27. Mai 2007

Der blitzblankesaubere deutsche Fußball: Persilschein vom Bundestrainer

Wir wussten schon, dass der Bundestrainer langsam spricht. Wie langsam er denkt, schält sich erst, wie sollen wir sagen - l-a-n-g-s-a-m - heraus. Er habe keine Anzeichen für Doping gesehen, sagte er in einem Interview mit der Welt, das heute erschienen ist. Also ist der deutsche Fußball sauber, wie die französische Nachrichtenagentur AFP das zusammenfassend auf Englisch Richtung Rest der Welt streut. Joachim Löw weist ausdrücklich darauf hin, dass es jede Menge Doping-Tests in der Bundesliga gebe, unangemeldete sogar. Ja, ja der Mythos von den Tests, die alle negativ ausgehen und die dann angeblich beweisen, dass Sportler keine illegalen leistungsfördernden Mittel zu sich nehmen. Hatten wir das nicht schon in anderen Sportarten? Sagen wir: Radfahren? Oder Leichtathletik?

Der Originaltext ist zur Zeit auf der Online-Seite der Welt nicht zu finden. Wenn jemand ein Link produziert, bitte in den Kommentaren posten (Nachtrag: Das hat soeben probek gemacht. Danke. Bitte hier clicken.)

Kommentare:

probek hat gesagt…

Das hier?. Ich finde es bemerkenswert, dass die Aufmerksamkeit beim Doping sich zur Zeit fast ausschließlich dem Radsport widmet. Ich glaube (und damit stehe ich wohl vermutlich nicht alleine da), dass im Prinzip JEDE Ausdauersportart (Radsport, Leichtathletik, Skilanglauf, Eisschnellauf usw.) mehr oder weniger von Doping durchsetzt ist. Und dass in Spanien die vollständige Aufklärung im Fall Fuentes so lange dauert, könnte ja auch daran liegen, dass eben nicht nur der Radsport betroffen ist. Mir hat es den Spaß an solchen Sportarten schon länger verdorben – und ich finde es schändlich, dass dem Radsport im öffentich-rechtlichen deutschen Fernsehen in den letzten Jahren so viel unkritische Aufmerksamkeit (oder sogar Sponsoring!) gewidmet wurde. Wenn wir erfahren würden, wieviel im Sport in Wirklichkeit gedopt wird, könnte man sich wahrscheinlich nur mit Grausen abwenden. Aber welche Sportart bliebe über??

Anonym hat gesagt…

In dem Zusammenhang fällt mir auch der Fall Evi Sachenbacher ein, als Bundestrainer Behle sehr unprofessionell mit der Sache umging und die Dopingproblematik ignorierte.

Anonym hat gesagt…

Süß, dass Löw alleine die dreieinhalb Jahre in Enschede, gerade mal 10km von der deutschen Grenze entfernt, als "viel Auslandserfahrung" bezeichnet.

Und was soll uns das Bild mit dem aufmerksamen Arzt bei der Wahl des Hustenmittels sagen? Dass jemand, der dopt, nicht erwischt werden möchte? Ach.