke hinter die Fassade aus puren Zahlen? Wo bleibt die kritische Distanz? Und wann beginnt endlich die Auseinandersetzung mit den wirklich reizvollen Aspekten der detaillierten Statistiken im amerikanischen Sport?

Nachtrag:
Nach acht Stunden hat ESPN das Video eingemottet. Merke: Man muss wohl immer ganz schnell sein.

Kommentare:

Gesslerpat hat gesagt…

Ich denke, das Problem liegt in der Mentalität der Amerikaner, nicht mit heißen Sachen umgehen zu können. Als oberstes Vorbild steht da die Politik, aber selbst die amerikanische und so bewunderte amerikanische Feuerwehr kennt nur eine Löschmethode. Dort schaut man nicht mit offenen Augen der Tatsache, dem Feuer, in die Augen, sondern misst stupide die Temperatur des gespritzten Löschwassers und die des aus dem Haus herauslaufenden Wassers. Strebt der Temperaturunterschied Delta T gegen 0, ist das Feuer aus. Warum also nicht auch blind und dumm vom Spielfeldrand berichten? Ist doch nur Sport, oder?

Jürgen Kalwa hat gesagt…

Ich dachte bei meiner Beschwerde mehr an all die deutschen Journalisten und Blogger, die ohne Not diese amerikanische Nicht-Analyse-Methode in der Berichterstattung vom amerikanischen Sport übernehmen. Ich denke, der Grund ist, dass diese Infos über Agenturen und Webseiten so leicht zu haben sind. Dann wird das Material pseudoklug zusamengewurstelt. Berichterstattung aus der Ferne ohne genaue Kenntnisse der örtlichen Gegebenheiten produziert eben keine Erleuchtung, sondern nur Gewäsch.

dröhn hat gesagt…

Sorry Herr Kalwa, wo soll das Hintergrundwissen denn herkommen?

Nicht jeder der Journalisten hat die Chance auf einen mehrwöchigen Aufenthalt in den Staaten um sich überhaupt mal mit den Gegebenheiten und den Teams vor Ort vertraut zu machen.

Selbst wenn man sich intensiv Online informiert und recherchiert bleibt auch das dann geschriebene nur "Gewäsch".

P.S.: Leider können zu ihren Beiträgen hier keine vernünftigen Kommentare oder Diskussionen aufkommen, da Beiträge relativ schnell aus der Wahrnehmung verschwinden. Orientieren Sie sich doch bitte an allesaussersport, dort werden die letzten zehn Artikel mit Beiträgen links gelistet. Das ermöglicht zumindest rudimentär eine gewissen Orientierung und fördert den Diskussionsfluss. Ihr Blog ist zwar außerordentlich lesenswert aber leider kaum diskussionsfähig. Hier verschenken Sie viel Potential.

Jürgen Kalwa hat gesagt…

Die stärkere Visualisierung der Kommentarfunktion ist bei dieser Software (Blogger) nicht möglich. Das kann ich leider erst dann ändern, wenn ich mich für einen Umzug in ein anderes Programm entscheide, das dies ermöglicht. Aber ehe ich das mache, müssen die positiven Faktoren überwiegen. Ich sehe bei anderen Blogs wie allesaussersport, dass sich dort eine Kerngruppe von Kommentatoren herausgeschält hat. Warum sollte das hier nicht auch irgendwann gelingen? Auf jeden Fall ist jeder herzlich eingeladen.

dröhn hat gesagt…

Sorry, es kann einfach keine Diskussion aufkommen, wenn der zu diskutierende Beitrag erst nach längerem Suchen wiedergefunden wurde. Das ist woanders deutlichst besser geregelt.

Schon jetzt muß man scrollen, zwei, drei Tage weiter macht man sich die Mühe einfach nicht mehr weil der "Weg" schlicht zu lang wird.

So konsumiert man ihre Beiträge nur, obwohl man hier einiges zu diskutieren hätte.