29. Februar 2008

Der Unterhosenträger

Nicht nur Gisele Bündchen ist hinter Tom Brady, dem Quarterback der New England Patriots, her. Calvin Klein will ihn auch haben - für die Unterwäschewerbung. Wahrscheinlich weil die Marketing-Experten diesen Sketch der Comedy-Show Saturday Night Live gesehen haben - eine Parodie auf die Schwarz-Weiß-Lehrfilme der 50er Jahre.
(via si.com)

28. Februar 2008

Hautsache bunt

Nicht ausgeschlossen, dass es Leser von American Arena gibt, die sich dafür interessieren, wie die Nationaltrikots von Fußballmannschaften wie Brasilien, Argentinien, Spanien, England und den USA aussehen, wenn sie jemand attraktiven Frauen direkt auf die Haut gepinselt hat. Das wären vermutlich jene, die sich bereits für die Rückseite von Serena Williams, die Badewanne von Julia Mancuso und die Unterwäsche von Britney Spears interessiert haben und die dabei am Ende doch wohl unzufrieden wieder ins große Google-Meer abgetaucht sind. Denn der voyeuristische Impuls ist leicht zu wecken, aber nur schwer zufriedenstellend zu bedienen. Bei diesem Fund (via With Leather) könnte die Enttäuschung schon darin bestehen, dass die Trikots nicht so aussehen wie aus dem Laden. Oder dass kein deutsches Leibchen dabei ist (weder in der Heimspiel- noch in der Auswärts-Variante). Das könnte am Pinsler liegen, der mit dem Namen Vargas vermutlich ganz bewusst arbeitet. Denn da war mal was.....

Richtig. Aber der echte, wahre einzigartige (Alberto) Vargas, lebt schon seit ein paar Jahren nicht mehr. Er war der Meister der Pinup-Zeichnung und lieferte einst seine Bilder bei Magazinen wie Esquire und Playboy ab. Wikipedia hat eines seiner Bilder: Das Cover eines Albums der Band The Cars.

Abheben und mit beiden Händen kräftig zupacken

Morgen ist mal wieder 29. Februar. Olympisches Jahr. Schaltjahr. Das Jahr, in dem ein Mann Präsident werden könnte, der weiß, wie man mit einem Basketball umgeht. Das wollen wir festhalten. Mit einem Bild, das eine deutliche Sprache spricht. Aufgespürt hat es der Washingtoner Polit-Blog Wonkette, der das Bild auf 2006 datiert, als Barack Obama die US-Marine-Basis in Dschibuti besucht hat.
Blick zurück: Das Video von Obama als ganz junges Basketballtalent

Wegen Erfolg gefeuert

Wenn das der neue Maßstab für das Leistungsvermögen von Trainern werden sollte, dann sollten sich schon mal einige ganz warm anziehen, die Mütze fest an den Kopf drücken und den Fallschirm falten. Was ist passiert? Die Ottawa Senators haben ihren Trainer John Paddock aus dem Stuhl gehievt, obwohl die Mannschaft in der Eastern Conference ganz weit oben rangiert. Aber nicht weit genug, wie der letztjährige Trainer meint, der nach dem Ende der Saison zum General Manager avancierte. Also kommandierte Bryan Murray sich selbst hinter die Bande und übernahm die gesamte Verantwortung für das Team, das mit Christoph Schubert im letzten Jahr bis ins Stanley-Cup-Finale kam. Kapitän Daniel Alfredsson war erst einmal ziemlich geschockt. Kein Wunder. Normalerweise werden Coaches wegen Erfolglosigkeit gefeuert.

27. Februar 2008

Mit IMG aufs Trampolin


Der Sportvermarkter IMG hat beschlossen, sich um eine neue Hybrid-Sportart zu kümmern. Weshalb man bei der New York Times wohl das Gefühl hat, dass es an der Zeit war, sich mit SlamBall zu beschäftigen. Es soll eine Liga geben. Und im April will man in New York und Los Angeles Sportler rekrutieren, die bereit sind, sich auf das Spielchen mit Trampolinen und einem Basketball einzulassen. YouTube gibt, wie so oft, bereits einen Vorgeschmack.

Glück mit Luck

Ist wieder Quiz im Fernsehen? Diese Frage brachte heute jemanden über google zu American Arena: "it elf Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften ist Frank Luck erfolgreichster Sportler seiner Sportart weltweit. Die ersten beiden gewann er 1989. In welcher Sportart?"

Solchen Leuten möchte man doch gerne helfen. Denn natürlich stand die Antwort nicht in diesem Blog, sondern nur all die einzelnen Wörter in irgendeiner bunt gestreuten Konfiguration in irgendeinem Monat im letzten Jahr.

Wenn man bei google nur "Frank Luck" eingibt, wird die Sache sofort aufgeklärt. Denn der oberste Fund ist die Webseite www.frankluck.de. Und da klärt der gute Mann auch auf, was an der Suchanfrage schief war: "...viele Erfolge und mit mittlerweile 18 Weltmeisterschaftsmedaillen, von denen neun in Gold sind, sowie fünf Olympiamedaillen (zweimal Gold und dreimal Silber) bin ich derzeit der erfolgreichste aktive Biathlet." Er hat nur neunmal den WM-Titel geholt. Alles klar? Er steht übrigens nicht auf der von der Zeitung Österreich publizierten Liste der angeblichen Kunden des Wiener Laborbetriebes Humanplasma.

Der Pate

Dass Leute abseits vom Baseball-Betrieb die Namen der besten und erfolgreichsten Trainer nicht kennen, darf einen nicht wundern. Die Männer, die in diesem Geschäftsfeld offiziell mit dem Titel Manager ausgestattet sind, betrachten sich als Organisatoren, die im Zweifel lieber aus dem Halbschatten der Trainerbank heraus arbeiten und ansonsten den Spielern das Scheinwerferlicht überlassen. Trotzdem sollte man ein paar Figuren kennen. Tony La Russa zum Beispiel, der seit 1979 in dieser Rolle amtiert. Zuerst bei den Chicago White Sox, dann bei den Oakland A's und derzeit bei den St. Louis Cardinals. Und das nicht nur, weil seine Teams die World Series gewonnen haben, sondern weil er als der Pate der Anabolika-Welle im Baseball zu gelten hat. Unter seiner Regentschaft in Oakland wurde das von seinen Spielern Jose Canseco und Barry McGwire betriebene Muskelprogramm Stück für Stück auf die Spitze getrieben (was dann später Barry Bonds dazu brachte, sich ebenfalls für Doping zu interessieren). Und niemand in Major League Baseball hat derzeit mehr Profis im Team, die im Mitchell-Report auftauchen, wie Tony La Russa. Oder sollten wir sagen Dr. Tony La Russa? Denn diesen akademischen Titel hat er sich bei einem Jura-Studium in Florida vor langer Zeit - hoffentlich redlich - verdient.

Vielleicht sollten wir ihn auch den Unbelehrbaren nennen. Denn das wird deutlich, wenn man nachliest, wie ein Journalist von der Zeitung St. Louis Post-Dispatch beim Spring Training La Russa mit den Fakten konfrontierte. Ausgestattet mit der Fähigkeit, die Absurdität seiner Einlassungen gar nicht zu begreifen, zwingt La Russa den Reporter, den geschickt eingefädelten Dialog abzubrechen. Der Baseball-Mann, der nichts sieht, nichts hört und nichts begreift, ist kein besonders hilfreicher Gesprächspartner.

Es dürfte allerdings kein besseres Dokument für die lange im Baseball gepflegte Haltung in Sachen Doping geben als diese, die erst durch den Druck von außen aufgebrochen wurde. Und zwar vor allem durch die Politiker im Kongress und mit Hilfe ganz eindeutiger Dopingregeln in den olympischen Sportarten. Es wäre also an der Zeit, La Russa, der neulich andeutete, dass er an dem zur Zeit arbeitslosen BALCO-Kunden Barry Bonds Interesse hat, mal etwas schärfer zu betrachten. Zum Beispiel in diesem Video aus dem letzten Jahr, als ihn die Polizei am Wickel hatte.

Baseballs neuer Beelzebub

Major League Baseball hängt schon eine ganze Weile am Tropf. Denn immer mehr junge Spieler kommen aus armen Ländern im kulturellen Einzugsbereich wie der Dominikanischen Republik und Venezuela. Die kann man mit billigen Verträgen ködern, um sie zu tausenden ins Ausbildungssystem der Minor Leagues einzuspeisen. Wie das so ist mit dem Selektionsprozess im Profisport: Die Jungs vom Dorf sind froh um die Chance. Die Liga-Bosse sind froh, dass sie auch weiterhin ein preiswertes Farm-Team-Konzept finanzieren können, das als Unterbau in den Anfängen der MLB entwickelt wurde. Gar nicht froh ist Venezuealas Präsident Hugo Chávez, dessen Land derzeit nach der DomRep mit 50 Abgesandten die zweitmeisten Ausländer in der Major League stellt. Er hätte gerne für den Baseball-Betrieb in seinem Land im Gegenzug einen Anteil an den Bonuszahlungen, die die Spieler bei Vertragsunterzeichung in der Top-Klasse bekommen.

Solche Verhältnisse gelten in anderen Mannschaftssportarten als ganz normal oder werden, weil etwa die Russen im Eishockey die von der NHL gezahlten Summen nicht akzeptieren, zu normalen Störfällen im täglichen Geschäft. Man darf davon ausgehen, dass Major League Baseball das Thema dazu benutzen wird, den vor einer Weile zum Feindbild hochstilisierten Politiker aus Südamerika als Beelzebub zu verunglimpfen. Dass sie dabei dass klassische Motto (Wir sind die USA. Wir plündern den Rest der Welt nach Belieben aus. Und Lateinamerika sowieso.) gerne verschweigen, versteht sich von selbst. Wenn sich ein kleines Land den wirtschaftlichen Interessen der Vereinigten
Staaten in den Weg stellt, wird es als Feind der Freiheit abgestempelt.

26. Februar 2008

Washington und Doping: Wird Sportbetrug gesetzlich definiert?

Es ist nicht ganz leicht, die Umstände und Entwicklungen rund um die Doping-Anhörungen im amerikanischen Kongress in einem Atemzug zusammenfassend und en detail zu beschreiben. Denn derzeit steht vor allem ein Mann im Schaufenster: Pitcher Roger Clemens, der damit rechnen muss, sich eine Anklage wegen Meineids einzufangen. In seinem Fall geht es weniger um die Frage, wie verbreitet war (und ist) Doping im Baseball, sondern um die moralische Dimension: Wer lügt? Clemens? Oder sein ehemaliger Fitnesstrainer, dessen Aussagen im Mitchell-Report eine großen Stellenwert erhalten haben?

Die Dynamik dieses Einzelfalls überschattet leider - ganz nach typischer Medienlogik - jede andere wichtige Facette des Themas. Selbst die großen amerikanischen Zeitungen werden in solchen Momenten von der alten Krankeheit befallen. Man möchte eher die Neugier anregen und lenken, anstatt sie durch vernünftige Sachinformationen zu befriedigen. Dabei brütet Bobby Rush, Demokrat aus Chicago und Vorsitzender eines Unterausschusses für Handel, Wirtschaft und Verbraucherschutz, derzeit einen Gesetzentwurf aus, dessen Einzelheiten nicht bekannt sind, die aber logischerweise nur in eine Richtung weisen können: dass Sportbetrug in den USA rechtlich definiert und gleichzeitig in den Stand eines Offizialdelikts erhoben wird.

Das nächste Hearing am morgigen Mittwoch wird uns vielleicht etwas mehr Einblick in die Rush'sche Gedankenarbeit geben. In Washington vorgeladen sind die Chef-Manager der großen Sportligen und ein paar Figuren aus der Ecke der Olympischen Sportarten. Zur Einstimmung sollte man vielleicht die Geschichte lesen, die in der gedruckten Ausgabe der FAZ erscheinen wird.

Vom Lehrgeld und anderen falschen Sprachbildern

Memo an alle Medienarbeiter, die sich in der Zukunft mit dem deutschen Golfprofi Martin Kaymer beschäftigen werden. Da man in Deutschland ein solches Talent nur alle 20 Jahre oder mehr hat, wäre es da nicht angemessen, sich stilistisch ein bisschen an der Weltklasse des Sportlers zu orientieren und als ersten Schritt erstmal alle schiefen Sprachbilder und Metaphern zu beerdigen?

Wäre doch mal ein Arbeitsziel. Denn dann würde nie wieder geschrieben werden, dass Martin Kaymer bei einem Turnier Lehrgeld gezahlt habe. Der Mann hat bei dem fraglichen Turnier (in Tucson) nach dem Ausscheiden in der ersten Runde nichts bezahlt, sondern verdient: ein Preisgeld von 40.000 Dollar und 2,05 Weltranglistenpunkte. Und gut gespielt hat er dabei auch noch, wie dieselbe Meldung nur einen Satz später ausdrücklich konstatiert ("nahezu fehlerfrei").

Und dann würde der eher langsame, aber stetige Aufstieg des 23jährigen in den letzten 24 Monaten nicht mehr als kometenhaft bezeichnet. Mir sind ja Sterne schnuppe, aber nicht die verkorkste Verwendung ihrer Erscheinung am Firmament. Es gibt aperiodische und periodische Kometen, denen das "Aufsteigen" ziemlich schwer fallen dürfte. Was das Schicksal der ersten Sorte angeht, so fehlt der Astronomie die Möglichkeit, hinterherzujagen, um herauszufinden, was jenseits des Sonnensystems passiert. Die zweite Sorte ist auf einer Umlaufbahn unterwegs und ist manchmal, wie Hale-Bopp, ziemlich lange am Himmel zu identifizieren. Wo wir schon bei Phänomenen der Sternenkunde sind: Auch das Wort Shootingstar gilt es es auszurangieren. Damit bezeichnet man im Englischen Meteroide, die beim Eintritt in die Erdatmosphäre durch die entstehende Kompression aufleuchten, aber sich just dabei in ihre Bestandteile auflösen. Die Sternschnuppe ist das letzte Stadium des Meteroiden auf dem Weg nach unten. Wie soll das auf einen Sportler passen, der gerade am Anfang seiner Karriere steht?

A propos passen: Wie wäre es, wenn auch noch die ausgelatschte Vokabel von den "großen Fußstapfen" verbannt würde, die der Golf-Yeti Bernhard Langer angeblich hinterlassen haben soll. Kaymer hat nicht nur eine andere Schuhgröße. Er hat schon jetzt Leistungen vorzuweisen, die mindestens so bemerkenswert sind wie die frühen Erfolge von Langer. Man denke nur an die 59er Runde vor fast zwei Jahren bei einem Turnier. So etwas ist dem Mann aus Anhausen in seiner wahrlich bemerkenswerten Karriere nie gelungen.

24. Februar 2008

Boxfans wandern ab zu Ultimate Fighting

Auf seine eigene hässliche Weise ist Randy Couture eine Legende. Das liegt nicht an seinem Namen. Der erinnert an weiche Stoffe und feminine Züge und wäre deshalb in seinem Milieu eher ein Grund zum Spott. Es liegt an der Art, wie er andere Männer behandelt. Wie etwa im August, als er nach wenigen Minuten in einem Kampf einen jüngeren Gegner hochhob und als sei er ein kraftstrotzender Kerl aus einem Videospiel einfach zu Boden schleuderte und gleich noch mit einem Kopfstoß die Nase brach. Der Amerikaner, der einst als Ringer im Griechisch-Römischen Stil angefangen hatte, ist zwar bereits 44 Jahre alt. Aber mit seiner Technik und seiner Kraft wirkt er auch heute noch in der Auseinandersetzung mano-a-mano so gut wie unbezwingbar.

Den Eindruck muss auch sein Promoter Dana White gewonnen haben. Sonst hätte er nicht vor kurzem vor einem Gericht in Las Vegas eine Klage gegen seinen besten Mann eingereicht. Couture hatte sich öffentlich darüber beschwert, dass er nicht genug Geld bekommt, wenn er sich für den erfolgreichen Manager und dessen Ultimate Fighting Championship in den Ring begibt. Und wenn es einen Grund gibt, weshalb sich Randy Couture im Training quält, dann ist es dieser: Dollars und zwar im großen Stil. Bei dem Streit geht es aber nicht nur um Millionen, sondern auch um die Wahrheit. Und um das Image von Ultimate Fighting, einem Phänomen, das am dunklen Rand des Sportgeschäfts in den USA einen erstaunlichen Erfolg erlebt.

Ein Teil der Wahrheit lautet: Allein im vergangenen Jahr schalteten bei den UFC-Veranstaltungen, bei denen riesige und bärenstarke Männer in einem achteckigen Drahtkäfig aufeinandertreffen, im Schnitt mehr als 800 000 Amerikaner aus der von der Werbewirtschaft so begehrten Altersgruppe der 18- bis 34-jährigen ihre Fernsehapparate ein, um die blutigen Prügeleien zu verfolgen. Ein Wert, der vergleichbare Zahlen der National Basketball Association aus der regulären Saison übertrifft.

Ein anderer Teil der Wahrheit ist: Die genaue Bezeichnung der Disziplin ist nebulös. Die meisten nennen sie Mixed Martial Arts oder auch kurz MMA, weil in ihr eine eigenartige Mischung von Kampfstilen zusammenkommt: Boxen, Kickboxen, Judo und Ringen. Schläge und Tritte sind genauso erlaubt wie Würgegriffe. Seit seinen kruden Anfangen vor knapp 20 Jahren wurden die Regeln präzisiert (kein Beißen, keine Attacken auf Augen, Fingergelenke und die Genitalien). Und es wurden Gewichtsklassen eingeführt, um Chancengleichheit herzustellen. So ist Couture der amtierende Schwergewichtsweltmeister.

Aber an der Prämisse hat sich nichts geändert. Das Risiko, das einem der Gegner mit seinen fingerlosen leichten Handschuhen die Zähne einschlägt oder einen Arm auskugelt, ist nachwievor groß, und sicher einer der Gründe, weshalb immer mehr Neugierige Eintrittskarten kaufen und vom Boxen abwandern, das seit langem in den USA eine wirtschaftliche Durststrecke erlebt. Wie stark die zehrt, zeigte sich am Samstag beim Kampf von Wladimir Klitschko im Madison Square Garden von New York. Nicht nur war die Arena nicht ausverkauft. Der Ukrainer aus Deutschland hatte mal wieder so geboxt, "ohne dass ihm auch nur ein Haar gekrümmt worden wäre", berichtete Boxkenner Hans-Joachim Leyenberg in der FAZ aus New York unter der Überschrift "Pfiffe und Buhrufe für den Weltmeister". Auch diese Zuschauer wandern demnächst sicher in Richtung Ultimate Fighting ab. Denn dort wird noch richtig zugeschlagen.

Der Erfolg erinnert viele Beobachter an den Boom der Automobilrennserie NASACR. Was jedoch bei solchen Vergleichen gerne verschwiegen wird: Mixed Martial Arts bietet ähnlich wie NASCAR vor allem weiße Protagonisten auf. Die amerikanische Boxwelt hingegen ist das Zuhause von schwarzen Kämpfern - und in den unteren Gewichtsklassen von Latinos.

Es gibt mittlerweile drei Verbände - Ultimate Fighting Championship (UFC), Bodog Fight und die International Fight League. Die bekannteren Kämpfer verfügen über hinreichend Renommee, um ihre eigenen Nahrungsergänzungsmittel oder Bekleidungslinien auf den Markt zu bringen. Aber trotz des wachsenden Publikumszuspruchs hängt der Disziplin noch immer ein schlechter Geruch an. So weigert sich etwa die New York State Athletic Commission die Duelle offiziell zu sanktionieren. Und Boxexperten schauen von ihrem hohen Ross auf den vermeintlich kleinen Bluts-Bruder herab. Weltmeister Floyd Mayweather Jr. prahlte neulich, dass jeder begabte Boxer einen Ultimate Fighter K.O. schlagen würde. “Die können nicht boxen. Deshalb sind sie in der UFC.”

Die Betroffenen nehmen solche Kommentare meistens mit einer erstaunlichen Gelassenheit. “Kurioserweise betrachtet man MMA oft als unkomplizierten Sport”, sagt Greg Jackson, der in Albuquerque eine Gruppe von Kämpfern managt. “Es ist eher so etwas wie dreidimensionales Schach.” Worauf er anspielt, sind die Grundlagen, die austrainerte Ultimate Fighter besitzen müssen. Matt Hughes, ein ehemaliger UFC-Weltergewichts-Champion, beschreibt das Training so: “Man läuft einen Marathon, während man auf einem Stier reitet." Die besten verfügen über enorme Ausdauer, Zähigkeit, Furchtlosigkeit und ein explosive Schlagkraft. Selbst einflussreiche Politiker wie Harry Reid, der Senator aus Nevada, der im Senat in Washington als Fraktionsvorsitzender der Demokraten amtiert und einst als Amateurboxer im Ring stand, entwickeln Sympathien für die Ausübung solch roher Gewalt: “Das ist besser, als ich dachte”, sagte er letzten Sommer, nachdem er in der ausverkauften Arena des Mandalay Bay Casino-Hotels in Las Vegas zusammen mit 11 000 Zuschauern zum ersten Mal einen Kampf verfolgt hatte.

Die UFC-Promoter wollen angesichts der wachsenden Popularität denn auch neue Märkte in Europa erobern. Der Boden dafür scheint bereits mancherorts gut gedüngt. So hat eine aus Japan stammende Variante der Schlag-Show namens “Shidokan” in Deutschland Fuß gefasst. Sie produziert sogar Weltmeister wie Peter Angerer, ein ehemaliger Polizeibeamter aus Baden-Württemberg. Der hatte mit Taekwondo und Karate angefangen und sich anschließend in Japan und den USA getummelt. Inzwischen versteht er sich als Missionar der Disziplin, baut Trainingszentren und fördert Talente. Seinen Titel verlor er im letzten Sommer.

Dass der Vorzeige-Kämpfer Randy Couture allerdings bei dieser Kampagne dabei sein wird, ist mehr als unwahrscheinlich. Nicht weil er und die UFC-Leute zur Zeit zerstritten sind. So etwas gehört zu den rohen Sitten des Milieus und kannn jederzeit gekittet werden. Doch in seinem Alter stoßen selbst die Stärksten irgendwann an die Grenzen der Biologie.

Vor der Oscar-Verleihung: Zwei Mc's im Vergleich

Morgen werden die Oscars verteilt. Die Veranstaltung ist im Grunde ein kaugummiartiger Tanz der Eitelkeiten, bei dem die Auszeichnungen nur deshalb zählen, weil sie die weitere wirtschaftliche Auswertung der hochgelobten Filme ermöglichen. In diesem Jahr steht jedoch ein bisschen mehr an Gewicht hinter den Nominierungen. Kaum wahrzunehmen hinter der Fassade der dröhnigen Kinobilder und dabei doch wert, erwähnt zu werden: Die Schreibleistung und das Temperament der Schriftsteller Ian McEwan (Atonement) und Cormac McCarthy (No Country for Old Men).

Ich habe mir vor ein paar Stunden No Country for Old Men angeschaut und mich gefragt, wie es überhaupt sein kann, dass ein derartiger Film so viel positives Echo auslöst. Ich werde den Verdacht nicht los, dass man in den USA in Ermangelung cineastisch wirklich bemerkenswerter Filmemacher an einer sinnentleerten Gewaltorgie der Brüder Joel und Ethan Coen einfach deshalb Gefallen findet, weil sie in ihrer unerhörten Absurdität - in manchen Momenten wenigstens - Nachdenklichkeit provoziert. Anders als in subtileren amerikanischen Gewaltdramen, wie etwa dem mit einem Oscar ausgezeichneten Film Crash, gelingt es jedoch der Dramaturgie nicht, aus den vielen Blutspuren irgendetwas erzählerisch Verbindliches und Zusammenhängendes herausfiltern. Blutspuren, die die beiden Brüder, die das Drehbuch geschrieben und den Schnitt besorgt haben, wie besoffen immer wieder als visuelles Element benutzen - sahen wir die nicht auch schon in Fargo?

Nach dem deutschen Trailer zu dem Film zu urteilen, ist die Synchronfassung vermutlich nicht mal oberflächlich interessant, sondern tendenziell banal und hohl. Denn sie raubt dem Ganzen auch noch die Zwischentöne, die sich aus den texanischen Akzenten und dem Klang der Sprachmelodie der Haupt- und Nebenfiguren ergeben. Eine Dimension, die zwar der Roman notgedrungen nicht hat, aber in der Kinoversion wenigstens eine gewisse Menschlichkeit der Charaktere herstellt. Erst die unterschiedlichen Stimmen vermitteln die Trostlosigkeit und den Wahnsinn der Geschichte. Nicht die vordergründig komplex konstruierte Jagd nach einem Koffer mit Millionen.

Das einzig Besondere in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass der Schriftsteller Cormac McCarthy vor kurzem sein allererstes Fernsehinterview gegeben hat. Das findet man auf YouTube nur zerlegt in Teilen. Es zeigt einen eher schüchternen Mann, der mit 74 Jahren doch wohl erstmals öffentlich über sein literarisches Erbe räsonnieren möchte. Zumal es bei dem Buch, um das das Interview kreist - der mit einem Pulitzerpreis ausgezeichnete Roman The Road, um einen privateren Stoff geht. Er nimmt Bezug nimmt auf ein Erlebnisse mit seinem eigenen, erst achtjährigen Sohn. Man darf davon ausgehen, dass der Filius seinen Vater überleben und sich später fragen wird, wie sein Erzeuger denn war und wie er dachte und schrieb. Oprah Winfrey, die den Versuch unternimmt, aus dem Autor ein paar kluge Gedanken über das Schreiben und das jahrelange Überleben als total verarmter Schriftsteller herauszuholen, ist allerdings keine besonders produktive Gesprächspartnerin. McCarthy versinkt zeitweilig fast in seinem Sessel, fühlt sich unwohl in seiner Haut und muss sich irgendwann gefragt haben, weshalb er sich nach all den Jahren der Medienabstinenz ausgerechnet auf diese Frau eingelassen hat.

Wer mehr anschauen möchte, sollte sich auf dieser Seite die einzelnen Folgen zusammenklauben.

Man kann auch Ian McEwan im Interview betrachten. Der Brite ist ein routinierter und medienbewusster Mensch, der mit Atonement vermutlich den Höhepunkt seiner Kunst erreicht hat (ab 26:10 Minuten).


Die Geschichte, die der Roman erzählt, hat Regisseur Joe Wright in einen dichten Bilderstrom mit vielen imaginativen Kameraeinstellungen umgewandelt. Der Film ist dadurch zusätzlich zur Überraschung am Ende zu einem wirklichen Kinowerk geworden. Anders als No Country mit seinen hakelnden Schnitten und seinen platitüdenhaften leeren Landschaften, die nur am Anfang als Stimmungsfänger eine Rolle spielen, geht bei Wright immer die Optik vor. Er zeigt dadurch, dass der Stoff selbst - die fatale Phantasie eines jungen Mädchens und ihr lebenslanger Versuch, Abbitte zu leisten - über mediokre visuelle Erklärungsmuster erhaben ist. Die kunstvollen Rücksprünge und Perspektivwechsel wirken stimmig und kommen ohne erklärende Hinweise aus. Die gekonnte Inszenierung der Gesten, Blicke und Berührungen gestattet es Wright, den Dialog in den Hintergrund gleiten zu lassen. Das Reden und der Klang der Stimmen sind hier nur halb so entscheidend. Jeden anderen Film hätte Keira Knightley, die offensichtlich ein begrenztes mimisches Repertoire besitzt und stur nur ein einziges Gesicht aufsetzt, an den Rand zur Müllkippe gebracht. Von solchen Gefahren bleibt diese Inszenierung verschont.

Keine Ahnung, wie die Leute ticken, die über die Vergabe der Oscars entscheiden. Vermutlich wird die Killerfigur, gespielt von dem Spanier Javier Bardem, in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" gewinnen. Denn einen besseren Psychopathen haben wir schon länger nicht mehr gesehen. Aber das sollte es auch schon gewesen sein.

23. Februar 2008

Marathonmänner

Dies ist eine Beschwerde an die besten Golfspieler der Welt. Weshalb lassen sie eigentlich jedes Mal dann Tiger Woods so locker von der Schüppe springen, wenn unsereins ein Golfturnier besucht? Und warum ist meistens auch noch Aaron Baddeley involviert? So war es jedenfalls im letzten Herbst in Chicago bei der BMW Championship, als my man Steve Stricker die Puste ausging und der Australier mit dem ansonsten extrem sicheren Putterhändchen auf der letzten Runde sich selbst bezwang. Und so läuft es auch zur Zeit in Tucson bei der Matchplay Championship. Von dem J . B. Holmes-Match am Mittwoch in der ersten Runde haben wir ja bereits gesprochen. Das Duell gestern gegen Baddeley fällt ebenfalls in die Kategorie. Das Ding hätte Tiger Woods einfach verlieren müssen/sollen. Aber auf dem 20. Grün hat er dann doch den Sack zugemacht. Zur Zeit beharkt er sich mit dem anderen Marathon-Mann dieses Turniers, dem Schweden Henrik Stenson. Der brauchte am Donnerstag 25 Löcher, um sich gegen Trevor Immelman durchzusetzen. Stenson hat sicher die Kapazität, Woods dem Finale herauszupushen, das morgen über 36 Löcher gehen wird. Aber jenseits von können und wollen liegt immer auch noch machen. Wir werden diesen Post später um das Resultat ergänzen (Ergänzung: Woods gewinnt auf dem 18. Grün, nachdem er auf dem 17. mit einem Loch Vorsprung die Vorentscheidung produziert hatte). In der Zwischenzeit: Viel Vergnügen mit diesem amerikanischen Blog-Beitrag, der davon handelt, dass Woods angeblich verklagt worden ist. Vorsicht: Es handelt sich um einen Jux.

P.S.: Bei der Tiger-Brühe von Gatorade muss man sich an den Farben orientieren, wenn man sich geschmacklich nicht vergreifen will. Ich habe inzwischen die dritte Farbe durch. Nur die blassrote Sorte schmeckt wirklich schlecht.

Das Fernsehinterview, das der Sportanchor von Channel 9 am Donnerstag aufgenommen hat, ist inzwischen über den Sender gegangen. Ich habe es nicht gesehen. Da mich noch niemand auf den Auftritt angesprochen hat, muss auch der Rest der 1,2 Millionen Menschen das Ereignis versäumt haben. Wahrscheinlich war das auch besser so. Wie erklärt man den Tusconesen (Tusconauten? Tusconikern?), dass man nicht ihretwegen oder wegen ihres ausufernden urbanen Wüstenteppichs gekommen ist, ohne ihnen auf den Schlips zu treten? Obwohl: Das mexikanische Restaurant La Parilla Sueza an Ina Road ist vielleicht wirklich ein Reise wert. Besonders wegen der Mariachi Band Sol Azteca, die freitags und samstags spielt. Wie geschaffen, um sich an der einen oder anderen Margarita gütlich zu tun. Hier eine Kostprobe von einem anderen Auftritt in derselben Kneipe (YouTube ist und bleibt eine kuriose Wundertüte):

22. Februar 2008

Der Trainer, der nichts zu gewinnen hat, ist der Sieger

Die Leser haben gesprochen. Der beste Sport-Blog-Beitrag des Jahres 2007 ist:
Ein Trainer, der nichts zu gewinnen hat.
Der Text von Oliver Fritsch (Direkter Freistoss) erhielt mit relativ klarem Vorsprung die meisten der 486 abgegebenen Stimmen: nämlich 140. Auf dem zweiten Platz landete
Die Tonstörung namens Godefroot
von dogfood (Kai Pahl), ein Text, den er für seinen Blog allesaussersport geschrieben hatte. Das Resultat: 109 Stimmen.
Dritter wurde der Comic
Hochzeitstag
von dülp (Christian Dülpers) vom Bolzplatz mit 60 Stimmen.
Die drei hatten sich schon früh im Laufe der Woche von den anderen zur Wahl gestellten Beiträgen abgesetzt und holten zusammen mehr als 60 Prozent aller Stimmen.

Das wichtigste an der Aktion: Dass die nominierten Beiträge sicher ein bisschen länger im Bewusstsein der bloglesenden Öffentlichkeit verharren werden. Denn mehr als tausend Besucher - wir könnten sie auch Multiplikatoren nennen - haben sich für die Wahl interessiert. Einen Tag vor der Oscar-Verleihung in Los Angeles hätte man natürlich auch gerne ein paar Figurinen oder Pokale zu vergeben. Aber das steckt noch nicht drin. Vielleicht wird eine Neuauflage dieses Wettbewerbs im kommenden Jahr so etwas auf die Beine stellen können.

Es fügte sich übrigens ganz gut, dass die Sportbloggerei vor einer Woche in Dortmund bei der Sportjournalisten-Konferenz im Institut für Journalistik der TU Dortmund zum ersten Mal von Vertretern der Branche stärker und klarer wahrgenommen wurde. Auch das ein Anfang, der vermutlich zu der Erkenntnis inspirierte, dass sich in diesem Bereich noch sehr viel mehr an Initiative abspielen muss. Es sieht so aus, als ob zumindest im Sportnetzwerk die Bereitschaft da ist, die Online-Dimension im Medienalltag stärker ins Visier zu nehmen.

Dank an alle, die sich beteiligt haben, und Glückwunsch an den Gewinner.

Die unheilige Allianz

Wenn in der NBA eine ganze Mannschaft umgebaut wird, um einem Talent wie LeBron James neue Hilfskräfte zuzuführen, taucht als erstes immer die Frage auf: Wird die Maßnahme wirklich halten, was sich der Team-Manager von ihr verspricht? Aber dies ist vor allem eine Frage der Perspektive. Würde die Mannschaft noch so spielen, wie vor ein paar Monaten, als sie die Finalserie gegen die San Antonio Spurs erreichte, wäre die Aktion nicht so einschneidend ausgefallen. Aber die Cleveland Cavaliers haben irgendwann danach ganz viel Dampf gelassen (ähnlich wie die Chicago Bulls). Da macht es Sinn, sich neu zu orientieren, egal, ob die Umrüstung noch vor den Playoffs den erhofften Aufschwung bringt oder nicht. Denn man muss in Cleveland permanent zumindest einen Menschen davon überzeugen, dass man sich für sein Wohlergehen interessiert: den besagten LeBron James. Denn der könnte andernfalls eines baldigen Tages dem Club und der Stadt den Rücken zu drehen. Sportstars zieht es meistens unweigerlich in die Metropolen.

Die Dimension der inszenierten Sportlerpersönlichkeit LeBron James werden übrigens immer bizarrer. Das jedenfalls wird einem klar, wenn man sich zu dieser Seite durchklickt, wo die überzogenen und nicht immer bibelfesten Anspielungen seitens der Firma Nike analysiert werden. Die Firma hat offensichtlich beschlossen, den Status ihres neuen Aushängeschilds zu einer quasi-religiösen Figur bis zum Exzess zu betreiben. In China scheint man damit auf die Nase zu fallen. Der Blog Moderately Cerebral Bias spricht davon, dass der gezeigte Werbespot sogar verboten wurde.
Blick zurück: Sport in Cleveland

21. Februar 2008

Der Dumminator lernt nur langsam dazu

Martin Kaymer hat gestern in der ersten Runde gegen einen Gegner verloren, der keine Ahnung hatte, welche Rolle die Etiquette beim Lochwettspiel hat und welche taktische Überlegungen eine Rolle spielen. Boo Weekley, der "Dumminator", der vieles nicht weiß, wusste diesmal nicht, dass man Putts schenkt, wenn der Ball nahe genug am Loch liegt. Was Martin Kaymer nicht ahnen konnte: Er verlor dabei gegen einen Gegner, der aus der Distanz von einem Meter schlecht puttet: "Das ist eine meiner Schwächen," sagte der Amerikaner vor ein paar Minuten in seiner Pressekonferenz nach dem Sieg über Sergio Garcia. Einen Tag zu spät für den Deutschen, der am 17. und entscheidenden Loch großzügig und in einer gentlemanhaften, sportlichen Geste seinen Hut vom Kopf gezogen und seinem Gegner zum Sieg gratuliert hatte. Er hätte ihn genauso gut den Ball spielen lassen können. Denn schiebt der Amerikaner den Ball am Loch vorbei, geht das Match auf die 18. Bahn und Kaymer hat dort eine erneute Chance, um doch noch auszugleichen und im Stechen zu gewinnen.

ESPN: Bloggen auf Teufel komm raus

Der "weltweite Anführer im Sport" (Eigenwerbung), besser bekannt unter der Abkürzung ESPN, was mal soviel heißen sollte wie Entertainment and Sports Programming Network, hat jede Menge Webseiten. Mehr jedenfalls als man nach allgemeiner deutscher Auffassung über die Relevanz des Internets in der Kommunikationskultur der Zukunft braucht. Jetzt kam aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums des erfolgreichen Printprodukts ESPN - The Magazine ein weitere Anlaufstelle dazu: die Webseite zum Magazin. Natürlich mit Blogs. Wer sich mal mit der Geschichte des Molochs beschäftigen möchte, der demnächst die Digital-Schläfer in Deutschland und Umgebung wach rütteln wird: Wikipedia weiß mehr.

Wenn der Pendler mit dem Velociped...

Das Leben geht weiter - auch ohne Lance Armstrong. Aber immer mal wieder taucht sein Name auf. Zum Beispiel bei der Konferenz von Sportnetzwerk und dem Institut für Journalistik der TU Dortmund, wo David Walsh erzählte, wie schwierig es ist, einem Mann etwas nachzuweisen, der zu den besten Vertuschern der Welt gehört. Die Nachricht heute ist harmloser. Armstrong will im Mai in Austin/Texas einen Fahrradladen aufmachen, weil er eine Marktlücke im Zentrum seiner Heimatstadt gesehen hat: die Pendler auf dem Velociped, die verschwitzt und verdreckt im Büro ankommen. Die dürfen dann bei ihm - Mellow Johnny's - absteigen und duschen. Dopen dürfen sie wohl nicht (via Deadspin). Kuriose Duplizität: Wer auf der Seite von Macrochip landet, wo die Geschichte steht, bekommt auch noch eine Banneranzeige mit Sheryl Crow serviert (oder steckt da eine Absicht dahinter, damit die Ex-Verlobte ihre neue CD bei der richtigen Zielgruppe los wird?)

20. Februar 2008

Tucson erster Tag: Eigene Gesetze

Das Gesicht von Tiger Woods sah schon länger nicht mehr so gequält aus wie in dem Moment, als er sich hinstellte auf dem 14. Grün und einen sieben Meter langen Putt auf den Weg schickte. Der Ball landete zum Birdie im Loch. Woods grimmassierte etwas entspannter, denn er lag danach nur noch mit 2 Down zurück und besaß mit vier restlichen Löchern auf der Uhr noch eine gewisse Chance. An der 15 schabte er den Rückstand weiter ab. Und lag drei Bahnen vor dem Ziel nur noch mit einem Loch zurück. Auf dem 16. Grün rollte der Ball erneut über eine lange Distanz zum Birdie und kullerte in die Plastiktasse. Ausgleich. Die 17 und 18 wurden somit zu einem Nerven-Match mit Playoff-Gefühl. Was macht Tiger? Er verwandelt zum Eagle und gewinnt die 17. Seine Körpersprache sagt alles. Er brüllt. Er macht die Faust. Er geht wie mit gestärkter Bügelfalte in der Hose vom Grün und zum letzten Abschlag. Die 18 geht remis aus, und das reicht.

Was soll man sagen? Lochwettspiel ist so wie der Pokal im Fußball - eine Angelegenheit mit ganz eigenen Gesetzen. Patzen sollte man möglichst nicht. Aber auch das ist kein Garant. Man denke an Martin Kaymer, der heute bei seinem Turnier-Debüt in den USA keinen einzigen Bogey spielte und trotzdem verlor. Gegen einen Amerikaner, der schlechter Englisch spricht als er. Aber mit Reden gewinnt man keinen Blumentopf (oder was auch immer das Ding ist, das der Sieger am Sonntag im Gallery Golf Club außerhalb von Tucson mit nach Hause nimmt).

Ein Turnier ohne Tiger Woods ist schon schlimm. Aber eines ohne Martin Kaymer ist fast noch schlimmer. Wir haben uns nach seiner Runde ausführlich unterhalten. Bis das Gespräch und seine (und meine) Gedanken in ein journalistisches Gefäß fließen - in der Zeitschrift Capital - wird noch etwas Zeit vergehen.

P.S. Der neue Energiedrink von Gatorade schmeckt, als ob man irgendwelche Insekten mit hinein gekocht hat.
Blick zurück: Der Morgen in Tucson
Blick zurück: Letztes Jahr bei den anderen - eine Replik auf eine unakzeptable Berichterstattung

Der Magier ist da

Den Kidd-Trade und den Dallas Mavericks werden die meisten wohl mittlerweile im Blickwinkel der Frage abgehandelt haben: Macht der Neue Nowitzki und Co. besser? Die Antwort darauf haben wir schon vor mehreren Tagen versucht, als sich die Transaktion abzeichnete. Der Artikel in der morgigen Printausgabe der FAZ dröselt das Thema aus einer Perspektive auf, die vor allem den Nichtfachleuten und den Leuten mit einem Elephantengedächtnis etwas bietet: Wir erinnern an das katastrophale Versagen von Mark Cuban, einen der besten Playmaker der NBA zu halten. Was die Hälfte des Geldes gekostet hätte, das er jetzt Jason Kidd und über die Luxury Tax an die anderen Clubs bezahlt. Der Artikel ist nicht online gestellt (Nachtrag einen Tag später: Es gibt ihn jetzt bei faz.net). Hier der Einstieg in den Text:
"Als Mark Cuban vor vier Jahren einen der besten Spielmacher der National Basketball Association ziehen ließ, setzte er sich an den Computer und schrieb einen langen Sermon von mehr als 4000 Worten für sein Internet-Tagebuch “Blogmaverick”. Die ellenlange Rechtfertigung dafür, weshalb er Steve Nash nicht einen Vertrag mit einer angemessenen Gage angeboten hatte, vernebelte die eigentlichen Gründe für seine Entscheidung: Der Eigentümer der Dallas Mavericks hielt den damals 30-jährigen Kanadier einfach für zu alt, um ihm eine Entlohnung zu garantieren, wie er er sie Nashs bestem Freund Dirk Nowitzki ohne weiteres zahlen wollte.

Für seinen damaligen Geiz zahlt Cuban noch heute. Nicht nur weil Nash bei den Phoenix Suns zweimal in Folge zum wertvollsten Spieler der NBA avancierte und er im entscheidenden Moment in Dallas fehlte, um dem Team im Frühjahr 2006 zu einer Meisterschaft zu verhelfen. Seit Dienstag dieser Woche kippt der selbstbewusste Basketballunternehmer das Geld förmlich mit beiden Händen aus, um das Leistungsloch zu stopfen, das damals entstand. Der Empfänger: Jason Kidd, der seine Profikarriere 1994 in Dallas begonnen hatte. Sein Alter: Er wird in einem Monat 35. Seine Entlohnung: 19,4 Millionen Dollar pro Saison und damit der viertteuerste Profi in der NBA...."

Und weil's so schön war: Hier noch mal die Szene mit Avery Johnson und Jason Kidd in jener Zeit, als der Spielmacher zum ersten Mal in Dallas spielte:

Auf Kaymers Spuren: Staub und Stichstraßen

Auf den Spuren von Martin Kaymer muss man dieser Tage ziemlich lange Strecken absolvieren. Und zum Beispiel nach Tucson fliegen, wo seit heute morgen Ortszeit die Match Play Championship mit den besten 64 in der Welt stattfindet. Man braucht fünf Stunden mit dem Flieger von New York nach Arizona. Und eine Stunde, um vom Hotel zu einem anderen Hotel zu fahren, wo der Bus wartet, der einen am Media Center des Golf-Clubs abliefert. Das tägliche Brot des Medienarbeiters, der nicht klagen sollte. Die Arbeitsbedingungen sind durchweg angenehm und hilfreich. WLAN!!!!.

Gestern kam ich spät im Hotel an, verwirrt genug im Kopf nach langen Unterhaltungen mit einer norwegischen Malerin, die eher aussah wie eine Hausfrau, die jeden Tag im Wald Beeren sammelt, und einer Elfenbeinküsten-Mutter aus Paris, die nur Französisch spach. Da muss man dann tief in den Keller und die angestaubten Sprachkenntnisse herauszerren. Sagen wir mal so: Es ging.

Weil Martin Kaymer heute morgen um kurz vor 8 Uhr Ortszeit abgeschlagen hat, hieß es um halb sechs aufstehen und die Internet-Probleme im Hotel mit der guten alten Dial-Up-Methode umschiffen. Dafür muss man Earthlink dankbar sein, dass sie einen noch immer nach Großmutterart ins Netz lassen. Und für kein Geld extra, wenn man denn nicht zuviele Stunden surft. Ich würde gerne mit dem Kaymer/Boo Weekley-Flight über den ganzen Platz marschieren. Aber die Anlage ist riesig und extrem auseinandergezogen. Dieser Platz wurde gebaut, damit man entlang der Bahnen möglichst Villen pflanzen kann. Und dieses Turnier wurde hierher geholt, damit die Immobilienhaie, denen dieses Areal aus Wüstenstaub und Stichstraßen gehört, die Parzellen vermarkten können. Hier geht man als Golfer normalerweise nicht zu Fuß, sondern man sitzt in einem Elektrowagen und überwindet so die Kilometer. Den Profis stehen an entscheidenden Stellen solche Hilfen zur Verfügung. Unsereins natürlich nicht.

Wir haben ein nettes Zelt mit einer Wand, auf der nach jedem Loch von jeder Paarung die Resultate aktuell gesteckt werden. Eine Handarbeit wie vor vielen Jahrzehnten, als es noch kein Internet gab, das den Computer mit den aktuellen Zwischenständen anzapft. Kaymer hat soeben am 8. Loch ausgeglichen und wird wohl seine Runde abschließen, ehe die Übertragung des Golf Channel beginnt. Ich werde die letzten Löcher mitmarschieren und hinterher ein paar Fragen stellen.

18. Februar 2008

Heiratsanträge beim NBA-Spiel


Zu den merkwürdigsten Ritualen der amerikanischen Beziehungskultur gehört der Heiratsantrag. Dabei zieht der männliche Antragsteller einen teuren Ring aus der Tasche und kniet vor der Auserwählten nieder und zeigt auf diese Weise, dass er es ernst meint. Zu den Risiken gehört es, dass der Angebetenen die Idee nicht gefällt (Heiraten in den USA bedeutet gewöhnlich eine teure Party, die das Brautpaar von Anfang an mit 20.000 bis 30.000 Dollar in die Schulden treibt).

Die verschärfte Version ist der Heiratsantrag vor Publikum, mit dem, weil die Frau nicht damit rechnet, im Zweifelsfall eine ziemlich peinliche Show verbunden ist. NBA-Teams scheinen diese Einlagen geradezu zu lieben. Besonders am Valentinstag. Aber immer mehr Leute haben den Verdacht, dass solche Peinlichkeiten, bei denen die Frau dankend ablehnt und wegrennt, von den Clubs bewusst inszeniert werden. Der Unterhaltungswert ist einfach höher (via sportsbybrooks)

Über das Zersägen von Nationalhymnen

Wenn man nur alle paar Jahre an Veranstaltungen teilnimmt und zusammen mit Journalisten aus der Themenecke Sport auf einem Podium sitzt, reist man jedes Mal ohne eine handfeste Erwartung an. Man ist von berufswegen offen und neugierig und darauf gespannt, was die anderen zu sagen haben. Heißen sie Kicker oder Sport-Bild oder ZDF. Den eigenen Stoff und das eigene Anliegen kennt man schließlich zur Genüge.

Deshalb bin ich am Freitag auch mit hochgestellten Antennen zu der zweitägigen Konferenz des Sportnetzwerks und dem Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund ins Ruhrgebiet gefahren. Gekommen waren etwa 160 Studenten, Wissenschaftler und Journalisten von rund 70 Medien, die sich in zahlreichen Workshops mit dem Thema Qualitätssicherung befassen wollten. Es wurde eine ganz besondere, hochkarätige Veranstaltung, von der ich sicher mehr mitgenommen habe, als ich da lassen konnte.

Weil es die Planung so wollte, war mein Beitrag der letzte. Mit so etwas schiebt einen der Regisseur der Veranstaltung in eine eigenartige Rolle. Gewiss: Es handelt sich um ein harmloses Dilemma. Aber eines, dem man nicht entkommt. Es lautet: Wie kann man nach so vielen Stunden mit so vielen guten Vorträgen, Fragerunden und Diskussionen Leuten im Saal, die insgeheim über das Nachhausefahren nachdenken, noch etwas Gescheites mit auf den Weg geben?

Jimi Hendrix hat damals in Woodstock zum Schluss die amerikanische Nationalhymne zersägt. Aber dafür hatte am Samstag in Dortmund bereits - im übertragenen Sinne - Kai Pahl von allesaussersport gesorgt, als er im Rahmen des letzten Panels der Blogger und Online-Spezialisten eine fulminante Präsentation ablieferte. Darin hatte er - stellvertretend - den Internet-Auftritt eines der sogenannten Leitmedien im deutschen Journalismus mit den Innovatoren in England und den USA abgeglichen. Zersägt ist gar kein Ausdruck. Er warf der Süddeutschen Zeitung im Rahmen der anschließenden Diskussion vor, sie hätten nicht nur inhaltlich nichts auf der Uhr. Ihnen fehlten auch noch juristisch "die Eier", sich gegen unsinnige Einschränkungen der neuen Kommunikationskultur zu wehren.

Nach einer solch klaren und im Grunde unwidersprechbaren Bestandsaufnahme steht man hinter dem Pult und weiß: Das dicke Manuskript mit den vielen ausformulierten Gedanken lässt du jetzt einfach mal beiseite. Du willst ja nicht wegführen von der Klarheit, die im Raum steht. Du willst aber auch nicht wiederholen, was bereits gesagt wurde. Obwohl spürbar ist, dass die meisten anwesenden Journalisten die Online-Dimension noch immer nicht als neue kreative Spielwiese betrachten, sondern im besten Fall als drittrangiges Nebenresultat ihrer Arbeit für die gedruckte Ausgabe.

Nicht dass ich gewusst habe, was später durch den ausführlichen Diskussionsbeitrag eines Redakteurs einer Regionalzeitung deutlich wurde, wie verbreitet sie sein muss, die totale Verständnislosigkeit gegenüber den neuen Entwicklungen und Chancen. Aber geahnt habe ich es schon. Man braucht sich dazu nur die Seiten der Zeitungen und Portale in Deutschland anzuschauen. Da keimt kein Weiterdenken. Da keimt nur strukturelles Verhalten, das versucht, das Alte zu bewahren und umzutopfen. Wenn man böswillig ist, würde man sagen: Am Ende interessiert sich keiner aus dieser Denkrichtung für die Leser von morgen, allenfalls für die von heute. Und dass die bereits mächtig auf die Rente zusteuern, nimmt man hin.

Was soll man also ansprechen? Ich habe aus dem Stegreif ein Plädoyer für eine stärkere Umorientierung auf das eigene individuelle Interesse an der Kommunikation probiert. Ich habe dabei im Prinzip nicht mehr versucht, als die Aufbruchstimmung zu thematisieren, die ich persönlich empfinde und bei so vielen Blogs bestätigt sehe, und an einem Beispiel aus der jüngeren deutschen Mediengeschichte - dem Erfolg der Stadtmagazine - die Sache mit dem Aufbruch und der Innovation und der Chance veranschaulicht. Man hofft dann immer, dass man nicht gleich unter Nostalgieverdacht gerät. Nur weil man in die Grabbelkiste solcher Erfahrungen greift. Mich hat es schließlich auch immer genervt, wenn Leute einem ihre alten Kamellen auftischen wollten.

Ich weiß deshalb auch zwei Tage später noch nicht, ob das ein sinnvoller Beitrag war, um wenigstens den unruhigen Teil der Kollegenschar zu bestärken, sich langsam, aber sicher auf die neue Realität im Mediengeschäft zuzubewegen. Aber ich weiß auch nicht, was ich sonst hätte sagen sollen. Das Manuskript jedenfalls geht in die Tonne.
Blick zurück: Die Ankündigung der Dortmund-Konferenz

14. Februar 2008

Wählt den besten Sport-Blog-Beitrag des Jahres 2007

Dies ist ein Experiment. Aber, eins, für das die Zeit schon länger reif war. Denn die kleine Welt der deutschen Sport-Blogs, die nach der Gründungsbegeisterung rund um die Fußball-Weltmeisterschaft etwas müde zu werden drohte, hat im letzten Jahr effektiv zugelegt. Und damit ist nicht Quantität gemeint, sondern Qualität.

Wie kann man das dokumentieren? Am besten so: In dem man ganz unterschiedliche Highlights aus dem riesigen Topf von tausenden von Beiträgen fischt, herausputzt und noch einmal serviert. Damit aber die Sache wirklich interessant wird, entstand vor ein paar Tagen spontan diese Idee: Blog-Leser stimmen darüber ab, welchen Beitrag der deutschen Sport-Blogosphäre aus dem Jahr 2007 sie am besten/einfallsreichsten/stärksten finden. Jeder kann mitmachen. Je mehr desto besser. Der Zählapparat oben rechts im Layout läuft eine Woche (jeder kann nur einmal klicken, also bitte erst die Geschichten genau lesen). Dann wird abgerechnet.

Gut möglich, dass bei dieser Vorauswahl (getroffen mit Hilfe von ein paar kundigen Kollegen) ein paar gute und einfallsreiche Sachen unter den Tisch gefallen sind. So etwas passiert selbst den Leuten in Hollywood, die das mit den Oscars seit mehr als 70 Jahren machen und es noch jedes Jahr schaffen, gute Filme zu übersehen. Hier, in diesem Theater, gibt es zumindest eine Auffangstation: Wer seine Favoriten vermisst, sollte sich aktiv einschalten und sie in den Kommentarspalte nennen und verlinken.

Und noch ein Hinweis: American Arena versteht sich als neutraler Ausrichter dieser Abstimmung, die normalerweise von Instituten für publizistische Bildungsarbeit oder ähnlichen Einrichtungen auf die Beine gestellt werden. Da wir nicht warten wollten, bis die aufwachen und sich mit Sport-Blogs beschäftigen, probieren wir es erst einmal auf diesem Weg. Wenn eine unabhängige Stelle demnächst die Veranstaltung übernehmen möchte: nichts dagegen.

1.
dogfood belegt mit Hilfe seiner Leser am Beispiel der spektakulären Beichte des Ex-Radprofis Bert Dietz beim Fernseh-"Beckmann" den defensiven Umgang des NDR mit seiner eigenen Doping-Aufklärung.

Die ARD-Tonstörung namens Godefroot
(Blog: allesaussersport)

"Gestern gab es den wellenschlagenden Auftritt des Ex-Profiradsportlers Bert Dietz der bei Reinhold Beckmann über seine Zeit beim Team Telekom sprach. Dabei redete er ziemlich offen darüber dass er selber gedopt war und Team-Telekom-Ärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid seit Mitte der Neunziger Jahre recht systematisch EPO verabreicht hätten. Inzwischen hat auch der Sportchef von Team Gerolsteiner und bis 1999 Telekom-Fahrer Christian Henn gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger die Mitwirkung der Teamärzte am Doping bestätigt. Um die Sendung wurde im Vorfeld nicht sehr viel Wind gemacht um möglicherweise juristischen Tingeltangel wie im Vorfeld der Jan-Ullrich-Sendung zu vermeiden. Rein zufällig gab es dann gestern bei Ausstrahlung der Sendung eine Tonstörung in Form eines hohen Pfeiftons. Und rein zufällig steht die gestrige Sendung auch nicht als Video on Demand zur Verfügung...

Weiterlesen

2.
Seitdem Dülp geheiratet hat, läuft vieles in seinem Leben als Fußball-Fan ganz anders als früher.

Hochzeitstag
(Blog: Bolzplatz)

Comic (Link)


3.
Oliver Fritsch sieht bereits im Oktober 2007 voraus, was wenig später eintrifft: Wie Bayern Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld zum Auslaufmodell degradiert werden wird.

Ein Trainer, der nichts zu gewinnen hat
(Blog: Direkter Freistoss)

"Ottmar Hitzfeld wird in dieser Saison vermutlich einen oder mehrere Titel erringen; zu gewinnen hat er nicht viel. Der Anteil des Trainers an dem derzeitigen Erblühen der Bayern wird von der Fachwelt gering geschätzt, sein Name taucht in Zeitungen als Randnotiz ab, in Fernsehsendungen sind meist andere gefragt. Die Stuttgarter Zeitung Hitzfeld degradiert sogar zum "Übungsleiter"– als würde er nicht mehr tun, als Hütchen aufstellen; als gehörte zum modernen Profil eines Trainers nicht Menschenführung; als müsste dem bayerischen Millionensturm nicht eine taktisch geschulte Abwehr in den Rücken gestellt werden. Alle Hurra-Rufe gelten Luca Toni, Miroslav Klose oder Franck Ribéry. Der natürlich eine Belebung für die Bundesliga ist. Aber, nebenbei gefragt: Muss man, wie einige Kollegen von Premiere oder Steffen Simon von der ARD, wirklich jeden seiner Pässe und selbst Kullerbälle preisen wie eine Erscheinung, eine Erlösung? Liebe Bayern-Fans, ist Euch das ständige "Weltklasse!" nicht wenigstens ein Stück weit peinlich? Falls nein, es ließe tief blicken..."

Weiterlesen


4.
Herr Wieland weiß: Im Ruhrgebiet prallen Fußball und die Leidenschaft der Anhänger von Bundesliga-Clubs schon mal ganz unvermittelt aufeinander.

Das Problem der Straßenbahnderbys...

(Blog: Drei Ecken, ein Elfer)

"Das Problem an Straßenbahnderbys... ist die Straßenbahn. Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bedeutet für Fußballfans normalerweise eine Anreise mit dem Zug. Gegnerische Fans werden dann im Gelsenkirchener Hauptbahnhof zu einem anderen Ausgang geleitet und mit gesonderten Bussen zum Stadion gebracht. Das klappt meistens tadellos.

Bochumern reicht der Dienst der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (BOGESTRA). Mit der Linie 302 geht’s direkt auf Schalke. Dies ist allerdings genau die Linie, die auch von Schalke-Fans für den Weg vom Gelsenkirchener Hauptbahnhof zum Stadion genutzt werden muss..."

Weiterlesen


5.
Als Fan muss man auch den schlechten Zeiten ein wenig Humor abgewinnen können.

Idolwechsel
(Blog: Fan-Faktor)

"Ruhm und Zuneigung der Massen sind in diesen Tagen eher kurzlebig..." - Foto-Beitrag (Link)


6.
Die Champions League hätte soviel Potenzial. Aber statt dessen reduziert sie es, hat fred ermittelt.

CL Reloaded
(Blog: Fooligan)

"Als ich vor einiger Zeit bemerkte, die (auch marketingorientierten) Überlegungen Anfang der 90er hätten es nötig gemacht,

'einige Wettbewerbsänderungen durchzusetzen, wie beispielsweise die Gruppenspielphase: Damit ließ sich das Risiko, dass ökonomisch wertvolle Clubs, deren Spiele große Zuschauermassen vor den Fernseher lockten, frühzeitig aus dem Wettbewerb ausschieden, minimieren.'

hab ich das höchstens mit dem Fernrohr überprüft. Zitate genug gabs, dass die CL zur Melkkuh großer Fußballclubs taugte: die Faktenlage war mir nicht bis in letzte Konsequenz bewußt. Jetzt schon.

Es gibt zwei Möglichkeiten, ein frühes Ausscheiden fantechnisch relevanter (und deswegen auch finanziell potenterer) Clubs zu verhindern, und beides ließ sich mit Einführung der Gruppenphase locker bewerkstelligen:
Möglichkeit eins: Vermehrung der Spiele, bevor überhaupt jemand ausscheidet. Wenn man momentan drin is in der CL, hat man garantierte 6 Spiele, davon garantierte drei Heimspiele, was garantiert jedesmal dreimal so viel is wie früher..."

Weiterlesen


7.
nolookpass berichtet über seine Redaktionserfahrung als Praktikant bei einer Boulevard-Zeitung und gibt seinem unsensiblen Vorgesetzten in dessen Urteil über den Fußballprofi Sebastian Deisler nur ungern Recht.

Wie ich einmal Mitleid mit Sebastian Deisler bekam
(Blog: Nachspiel)

"Ich habe mal ein Praktikum in der Sportredaktion eines Berliner Boulevardblatts gemacht. Und wie das so ist mit Praktikanten, machen die erstmal Fleißarbeit. Meine erste Aufgabe, überbracht von einem grummeligen Redakteur, der offenbar froh war, die lästige Arbeit losgeworden zu sein:

'Hier ein Janzkörper-Bild von Basti. Such ma die janzen Fahletzungen ausm Aaachif und machn schwuppigen Einstieg. Aber dalli, dit muss morgen noch mit!'

Sebastian Deisler spielte damals bei Hertha BSC, ein großes Gladbacher Talent sollte bei der Alten Dame zu einem Weltstar reifen. Doch außer einem phänomenalen Freistoß gegen Hansa Rostock hatte man noch nicht viel von Deisler gesehen, gerade war er wieder verletzt. Dieter Hoeneß und sein launiger Verein sollten ihre Illusionen schnell verlieren: Wenn Deisler nicht an irgendwas laborierte, spielte er so gut, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis der Wursthändler von der Isar zuschnappen würde..."

Weiterlesen

8.
Kurtspaeter betrachtet die eigenartige Wechselbeziehung zwischen einem Fußballverein, der hoch hinaus möchte und einer Ortszeitung, die diese Ambitionen mit einem anderen Maß misst.

Provinz voll Leben (oder eine Provinzposse)
(Blog: Pfostenschuss)

"Selbsternannte Provinz voll Leben ist die Stadt Siegen.

Unistadt, Heimatstadt. Zum ansässigen Verein Sportfreunde Siegen hatte ich schon immer ein zurückhaltendes Verhältnis. Über Niederlagen konnte ich mich in den 80ern köstlich amüsieren, der Versuch, zu einer überregionalen Größe zu werden endete dilettantisch in einem Abstiegsspiel aus der damaligen Verbandsliga im Geisweider Hofbachstadion.
Später übernahm Ingo Peter den Trainerposten und die Sportfreunde wurden sportlich salonfähig. Dessen Abgang, eine Mischung aus Entlassung, Re-Inthronisierung und erneutem Abgang war dann wieder typisch Sportfreunde. Semi-Professionelles Komödienkino.

Das Provinznest Siegen stieg vor drei Jahren unter dem Trainer Ralf Loose und mit Top-Torjäger Patrick Helmes völlig überraschend in die zweite Fußball-Bundesliga auf.
Loose ging in die Schweiz, Helmes nach Köln, Jan Kocian übernahm und im Laufe der Saison machte der Verein zweifelhafte überregionale Schlagzeilen, weil man die Verpflichtung Werner Lorants als fix meldete, während dieser lieber in der Türkei blieb.

Am Ende stieg man relativ sang- und klanglos wieder ab..."

Weiterlesen


9.
Trainer Baade nutzt eine erneute Gelegenheit, sich mit seinem Serienhelden Franz Beckenbauer zu beschäftigen, dem er ein Etikett angeheftet hat, das kleben bleiben wird.


Wenn der Dummschwätzer mal nicht Erster ist (XVII)
(Blog: Trainer Baade)

"Es gibt da diesen Newsletter. Eigentlich mache ich nicht gerne Werbung für solche Produkte und erst recht schreibe ich nicht gerne einfach etwas ab. Da ich das mit dem Kaiser aber ohnehin schon wusste, könnte ich das jetzt auch als „selbst recherchiert“ verkaufen, was ja im Endeffekt dann ohnehin wieder nur abgeschrieben wäre, nämlich von der eigenhändig gefundenen Quelle. Also schreibe ich einfach ab und gebe es zu, auch wenn ich es sonst, wie gesagt, äußerst ungerne mache, wie man auch an der äußerst geringen Zahl an externen Links in diesem Blog erkennt.

Besagter Newsletter liefert dem geneigten Abiturienten Abonnenten jedenfalls freitäglich einen kleinen Appetithappen aus dem Buch „Fast alles über Fußball“ von der Fußballberichterstattungskoryphäe Christoph Biermann, der mir alleine schon deshalb sympathisch ist, weil er a) Fan des VfL Bochum ist und b) sich heute noch darüber ärgert, bei einem Auswärtsspiel in Gladbach zu früh das Stadion verlassen zu haben und deshalb den Ausgleich verpasste. Letztens ereilte mich aber auch bei ihm das tödliche Schicksal, dass ich sein Gesicht sah..."

Weiterlesen


1o.
Rob Alef zeigt, wie man Fußball und das bisschen Rest der achtziger Jahre auf 30 Höhepunkte reduziert.

30 mal wertvoller Sekundenschlaf

(Blog: Volk ohne Raumdeckung)

1. Mal wieder die alten Falco-Platten rausgekramt. War schon eine verwegene Zeit damals.
2. Die Leute fingen an darüber zu reden, wie wild und gefährlich sie lebten.
3. Wer sonst nichts wußte, schrieb sicherheitshalber eine Liste.
4. Focus macht das heute noch so.
5. Damals war Helmut Markwort beim Gong.
6. Aber auch die meisten anderen Publikationen waren wild und gefährlich.
7. Bayern wurde sechsmal Deutscher Meister.
8. Angela Merkel ließ sich scheiden.
9. Thomas Häßler wurde Fußballer des Jahres.
10. Was die DDR damals wirklich gebraucht hätte: Eine bewaffnete Befreiungsbewegung aus den Reihen der FDJ...."

Weiterlesen


11.
Anmerkungen von Marc zum System Doping und dem Tanz und Getue der Beteiligten.

Scheinheiligkeiten, Blindheit und Systemzwänge » Dopingarrangements im Spitzensport I
(Blog: Wissenswerkstatt)

"Doping hat System. Wer sich in diesen Tagen beim Lesen der Berichte über die Dopingbeichten geläuterter Ex-Radprofis darüber wundert, daß einige der alljährlich gefeierten Radhelden offenbar zu unterstützenden Mitteln gegriffen haben, hat leider immer noch nichts verstanden. Die manipulative, leistungssteigernde Medikamenteneinnahme ist wesentlicher Bestandteil aller (Ausdauer-)Sportarten. Es muß klar sein: wenn sich die Nation über den positiven Medaillenspiegel bei Olympischen Spielen freut, dann ist die Erfolgsbilanz immer auch der effizienten Arbeit der medizinischen Abteilungen zu danken. Der Spitzensport hat sich längst mit Doping arrangiert..."

Weiterlesen

13. Februar 2008

Tiger als Jesus beim Abendmahl

Leonardo da Vincis berühmtes Abendmahl-Bild als Vorlage einer Illustration zu nehmen, ist ein ziemlich alter Hut. Aber das hat offensichtlich die Redaktion der Zeitschrift Sports Illustrated nicht davon abgehalten, es auch mal zu überlegen. Diesmal wollte man Golfer auf diese Weise präsentieren. Mit Tiger Woods als Jesus (doppelt schlecht, weil kein Christ und sicher prinzipiell mit einer baldigen Kreuzigung nicht einverstanden). Und mit Fuzzy Zoeller als Judas (auch das verrückt, denn der hatte ihn damals mit seinem Kommentar zum Masters nicht verraten, sondern allenfalls eines schlechten Witz auf Kosten von Woods gerissen und wurde dafür öffentlich derart abgestraft, dass er lange keine namhaften Sponsoren mehr fand.). Die Idee bestand daraus, Doppelgänger der Golfer zu finden und in Da Vincis Stil in einer Gruppe zu fotografieren. Bis alles herauskam und zurückgepfiffen und bestritten wurde. Die bizarre Geschichte findet man hier.

11. Februar 2008

Nichts für angegriffene Herzen, wenn Deutschland spielt

Es klingt plausibel und alarmierend zugleich: Wissenschaftler, die sich das Datenmaterial aus den vier Wochen der Fußball-WM 2006 angeschaut haben, haben einen Zusammenhang zwischen den Spielen und der Anzahl der Herzinfarkte festgestellt. Die Untersuchung wurde inzwischen vom New England Journal of Medicine publiziert und erhielt damit das Siegel akademischer Akzeptanz. Die Erhebung fand heraus, dass immer dann, wenn die deutsche Mannschaft im Einsatz war, die Notärzte im Schnitt zu dreimal so vielen Männern gerufen wurden wie sonst und zu zweimal so vielen Frauen.

Das Auf und ab der Zahlen während des Turniers spiegelt sogar die Anforderungen wieder, denen sich Klinsmanns wackere Jungs ausgesetzt sahen. Am Abend des Polen-Spiels war weit mehr los als gegen Equador, als das Team auf dem Papier bereits eine Runde weiter war. Der Argentinien-Tag war Stress pur für die Zuschauer mit kardiologischen Befunden. Das Spiel gegen Italien brachte erneut einen Anstieg der Notfälle.

Die Autoren der Studie glauben nicht, dass es für die medizinische Seite von Bedeutung war, wie gut oder schlecht die deutsche Mannschaft spielte, sondern einfach nur wie spannend die Begegnungen waren. Spekulativ und voreilig sind aber die Rückschlüsse von Dr. Gerhard Steinbeck von der Ludwig-Maximilian-Universität in München, der an der Auswertung beteiligt war: "Ich kenne den Super Bowl ein wenig", sagte er der Agentur Associated Press. "Es ist nachvollziehbar, dass dann etwas ähnliches passiert." Er kennt ihn wohl zu wenig. Und die lockeren amerikanischen wohl noch weniger. Wenn deren Pumpe am Super-Bowl-Sonntags ausfällt, dann wegen zu viel Alkohol oder fettiger Ernährung. Kaum eine Mannschaft hat Fans, die bei diesem Spiel vor Spannung ganz vorne auf der Stuhlkante hin- und herschrubbern. Die vielen Unterbrechungen und Pausen machen selbst ein spannendes Football-Spiel wie zuletzt in Phoenix noch zu einer zerebralen Veranstaltung.

Das ist übrigens einer der Gründe, weshalb die Fußball-WM die populärere Sportveranstaltung ist. Da schlagen die Herzen einfach höher...

10. Februar 2008

Schnitt mit dem Schlittschuh


Man braucht starke Nerven, wenn man die Szene sehen möchte, bei der am Sonntag dem Eishockeyprofi Richard Zednik von den Florida Panthers vom Schlittschuh eines Mannschaftskameraden die Halsschlagader aufgeschlitzt wurde. Der Sportunfall passierte beim Spiel in Buffalo. Der 32jährige Slowake wurde ins Krankenhaus gebracht und operiert. Nach Angaben der Ärzte geht es ihm trotz des Blutverlusts einigermaßen. Die Amerikaner nennen das "stable condition" (via Two Minutes For Blogging).

9. Februar 2008

Mehr über Shaq

Hier war in den letzten Tagen etwas wenig über Shaquille O'Neal die Rede, weil in der Sonntagausgabe der FAZ etwas mehr über ihn die Rede sein wird. Irgendwie gleicht sich das aus.

Nachtrag am Montag: Der Text wurde heute online gestellt. Wer mag, klickt hier.

8. Februar 2008

Nervös in Buffalo

In Buffalo ist man vor ein paar Tagen ziemlich nervös geworden. Die NFL will Spiele in Kanada ausrichten, um die Liga dort stärker ins öffentliche Gedächtnis zu hämmern (und die Einnahmen über Fernsehgelder und Fanartikel anzukurbeln). Weil die Bills ausgesucht wurden, in Toronto zu spielen - nur ein paar Stunden mit dem Auto von Buffalo entfernt - und weil der Eigentümer der Bills schon ziemlich alt ist befürchten nun eine Menge Leute, dass der Club abwandern könnte. Es gibt viele Gründe, weshalb es nicht dazu kommen kann. Unter anderem den, dass man sich in die unmittelbare Konkurrenz zum Canadian Football begibt. Die CFL hatte mal kurzfrsitig ihre Tentakeln in die USA ausgestreckt und einen Club in Sacramento aufgemacht. Das Experiment wurde jedoch wieder eingestellt. Auf der anderen Seite gibt es in Toronto und in Hamilton (auf der halben Strecke zwischen Buffalo und Toronto) zwei CFL-Teams. Und die spielen Minimum bis in den November.

Immerhin: Jetzt hat ein Politiker vorgeschlagen, die Sachein Buffalo anders zu regeln. Durch eine Konstruktion wie in Green Bay, wo ganz normale Bürger Anteile halten und nicht ein einzelner Milliardär den Club besitzt. Das entspricht allerdings nicht den Intentionen der NFL, die schon häufiger bei Eingriffen in die Besitzverhältnisse auf die Nase gefallen ist. So hatte man vor ein paar Jahren versucht, den Umzug der Oakland Raiders nach Los Angeles zu verhindern und den Streit vor Gericht verloren. Inzwischen sind die Raiders wieder an ihrem Ausgangspunkt zurück, nachdem Eigentümer Al Davis sich dort mit den Kommunalpolitikern überworfen hatte, die ihm kein modernes Stadion bauen wollten. Tatsächlich ist nicht Toronto der erste Zielmarkt für die Liga, sondern Los Angeles, wo es seit dem Abschied der Rams (nach St. Louis) keinen NFL-Club mehr gibt.

Ein besonderer Termin

Nächsten Freitag und Samstag findet in Dortmund eine Konferenz mit 25 Workshops statt, die unter dem Titel "Unter Druck - Qualitätssicherung im Sportjournalismus" ein paar drängende Fragen für den Mediensektor anpackt:

• Die Propagandamaschine: Wie Sport, Wirtschaft und Politik Journalismus behindern und Sportjournalisten instrumentalisieren
• Die Online-Revolution oder: Sind Blogger die besseren Sportjournalisten?

Die Liste von Referenten ist lang und schließt ein paar starke Persönlichkeiten aus dem Blog-Bereich ein: Kai Pahl (dogfood) von allesaussersport) und Oliver Fritsch von Indirekter Freistoß, Direkter Freistoß und Hartplatzhelden. Neben einer stattlichen Reihe von Journalisten, die vor einiger Zeit mit dem neuen Sportnetzwerk dem etablierten Berufsverband den Rücken zugedreht haben, sind auch mehrere Wissenschaftler vertreten. Was daran liegt, dass die Veranstaltung zusammen mit dem Institut für Journalistik der Universität Dortmund ausgerichtet wird. Das Zielpublikum: Nachwuchsjournalisten.

Wer die Liste der Referenten bis zum Schluss durchliest, wird sehen, dass auch American Arena vertreten sein wird. Klare Sache: Das ehrt. Und es gibt den Anlass, nächste Woche eine kleine Aktion offiziell anzukündigen, über die erst mal noch nichts verraten wird. Spannung soll sein.
Blick zurück: Das war der erste Beitrag in diesem Blog - es ging um ein Buch und um das Sportnetzwerk

Zwei alte Feinde kurz vorm Zusammenschluss

Die alte Theorie aus der Volkswirtschaft, wonach Konkurrenz das Geschäft belebt, scheint nicht überall zu gelten. Nicht mal im Musterland des Kapitalismus, dem hiesigen. Zwölf Jahre haben sich die Indy Racing League (IRL) mit dem mächtigen Besitzer des Speedways in Indianapolis und die Urversion des Monocoque-Geschäfts in den USA - einst CART genannt, später in Champ Car umgetauft - wie zwei Boxer was auf die Augen gegeben. Jetzt wollen sie sich zusammenschließen. Das, nachdem beide extrem an Zuschauerinteresse eingebüßt haben. Die Reste zusammenfegen und zu einer Serie unter dem Dach der IRL zusammenkippen, ist wohl auch deshalb nicht mehr so schwierig, weil Speedway-Besitzer Tony George die Formel 1 verloren hat. Und weil die ChampCar-Herrschaften, finanziert von australischem Geld, kaum noch Teams haben. Unterschrieben ist noch nichts. Aber die Signale von den Verhandlungstischen klingen vielversprechend. Es wird höchste Zeit, wenn man sich anschaut, welche Typen ab der kommenden Woche in Daytona aus der Open-Wheel-Welt in die NASCAR-Kisten umsteigen. Montoya im letzten Jahr war nur der Anfang einer Karawane.

7. Februar 2008

Football hängt die anderen Sportarten ab

Eine Umfrage bringt es an den Tag: Football ist mit Abstand die populärste Sportart in den USA (besonders wenn man die NFL und College addiert), Eishockey schließt wieder auf und die NBA wirkt nach einem Zwischenhoch vor ein paar Jahren wie eine Liga auf der Suche nach Publikum. Wenn ich David Stern wäre, würde ich mir ernsthafte Sorgen machen. Denn ein neuer Glamourspieler wie Michael Jordan ist nicht auszumachen. Dazu kommt: Der stete Zuwachs von guten Europäern und Südamerikanern hilft zwar dem Spiel und der Ausstrahlung der Liga in anderen Teilen der Welt (China ist sicher ein vielversprechender Markt für Fanartikel aller Art). Aber sie dürfte der Hauptgrund sein, weshalb sich die Amerikaner abwenden. Sport ist nun mal immer auch ein Spiegelbild des Nationalgefühls.

Die Umfrage ist auch deshalb aufschlussreich, weil sie die Entwicklung seit Mitte der neunziger Jahre nachzeichnet, die unter anderem den steten Zuwachs von NASCAR dokumentiert und abnehmede Interesse an Baseball, Pferderennen und dem Tennis der Männer (via The Big Lead)

Canale Grande - ganz großes Kino

ESPN ist der selbst ernannte World Wide Leader in Sports, aber wirkt oft genug wie der Canale Grande mit dem Geruch venezianischer Abwässer. Wenn man erlebt, was hin und wieder über den Bildschirm geht, kann man sich ausmalen, welche Kämpfe hinter den Kulissen ablaufen müssen. Dieses Beispiel zeigt, welches geistige Format Sean Salisbury besitzt, der ehemalige NFL-Quarterback, der aus der Tiefe seines Brustkorbs viel heiße Luft hochpumpt und laut ausatmet. Salisbury soll übrigens mal sein Geschlechtsteil mit dem Mobilelefon fotografiert haben und dann einen Teil der weiblichen Belegschaft des Senders mit dem Bild zu beeindrucken versucht haben. Der Mann auf der rechten Seite ist John Clayton, wahrlich keine Fernsehschönheit, aber ein fleißiger Rechercheur und ehemaliger Printjournalist, der vermutlich doppelt so viel im Hirn hat wie Salisbury. Die Debatte dreht sich um Jeremy Shockey den lautmauligen Tight End der New York Giants, der vor Wochen mit einem Wadenbeinbruch ausfiel und beim Super Bowl auf der Tribüne saß. Das Schimpfwort an die Adresse von Clayton - crypt keeper - sollte man vielleicht noch erklären. Es spielt an eine Figur aus der Fernsehserie Geschichten aus der Gruft an.

Shaq in Phoenix: Einreiher mit drei Knöpfen

Sie müssen auf ihn gewartet haben. Das steht fest. Sehnlich gewartet haben. Und weil sie noch nicht wussten, welches Trikot er tragen wird, haben sie einfach ein anderes Kleidungsstück genommen. Oder heißt das, dass die Phoenix Suns damit rechnen, dass Shaquille O'Neal nur auf der Bank sitzen wird? Zuhause und auswärts? Quelle: Le Basketbawl. Es gab vorher bereits andere Visionen. Zu dem Trade wird es noch mehr zu sagen geben. Zumal keiner so richtig versteht, was die Suns dabei gewonnen haben.

6. Februar 2008

Reden ist Silber

Das Wort Trash Talk kann man nur lose übersetzen - denn es ist ein Mischung aus allem möglichen: Flachsen, Sprüchekopfen, Provozieren. Genialische Trash Talker wie Larry Bird oder Michael Jordan hatten noch nie das Problem, dann nachzulegen, wenn es darauf ankommt: im Spiel. Neulich hat LeBron James sich zu dem Thema geäußert. Was nicht wirklich eine Offenbarung war. Denn den meisten Respekt hat er wohl vor Teams wie den Detroit Pistons und Boston Celtics, weil die Burschen nicht nur ein loses Maul haben, sondern jedes Mal mit dem Ball in der Hand nachweisen, dass sie es können. Es gibt am anderen Ende des Spektrums aber auch solche Mannschaft wie die Utah Jazz. Die reden überhaupt nicht. "Die treten dich einfach in den Arsch."

Hoch das Bein


Es ist eigentlich nur ein Treppenwitz. Aber jedes Jahr kommen sie und laufen sie...hinauf auf das Empire State Building mitten in New York. Der Turm, der mal gebaut wurde mit der Idee, das oben Zeppeline vor Anker gehen und Fahrgäste ein- und aussteigen lassen (mir wird schwindlig). Der als er fertig war, das höchste Gebäude der Welt war. Der in einigen Hollywood-Filmen einen romantischen Zielpunkt abgibt. Und von dem die Aussicht bei gutem Wetter kilometerweit reicht, über die anderen Wolkenkratzer in Manhattan und die Stadtgrenzen von New York hinaus. Ich hoffe, die Treppenläufer fahren wenigstens im Fahrstuhl wieder hinunter. Es war jedenfalls diesmal kein Basejumper dabei.

Kopfweh

Was wurde eigentlich aus dem Mann, der sich vor dem Super Bowl den Kopf tätowieren ließ, weil er dachte, dass sei eine prima Idee, seine Solidarität mit den New England Patriots zu demonstrieren? Er hatte einen neuerlichen Auftritt - in der Ortszeitung in New Hampshire, wo man wahrscheinlich nicht genug bekommt von Leuten, die im Rahmen ihrer ausgeprägten Zuneigung zum Football eine Deformation des Hirns erleben. Nach der Super-Bowl-Niederlage hatte er sich erst mal temporär den Rest des Verstands matt gesoffen. Aber Leute wie er schauen nicht Casablanca ("We'll always have Paris..."), sondern die schauen nach vorn.

Kaymer spielt auch im März in den USA

Erst war es nur ein Gerücht. Inzwischen ist es offiziell. Martin Kaymers Reise nach Arizona wird nicht der einzige Abstecher in den kommenden Wochen in die USA sein. Im März steht Florida auf dem Programm. Bay Hill in Orlando und die World Golf Championships in Doral. Das klingt nach einem guten Programm mit Blick auf Augusta. Vor allem, weil er von dort aus eine Chance hat, einen Abstecher nach Georgia zu machen, um eine Runde auf dem Masters-Platz zu spielen. Eine solche Vorbereitung auf den ersten Höhepunkt des Jahres wird sich im April garantiert auszahlen. Die Ausrichtung auf die USA kann er sich auch deshlab leisten, weil er sich auf der European Tour vorläufig keine Gedanken mehr um die Tourkarte machen muss. Der Sieg in Abu Dhabi hat ihm die Spielberechtigung für die kommenden zwei Jahre gesichert.

5. Februar 2008

Pau-Wow in La-La-Land

Der zweite massive Trade der Saison in der NBA zeigt ganz direkt und deutlich Wirkung. Pau Gasol war in seinem ersten Spiel nach dem Wechsel von den Memphis Grizzlies zu den Los Angeles Lakers ein wichtiger Faktor. 105:90 gegen die New Jersey Nets. Produktionsanteil: 24 Punkte.

Gasol sieht zwar in diesem Halbgalopp immer so aus, als ob er kurz davor ist, über sein eigenen Beine zu stolpern oder als ob er den eckigen Gehstil von seinem neuen, hüftlahmen Trainer Phil Jackson imitiert. Aber der Eindruck täuscht. Der Mann hat ein Auge für seine Nebenleute und einen guten Zug zum Korb. Man nennt so etwas einen hohen Basketball-IQ. Und der Spanier passt in die Mischung. Die Western Conference hat damit einen klaren neuen Favoriten erhalten. Die Lakers sind in dieser Kombi in den Best-of-Seven-Playoff-Serien nicht zu schlagen. Fernsehmann Marv Albert, der das Spiel gegen die New Jersey Nets übertrug, berichtete hinterher, dass Kobe happy ist. "Es gibt einen Gott", soll er gesagt haben. Das muss dann der gleiche Gott sein, der Shaq nach Miami transferierte und jetzt die Ungerechtigkeit seines Tuns einsieht. Oder gibt es am Ende doch mehrere?

Gasol ist 2,13 Meter groß und erst ganze 27 Jahre alt. In Memphis wäre er versauert. Jetzt kann er wirklich zeigen, was er kann.

"Catch 2"

Im Bericht über den Super Bowl für die Printausgabe der FAZ habe ich der Glanzleistung von David Tyree mal vorsichtshalber als "Catch 2" etikettiert. Die Inspiration war simpel: Es gibt bereits The Catch in der Mythologie der Football-Playoffs (Montana auf Clark 1981 in einer Begegnung der San Francisco 49ers gegen die Dallas Cowboys). Ich musste an die Kultur der Filmtitel denken. Denn in Hollywood neigt man inzwischen bei den sogenannten Sequels dazu, einfach weiterzunumerieren. Was schließlich leichter ist, als sich jedes Mal etwas auszudenken, das einerseits deutlich genug an das Original erinnert, aber sich sprachlich trotzdem abhebt (siehe Die Hard) Aber es gibt einen Blog, dem das noch nicht reicht und der statt dessen eine Aktion ausgerufen hat. Jeder soll Vorschläge einreichen. Nach allen Erfahrungen im Umgang mit Kreativität und der Gestaltung von Slogans und Titeln würde ich mich wundern, wenn auf diesem Weg etwas wirklich Griffiges herauskommt. Vor allem wenn man es mit den existierenden Titeln für legendäre Football-Spielzüge vergleicht. Aber wer weiß?

Rotwein im Glas

Die Einschaltquoten vom Super Bowl für die NFL? Positiv. 97,5 Millionen Amerikaner. So etwas bekommen andere Formate nicht auf die Beine. Aber die Zahl kann man auch anders lesen, wenn man denn mag. So zum Beispiel wie dieser Mann von MSNBC, der vorausahnt, dass der Milliardenbetrieb von diesem Gipfel aus schnurstracks den Weg nach unten antreten wird. Die Spionageaktionen der Patriots, die Schwierigkeiten der - meistens schwarzen - Spieler, sich an handelsübliche Gesetze zu halten und Rotwein im Glas von Gisele Bündchen plus die ganzen anderen Dumm-Schönheiten im Umfeld der - meistens weißen - Stars, die schlechten Sitten im Umgang mit alten und invaliden Profis, die Kabbelei um die Sonderrechte für NFL Network und so weit er und so fort.... Das ist ein dickes Paket für eine Öffentlichkeit, die sich irgendwann ähnlich wie bei George W. Bush nicht länger in dem Gefühl einlullen wird, dass schon alles in Ordnung und in den besten Händen ist. Aber es ist gleichzeitig eine ziemliche mutige Prognose, angesichts der letzten Jahrzehnte einen kräftigen Rückschlag zu prophezeien. Um in der Bush-Zone zu bleiben: Selbst mehr als ein Jahr nach einer Wahl, die ein klares Referendum gegen die Irakbesatzung war, sieht rein gar nchts danach aus, dass die Soldaten schon bald nach Hause kommen werden.

Zwei Tage nach dem Super Bowl: der Super Tuesday

Heute abend dürften wir und der Rest der Welt wissen, wer - mit aller größter Wahrscheinlichkeit - der nächste Präsident der USA wird. Klingt vermessen? Ja und nein. Wir werden ja im November sehen und können dann noch mal zurückblättern.

Was wir jetzt schon wissen:
Teil eins: Heute finden in mehr als 20 Bundesstaaten Vorwahlen in den beiden großen Parteien statt. Das Feld der Kandidaten ist zusammengeschmolzen. Bei den Demokraten sind es noch zwei: Präsidentengattin Hillary Clinton und Barack Obama. Bei den Republikanern sind es vier, aber mit zweien, die es unter sich ausmachen: John McCain und Mitt Romney. Da sich unter den teilnehmenden Staaten auch ein paar große befinden wie Kalifornien und New York, werden heute sehr viele Delegierte für die Nominierungsparteitage gewählt.

Teil zwei: Es zeigen sich Trends bei den Umfragen. Bei den Demokraten ein Kopf-an-Kopf. Bei den Republikanern ein entscheidender Popularitätszuwachs für John McCain, der im Jahr 2000 parteiintern gegen George W. Bush verloren hatte und damit automatisch einen Bonus haben sollte. So zeichnen sich für die Wahlen im November zwei Modelle ab: McCain gegen Clinton oder McCain gegen Obama. Die Prognose von dieser Stelle aus: im ersten Fall gewinnt McCain. Im zweiten gewinnt Obama.

Teil drei: Dubios wie so vieles am amerikanischen Wahlsystem, das inzwischen jedes Mal mehr als eine Milliarde Dollar nur an Werbung verschlingt (das meiste verdienen die Fernsehsender, die inzwischen in einer großen Koalition Wahlkämpfe im Stil von Sportveranstaltungen übertragen). Der Charakter der Auseinandersetzungen produziert die simpelsten Slogans und Wahlaussagen, die man sich nur vorstellen kann. Wenn überhaupt, geht es um Persönlchkeitsmerkmale, die allerdings null mit der ideologischen Ausrichtung zu tun haben. Typisch sind Figuren wie Joe Lieberman, der vor anderthalb Jahren bei den Vorwahlen der Demokraten in Connecticut um den Posten des Senators in Washington verlor, aber das Resultat nicht akzeptierte, weil er sich erhaben fühlt. Er gewann das Mandat als unabhängiger Kandidat und unerstützt jetzt McCain. Die pikante Note: Er war vor acht Jahren der Mann neben Al Gore für das Amt des Vize-Präsidenten, wäre also, wenn alles richtig gelaufen wäre und nicht rechtens, derzeit in seiner zweiten Amtsperiode der zweite Mann im Staate. (Wer übrigens mal wissen will, wie ein Chamäleon grinst, sollte sich Videos von Lieberman anschauen.)

Teil drei: Wo ist Al Gore und warum kandidiert er nicht? Der Mann hat seine Ansprüche auf das Amt schon mehrfach verraten. Wenn es jemals so etwas hätte geben müssen wie einen Oppositionsführer (ein Posten, der aufgrund des präsidialen und parlamentarischen Systems in den USA formal nicht existiert), dann war es Al Gore, der ab 2001 vier Jahre lang nichts anderes hätte tun sollen, als den Millionen von Wählern, die für ihn gestimmt hatten (und das waren mehr als die für Bush), dass er noch da ist, dass er wieder antritt, dass er bessere politische Ideen hat und dass er sich nicht von der derzeit regierenden Junta des militärisch-industriellen Komplexes ins Bockshorn jagen lässt). Es gab keinen legitimeren Kandidaten, denn schließlich hatte er die Wahl 2000 gewonnen. Aber er ließ sich bereitwillig in eine Ecke drücken, wo ihn die Medien als schlechten Verlieren brandmarken konnten. Aus der kam er nie wirklich wieder heraus. (Ich habe mich mit Gore vor einem Jahr ausführlich in der Zeitschrift FELDhommes beschäftigt, als er zumindest theoretisch noch hätte einsteigen können ins Karussell. Den Artikel gibt es nicht online. Ich hatte den Eindruck, dass ihm auch etwas fehlt, ähnlich wie Lieberman, nur nicht ganz so schlimm).

Teil vier: Super Bowl und Super Tuesday. Nicht nur im Kalender ganz nah beieinander. Auch im geistigen Spektrum der Medien und dadurch automatisch eine Dimension für die gesellschaftliche Wahrnehmung. In diesem Zusammenhang lohnt die Lektüre dieses Beitrags auf Internet und Politik: "Super Bowl vs. Super Tuesday". Dazu eine passende Kuriosität: Ausgerechnet heute werden die New York Giants ihre Konfetti-Parade am Broadway in Manhattan abhalten. Politik-Experten rechnen damit, dass so viele Zuschauer kommen, die dann wiederum keine Lust mehr haben, wählen zu gehen. Das hätte theoretisch in erster Linie einen Einfluss auf die Chancen von Hillary Clinton. Sie müsste als Senatorin von New York nämlich von den Sympathien her vorne liegen.
Blick zurück: Obama spielt Basketball