27. März 2007

Profipfeifen werden gut bezahlt. Doch Frauen erhalten kaum eine Chance

Eine junge Frau tastet sich langsam, aber sicher auf das höchste Niveau im amerikanischen Schiedsrichterwesen hoch: Sie wird als einer der Umpire bei einem Freundschaftsspiel zwischen den Arizona Diamondbacks und den Chicago Cubs auf dem Platz stehen. Ihre Name ist Ria Cortesio. Und normalerweise arbeitet sie zwei Etagen tiefer - im Double-A-Baseball (nachträglich korrigiert - siehe Kommentare). Aber anscheinend will die Liga zeigen, dass die Verantwortlichen mindestens ein Auge für neue Entwicklungen offen halten. Wir sind schließlich im 21. Jahrhundert (via deadspin).

Man kann nicht behaupten, dass das Experiment mit weiblichen Schiedsrichtern in den USA so wahnsinnig gut läuft. Während sich eine langsam wachsende Zahl von weiblichen Sportjournalisten unter Mühen in die erste Reihe kämpfte, blieb etwa in der NBA von dem 1997 bewusst eingegangen Experiment nicht viel übrig. Violet Palmer ist die einzige Unparteiische, die noch zum Aufgebot gehört. Sie gilt bei den Spielern nichts als große Leuchte. Aber die Ligaverantwortlichen scheinen sie zu mögen.

Die Webseite AskMen.com hat die finanziellen Aspekte der Schiedsrichter-Arbeit zusammengestellt. Hier die Essenz:

Major League Baseball von 100.000 bis 280.000 Dollar für eine reguläre Saison mit 162 Spielen. Dazu kommen etwa 50.000 Dollar an erstatteten Reisekosten. Erster-Klasse-Flugtickets bekommen die Umpires gestellt. Wer in den Playoffs dabei ist, kann noch mal 20.000 Dollar Extra verdienen.

In der National Basketball Association (NBA) liegen die Gehälter pro Saison zwischen 90.000 und 225.000 Dollar. Ich hörte Ober-Schiri Dick Bavetta neulich, wie er im Fahrstuhl im Madison Square Garden erzählte, wie schön das Leben in Ocala/Florida eine Stunde von Orlando entfernt ist. Da wohnen viele reiche Vollblutzüchter und halten die Grundstücke schön groß (gut gegen die hässliche Zersiedlung von populären Wohngebieten).

In der National Hockey League (NHL) werden die Neueinsteiger bereits mit 115.000 Dollar pro Saison honoriert. Nach 15 Jahren im Puckhagel liegt das Salär bei rund 220.000 Dollar.

Der Job in der National Football League (NFL) bringt relativ wenig, weil die Liga vergleichsweise nur sehr wenige Spiele ausrichtet. So kommt man hier auf 25.000 bis 70.000 Dollar pro Saison.

Die Kennziffer für die Schiedsrichter in der Women's National Basketball Association (WNBA), die jeden Sommer in die hübsch runtergekühlten Hallen einzieht, lautet: 500 Dollar Gage pro Spiel. Damit kommt man bei einer Saison, die aus 32 Begegnungen besteht, auf maximal 16.000 Dollar.

Zum Vergleich: Der Durchschnittsamerikaner (männlich) verdient rund 40.000 Dollar im Jahr. Der Durchschnittsamerikaner (weiblich) kommt auf 27.000 Dollar im Jahr. Beiträge mit Listen gibt es in der Arena immer wieder. Wer sich über die Auswahl informieren will, geht einfach zu diesem Beitrag. Der enthält eine Übersicht. Die Alternative: in der Spalte rechts gibt es ebenfalls eine Zusammenstellung unter der Rubrik Schlag nach bei American Arena.

Kommentare:

Trainer Baade hat gesagt…

Was für ein weißer Schimmel ist eine "Double-AA-Liga"?

Jürgen Kalwa hat gesagt…

Unter Major League Baseball - die Krone der Sportart, aufgeteilt in National League und American League - sitzen regional und leistungsmäßig gestaffelte Ligen. AAA (Triple-A), AA (Double-A), A (Single-A), Rookie League. Zwischen denen gibt es vertikale Verbindungen. Major League Clubs betreiben selbst oder haben Verträge mit unterklassigen Teams. Aufstieg und Abstieg der Mannschaften gibt es nicht. Die Spieler jedoch wandern von unten nach oben und manchmal auch wieder nach unten. Wunderbarer Hollywood-Film zum Thema (und mein Lieblingssportfilm): "Bull Durham" - auf Deutsch: "Annie's Männer" - mit Susan Sarandon, Kevin Costner. Ansonsten handelt es sich hier um einen dusseligen Schreibfehler. Und der wird jetzt ausgemerzt.