30. April 2007

Ein geschlagener, deprimierter Mann

Jemand hat bei YouTube Dirk Nowitzkis Auftritt bei der Pressekonferenz nach dem dritten Spiel abgeliefert. Das besondere daran: Das war vor der erneuten Niederlage. Und schon da wirkte er wie ein geschlagener, deprimierter Mann, der die Stärken der Golden State Warriors ganz gut beschreiben konnte, aber abgesehen von ein paar Floskeln nichts zu seiner eigenen Leistung sagen wollte. Es ist sein Team und sein Mangel an Durchsetzungsvermögen, das am Sonntag den Ausschlag gab. Am Dienstag in Dallas muss der ewige Pessimist wieder ran. Die Serie steht 1:3 aus Sicht der Mavericks.

Übrigens: Das Bild mit dem blasphemischen Titel findet man auf der Seite des Fort Worth Star-Telegram, der zweiten Tageszeitung im Großraum Dallas. The Second Coming ist ein Begriff aus der christlichen Sprachwelt und spielt auf die prophezeite Wiederkehr Christi an. Dass man im Bible Belt so locker mit eindeutig besetzten Ausdrücken umspringt, ist überraschend, zeigt aber auch, wie hoch die Mavericks in den letzten Jahren gehängt worden sind. Aber wie hieß es schon mal so schön anderswo: Runter kommen sie immer.

Den ausführlichen Bericht über das vierte Spiel kann man hier lesen: bei faz.net.

29. April 2007

Mavericks und Miami: Häme oder Mitgefühl?

Das Gefühl, dass man als unbeteiligter Zuschauer hat, wenn die kleinen Typen die Großen aus dem Gleichgewicht bringen, pendelt meistens zwischen Mitgefühl und einem Hauch von Häme. Das betrifft aber nur jene Auseinandersetzungen, in denen es sich wirklich um Große handelt. Oft erlebt man in solchen Momenten die Selbstentkleidung einer Bande von Scheinriesen (jener Typus, den Michael Emde bei Jim Knopf zum ersten Mal beschrieben hat). Wenn das passiert, nimmt man einfach ganz sachlich das Resultat zur Kenntnis. Ein Beispiel aus diesen Tagen: die Miami Heat. Nur weil sie im letzten Frühjahr die Dallas Mavericks schlagen konnten und nur weil so große Stücke auf Dwayne Wade und Shaquille O'Neal gehalten werden, hat man sie zu einem Team von Rang ausgerufen. Dabei haben sie exakt das Format, dass sie gegen die Chicago Bulls in der ersten Playoff-Runde zeigen. Und deshalb kann man wohl auch nur mit der Achsel zucken. Zu Mitgefühl oder Häme reicht es gar nicht.

Auf der anderen Seite des Kontinents sieht die Sache schon etwas anders aus. Die Dallas Mavericks sind eine hervorragende Mannschaft und gut genug besetzt, um sich in der Western Conference gegen so starke Konkurrenz wie die Phoenix Suns und die San Antonio Spurs in einer Best-of-Seven-Serie zu behaupten. Und die Golden State Warriors haben es so gerade eben in die Playoffs geschafft, was an und für sich bereits eine Sensation war. In Oakland hatten selbst Hardcore-Fans aufgehört, von so etwas zu träumen. Gegen die Mavericks aber wirken andere Kräfte. Und sie kommen aus zwei Richtungen. Da ist auf der einen Seite das Nelson-Gefühl für die Art und Weise, wie man aus einer Mannschaft das beste herausholt, und sein Verständnis für die technischen und taktischen Fähigkeiten des Gegners. Und da ist auf der anderen Seite sein Zögling Avery Johnson, der schon in der Woche vor dem ersten Spiel dokumentierte, dass er nicht genau weiß, wie man gegen diese frenetischen overachiever aus Kalifornien gewinnen kann. Sonst hätte er nicht zahllose Trainingseinheiten mit dieser "Nellie-Ball"-Idee verdaddelt und Nowitzki als Center aufgeboten.

Spiel vier heute abend wird vermutlich die Frage beantworten, ob die Mavericks das Zeug haben, die Serie gegen diese eine so schwer auszurechnende Mannschaft zu gewinnen. Eine Niederlage und ein 1:3-Rückstand sind zwar noch kein Weltuntergang. Aber die Chancen sinken beträchtlich, wenn man drei Spiele in Folge gegen ein Team gewinnen soll, gegen das man erst einmal in der laufenden Saison gewonnen hat. In einer solchen Situation muss man eher Mitleid für Dallas empfinden. Ziehen die Mavericks gleich, werden sie die Serie auch gewinnen. Sie haben einfach mehr zuzusetzen und größere Reserven. Aber dann wird man sich wohl etwas Häme erlauben dürfen. Wie Dallas ist schon lange kein Favorit in der NBA mehr vorgeführt worden.

Wie man heißt, wie man heißen sollte

Das Rad der Geschichte dreht sich auf kuriose Weise. Aber es dreht sich. Und normalerweise können Politiker nur wenig tun, um es zu stoppen oder den Rückwärtsgang einzulegen. Aber der Versuch ist bekanntlich nicht strafbar. Also haben drei Volksvertreter im Abgeordnetenhaus des Staates New York ein Gesetz eingebracht, dass den drei Mannschaften New York Giants, New York Jets und New York Red Bulls untersagen soll, ihre geographisch falschen Namen weiterhin zu benutzen. Die beiden Football-Clubs und die MLS-Fußballer spielen nämlich auf der anderen Seite des Hudson River - in New Jersey. Die Initiative findet in politischen Kreisen in New Jersey durchaus Zustimmung. Dort pflegt man einen gewissen Minderwertigkeitskomplex, eine Haltung, die man oft in unmittelbarer Nachbarschaft von solchen Attraktionen wie New York City finden kann. Die erste Reaktion der fraglichen Teams war vorhersehbar. Sie haben nicht das Gefühl, dass ihnen eine staatliche Institution vorschreiben kann, unter welchem Namen sie ihr Geschäft abwickeln.

Der Bundesstaat New Jersey wird übrigens demnächst einen seiner zwei Clubs an New York verlieren. Die Nets aus der NBA, die in diesem Jahr den Toronto Raptors den Weg ins Viertelfinale verlegen dürften und in der Serie mit 2:1-Siegen führen, werden in einen neuen Komplex in Brooklyn umziehen. Niemand dort wollte sie haben. Aber die Baumaßname hat alle Hürden genommen. Die Mannschaft war früher mal am östlichen Stadtrand von New York zu hause, dort wo das NHL-Team der New York Islanders spielt. Die Region wird von vielen Long Island genannt, was die Menschen hundert Kilometer weiter draußen in den Hamptons ziemlich lächerlich finden. Pedanten nennen es meistens Nassau County, weil das Gebiet mit seinen vielen kleinen Gemeinden kein richtiges Oberzentrum hat. Damals lief der Basketball-Club unter New York Nets, was ein geschicktes Wortspiel auf existierende Namen war: New York Jets (Football) und New York Mets (Baseball). Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass das Team auf den alten Namen zurückgreifen wird.

27. April 2007

Abstecher nach Las Vegas - abseits vom Strip

Die Posts der letzten Tage kommen aus Las Vegas von einer Reise, auf der zwei Geschichten entstehen werden. Eine über die Arbeit von Butch Harmon, dem ehemaligen Trainer von Golfern wie Greg Norman und Tiger Woods und neuen Ratgeber an der Seite von Phil Mickelson, und eine über den Wasserkonsum in der Wüste und was man in Nevada tut, um das Problem einer schon acht Jahre währenden Dürreperiode anzugehen. Ich war vor zehn Jahren beim Boxkampf Axel Schulz gegen George Foreman zum letzten Mal in Las Vegas und konnte mir nur ungefähr ausmalen, in welchem Maße die Stadt in der Zwischenzeit in die Breite gegangen ist. Von Harmons Golfschule hat man einen guten Blick hinab in die dunstverhangenene Ebene und bekommt ein Gefühl für die Distanzen, die man inzwischen zurücklegen muss, um von A nach B zu kommen. Den Strip habe ich bisher bewusst vermieden. Dieser Neon-Glitzer-Automaten-Gebimmel-Nutten-Schnickschnack ist etwas für andere Leute.

Egal wie weit man auch fährt: Das meiste an Architektur kann man vergessen. Vieles sieht aus wie aus der Dose oder auch wie aus Pappe. Weil die Gebäude aber nagelneu sind, macht alles fast einen aseptischen Eindruck. Ehe hier Patina ansetzt, wird das alles ziemlich angekaut aussehen. Samstag und Sonntag stehen die ersten Golfrunden des Jahres auf dem Programm. Der Winter war lang.

Doping im Baseball: Endlich Licht im Dunklen

Das Bild einer dopingverseuchten Baseball-Liga wird konkreter und deutlicher: Ein ehemaliger Bat Boy der New York Mets hat im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft gestanden, jahrzehntelang Spielern illegale Mittel besorgt und verkauft zu haben. Einige der Profis stehen noch immer in der Liga in Lohn und Brot. Wie weit die Angelegenheit gediehen ist beschreibt die New York Times. Für alle, die nicht wissen können, was ein Bat Boy ist: Er arbeitet traditionell als Geh-mal-mach-mal-tu-mal-Assi in der Umkleidekabine und auf dem Spielfeld, wo er tatsächlich den Baseballschläger einsammelt, wenn der Batter ihn vor dem Antritt zum Lauf zur ersten Base hinter sich/neben sich fallen lässt. Unser Junge heißt Kirk Radomski, ist inzwischen 37 und zwar zwischen 1985 und 1995 bei den Mets im Einsatz. In den zehn Jahren danach sattelte er um: Er besorgte Anabolika, Amphetamine, Wachtumshormone und hinterzog das Geld der Steuer. Dafür drohen ihm jetzt bis zu 25 Jahre Gefängnis. Sein Geständnis wird allerdings dafür sorgen, dass er relativ leicht vom Haken kommt.

Die Namen seiner Kunden wurden von den Ermittlungsbehörden bislang nicht genannt. Die Spur zu ihm scheinen die Strafverfolger im Rahmen ihrer Arbeit im BALCO-Verfahren gefunden haben. Dafür spricht, dass Jeff Novitzky, der schon in Kalifornien die treibende Kraft war, auch hier involviert ist.

BALCOs Nummer eins Victor Conte konzentriert sich, nach abgesessener Gefängisstrafe, mittlerweile in seinem alten Büro wieder auf das Geschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln. Die Einnahmen scheinen zu sprudeln. Vor seiner Tür stand neulich ein Bentley.

Ein Illusionskünstler arbeitet für die NBA. Gut für die Quote?

Wo war David Blaine vor einem Jahr, als ihn die Dallas Mavericks bestimmt gerne eingesetzt hätten, um den Miami Heat vorzumachen, dass sie die meisterliche Mannschaft sind? Er war wohl beschäftigt. In diesem Jahr wurde er von der NBA zumindest für einen Werbespot zur Finalserie verpflichtet, der am letzten Wochenende in Philadelphia gedreht wurde. Wer ist David Blaine und warum Philadelphia, wo die 76ers zu Hause sind, die es nicht mal bis in die Playoffs geschafft haben? Teil eins lässt sich beantworten: Wofür gibt es schließlich Wikipedia. Er hat mal als Magier angefangen und produziert seit ein paar Jahren Stunts, die es jedes Mal bis ins Fernsehen schaffen: Er hat sich 1999 in New York sieben Tage in einem gläsernen Sarg einbuddeln lassen, er hat sich 2000 mehrere Tage am Times Square in einen Eisblock einschließen lassen. Er hat sich 2003 in London 44 Tage in einem weit sichtbaren Plexiglas-Verschlag aufgehalten. Dann kam die Unterwasser-Arie in einer gläsernen Kugel im Jahr 2006. Was es für die NBA sein wird, wissen wir noch nicht. Nur dass es nicht halb so lange gedauert haben kann.

26. April 2007

US-Baseball: Pläne für die Zeit nach Castro

Es wird vielleicht noch eine Weile dauern. Aber irgendwann wird der Tag kommen, an dem sich die wirtschaftlichen und sportlichen Beziehungen zwischen den USA und Kuba normalisieren werden. Und auf diesen Tag ist Major League Baseball tatsächlich bereits geistig vorbereitet. Das wird aus einem ausführlichen Artikel in der New York Times von heute deutlich, der das Projekt "Minor League Team" für die Insel skizziert. Kubas Baseballnachwuchs gehört zum Besten in der Welt. Und Major League Baseball schmiert schon seit eine Weile verschärft die Import-Achse. Die Spieler aus Japan erhalten zwar dieser Tage am meisten Aufmerksamkeit. Aber die Zahlen deuten vor allem auf eine gut gefüllte Pipeline mit jungen Profis aus der Dominikanischen Republik und aus Venezuela.

Mavericks finden einen Weg

Die Mavericks umschiffen das ganz, ganz tiefe Loch. Sie gewinnen das zweite Spiel in der ersten Playoff-Runde gegen die Golden State Warriors mit 112:99. Das entspricht schon eher den Erwartungen, wenn die beste Mannschaft der Tabellen-Saison auf einen Gegner von weiter unten trifft. Auf der anderen Seite: Wenn die beiden besten Spieler der Warriors (Baron Davis und Stephen Jackson) zwei Technische Fouls kassieren und vorzeitig in die Kabine müssen, dürfte es selbst einem so kreativen Trainer wie Don Nelson schwer fallen, noch sehr viel entgegenzusetzen. Der arbeitet mit einer Rotation von acht Leuten (zwölf hat er zur Verfügung, aber die Hinterbänkler passen ihm nicht ins Konzept). Nowitzki als Center - das Experiment dürfte als erledigt gelten.

25. April 2007

Thabo in Chicago

Als Mitglied der Blogsquad der deutschen Seite von nba.com muss man manchmal einfach über Schweizer Sportler schreiben. Und über Schiller.

Der Golf-Werbespot, den keiner sehen soll: Alkohol am Steuer


Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Leute von TaylorMade die kleine Provokation bewusst geplant haben, um ihre Werbefigur John Daly und den neuen Maxfli-Ball ins Gespräch zu bringen. Aber wenn man sich den Werbespot mal genauer anschaut, wird man das nicht mehr annehmen. Er ist einfach zu schlecht. Der dicke fette Golfer Daly ist ein schlechter Sänger. Das Ambiente, in dem er gezeigt wird, ist so was von daneben. Aber: Dank YouTube kann sich jetzt das Publikum in den USA selbst eine Meinung bilden. Dies nachdem der Fernsehsender CBS sich geweigert hatte, den Commercial auszustrahlen und ein paar Zeitungen dies als Akt der Zensur vermeldet hatten. Was stört die TV-Leute? Dass Daly mit Bier herumhantiert, während er eine Golfkarre fährt. Verdacht auf Alkohol am Steuer - oder so. Natürlich könnte man die Stelle herausschneiden, ohne damit die künstlerische Substanz dieser Arbeit zu reduzieren. Aber vorläufig tut man bei der adidas-Tochter TaylorMade so, als würde das die Integrität dieses Machwerks ruinieren.

24. April 2007

Eine Baseball-Bloggerin namens Milano

Ich gebe zu, so was finden wir weit weniger beeindruckend als die Leute von alyssa-milano.de neulich: "Die Finalfolge von Charmed sprengte am Samstag sämtliche bisherige Quoten! Um 17 - 18 Uhr schalteten 1,36 mio Zuschauer ab 3 Jahren ein. Das bringt ihnen einen Markenanteil von 8,9%." Aber es zeigt zumindest, dass die Hollywood-Schauspielerin aus Brooklyn auch in Deutschland ein Begriff ist. Weshalb wir uns hier den Hinweis gestatten wollen: Alyssa Milano bloggt. Und zwar über Baseball. Hier geht's zu ihren ziemlich lesbaren Gedanken, die sich vor allem um die Los Angeles Dodgers drehen, aber auch um den Sportkommerz, die Fans und mehr: "Yes, I really write this blog. Yes, I am a huge baseball fan. Yes, I’ve read all of your comments that you’ve left for me (ouch)." Warum wir das mit Brooklyn erwähnen? Da kommen die Dodgers her. Milanos Männer waren dem Vernehmen zuletzt vornehmlich Baseball-Profis: Carl Pavano, Barry Zito und Brad Penny. Obwohl: Das hat sie in ihrer kryptischen Art zumindest halb bestritten. Kann man verstehen. Wer mochte schon als Baseball-Groupie abgewertet werden? Die Frau kämpft schließlich bereits seit Jahren ohne Erfolg darum, dass ihre Nacktszenen aus dem Internet verschwinden und tut dabei immer ganz prüde. Dabei dürften die meisten dieser Darbietungen mit ihrer Einwilligung entstanden sein.
Blick zurück: Scarlett Johansson und Reebok - eine weitere Hollywood-Sport-Connection

Frau Jordan kann mit "mehr als 150 Millionen Dollar" rechnen

Was haben Neil Diamond, Steven Spielberg und Michael Jordan miteinander zu tun? Sie führen die Liste der teuersten Scheidungen in der amerikanischen Entertainment-Industrie an. Disclaimer 1: Die Tabelle hat das Wirtschaftsmagazin Forbes schon vor einer Weile zusammengetragen. Vor einer Woche hat die Agentur Associated Press das Thema aufgegriffen und ein paar Tage später wurde es vom Blog True Hoop angepackt, wo wir es gefunden haben. Disclaimer 2: Michael Jordans Scheidung ist noch nicht offiziell. Das Ehepaar trennte sich im Januar. Aber angesichts des enormen Vermögens des Basketballers (inklusive der Riesenvilla außerhalb von Chicago, siehe Foto) geht man bei Forbes davon aus, dass er sich von "mehr als 150 Millionen Dollar" verabschieden wird, um Juanita und ihre Anwälte zufrieden zu stellen. Der Sänger und Songwriter Neil Diamond hält bisher den Rekord mit geschätzten 150 Millionen Dollar. Hollywood-Regisseur Spielbergs Scheidung von Amy Irving kostete gefühlte 100 Millionen Dollar.
Blick zurück: Kein Geld für die Geliebte. Sie bloggt auf Jordan komm raus
Blick zurück: Ein Gegen-Blog legt die ganze Geschichte über die Geliebte bloß

Dirks Kolumne: Einsichten, Ansichten, Absichten

Das wird aufschlussreich: Der allzeit pessimistische Dirk Nowitzki ("Das hab’ ich von meiner Mutter, die ist genauso beieinander") hat sich mit der Bild-Zeitung eingelassen, um dort einmal in der Woche als Kolumnist Eindrücke und Einschätzungen aus den NBA-Playoffs abzuliefern. Dem deutschen Interesse an der besten Basketball-Liga sollte das gut tun. So wird erstmals ein Millionenpublikum auf den Spielbetrieb in Amerika eingestimmt, für den sich ansonsten nur die Unentwegten die Nächte um die Ohren schlagen.

Was lernen wir aus der ersten Folge?
• Das Experiment mit Nowitzki als Center hatte die Mannschaft vorher eine Woche lang geübt.
• "Don Nelson, unser Ex-Trainer, der jetzt bei Golden State ist, hat bewiesen, dass er es immer noch drauf hat."
• Nachdem vorher eine Woche nicht reichte, um einen Plan auf die Beine zu stellen, der funktioniert, wollte uns Dirk nicht verraten, wie Trainer Avery Johnson in die nächste Begegung gehen wird. Aber was er sagte, klang nicht beruhigend, auch wenn es so gemeint war: "Jetzt haben wir erst mal zwei Tage Zeit rauszufinden, was verkehrt lief." Die Mavericks haben die gesamte Saison über nicht herausgefunden, wie man gegen "Nellie"-Ball gewinnen kann. Wenn das nicht genug Zeit war, wieviel braucht man dann?
• Der trainingsfleißige Dirk investiert "jeden Tag ungefähr eine Stunde" in die Arbeit mit Holger Geschwindner.

Sportbild-Mitarbeiter Steven Jörgenson hat schon mal ausgekundschaftet, wie sich die Warriors auf Spiel zwei einstellen: "Er wird versuchen, so wie Baron Davis bei uns, sein Team im Alleingang zum Sieg zu führen. Also müssen wir ihn besonders gut verteidigen", meinte Jason Richardson. "Wir wollen nicht, dass Dirk eines dieser Spiele mit 30, 40 Punkten hat", meinte Flügelspieler Stephen Jackson.
Blick zurück: Die Niederlage, die auf Avery Johnsons Konto ging
Blick zurück: Die Vorschau auf die Serie Dallas gegen Golden State mit einem Hinweis auf einen ausführlichen Artikel in der FAZ

David Halberstam - zur Erinnerung

Es ist fast keines der Bücher von David Halberstam auf Deutsch erschienen. Was bedeutet, dass in der Mitte von Europa so gut wie noch niemand etwas von einem der besten Journalisten und Autor seiner Generation gelesen oder gehört hat. Das darf man getrost bedauern, besonders an einem Tag wie diesem, an dem reihenweise die Nachrufe auf Halberstam erscheinen, der gestern bei einem Autounfall außerhalb von San Francisco an den Folgen schwerer innerer Verletzungen gestorben ist. Man sollte ihn nicht vergessen (und deshalb vielleicht das eine oder andere Buch von ihm auf Englisch lesen). Es gibt nicht so viele Leute, die den Pulitzer-Preis gewonnen haben. Die sich nicht scheuen, populäre amerikanische Präsidenten wie John F. Kennedy mit ihren Reportagen zu verärgern. Die eine geistige Spannbreite besitzen, mit denen sie ebenso intensiv und genau gesellschaftspolitische Themen (die Bürgerrechtsbewegung im Süden der Vereinigten Staaten), den Krieg in Vietnam (für die New York Times) und die unterschiedlichsten Spielfelder des professionellen Sports aufarbeiten. American-Arena-Lesern mit einer etwas tiefer gehenden Begeisterung für amerikanischen Sport kann man zumindest drei Bücher empfehlen:
• das letzte - über Football - Bill Belichick: The Education of a Coach,
• das über den Mann mit der Nummer 23, ohne den eine Firma wie Nike heute noch immer ein kleiner Hecht im Karpfenteich wäre: Playing for Keeps: Michael Jordan and the World He Made
• und Summer of '49, sein erster stimmungsvoller Spaziergang hinein in die mythische Vergangenheit des Baseballspiels, ein Buch, in dem er den Kampf zwischen den New York Yankees und den Boston Red Sox um den Titel in der American League nacherzählte.

Mir ist vor allem seine Stimme zu einem bleibenden Eindruck geworden. Er sprach langsamer als die Hektiker des Fernsehalltags, mit einer eigenwilligen Satzmelodie. Er hatte einen nasalen Ton und schaute, während er sprach, am liebsten ziemlich stur gerade aus. Weil er wusste, dass er in keinem Talk-Show-Gewitter auch nur einen Stich machen würde, sah man ihn nur in den ruhigen Sendungen - auf C-Span oder beim Public-Television-Interviewer Charlie Rose.

Laut International Herald Tribune war er in der Bay Area, um ein neues Projekt mit Sportbezug vorzubereiten: Es sollte sich mit dem NFL-Championship-Spiel im Dezember 1958 zwischen den Baltimore Colts und den New York Giants beschäftigen, das als eines der besten in der Geschichte der Sportart gilt. Halberstam wurde 73 Jahre alt.

Hier ein Fernsehinterview von 1999 mit Rose aus Anlass des Jordan-Buchs, das unter anderem der Frage nachgeht, wie ein junger schwarzer Athlet zur Identifikationsfigur schlechthin im amerikanischen Sport werden konnte.

23. April 2007

Landis und kein Ende is'

Floyd Landis - den Namen hatten wir schon fast vergessen. Jetzt bringt er sich höchstpersönlich wieder in Erinnerung. Mit einer Attacke auf die Franzosen (immer wieder populär in den USA) und auf die US-Anti-Doping-Agentur Usada (das dürfte schon sehr viel weniger Sympathien finden). Der seit vergangenem Sommer von Dopingvorwürfen verfolgte Radrennfahrer fand es gar nicht gut, dass heute die Nachricht durchsickerte, dass die nachträglich gestesteten B-Proben von im letzten Jahr als negativ eingestuften A-Proben Spuren von synthetischem Testosteron aufweisen. Das lässt wohl nur einen Schluss zu: Der Amerikaner, der ursprünglich als Tour-de-France-Sieger über die Champs-Elysée rollte, hat sich offensichtlich mit System gedopt. Was ja auch viel mehr Sinn macht als ein einmaliger Schluck aus der Ampulle am Tag nach dem grotesken Leistungsabfall.

Landis hatte zuletzt eine Amerika-PR-Tour absolviert, auf der seine Berater eine umfassende Strategie zur Diskreditierung der Laborarbeit in Frankreich präsentierten. Danach müsse man davon ausgehen, dass Landis' fragliche Probe mit der von einem anderen Fahrer verwechselt worden sei. Vielleicht sogar mit Absicht... (entweder weil die Franzosen keine Amerikaner leiden können oder weil sie inkompetent sind). Die ganze Reinwaschungskampagne bekam heute mit einem Schlag wieder dicke Flecken ab.

Landis klagte sogleich laut und vernehmlich an (Émile Zola und sein "J'accuse" waren ein Dreck dagegen): Die Usada und das französische Labor hätten bei dem Verfahren mit ihm im Mittelpunkt seine Bürgerrechte verletzt und das Gerechtigkeitsprinzip verspottet. Es habe "absichtliche Verfälschungen von Resultaten" gegeben. In jedem anderen Industriezweig würden solche Fehlleistungen als kriminelle Unterlassungssünden verfolgt. Der 31jährige hatte ausdrücklich den Tests der B-Proben widersprochen.
Blick zurück: Der Hinweis auf 300 Seiten Online-Material und die Links zur Vorgeschichte

Der Bastelbub

Beim ersten Playoff-Spiel zwischen den Dallas Mavericks und den Golden State Warriors konnte man auf viele Gedanken kommen. Die ausführliche Version von dieser Stelle aus steht morgen in der FAZ. Der kurze gemeinsame Nenner lautet: Avery Johnson, Bastelbub und Autoritätsfigur in einem, hat ein Jahr lang nicht derart ratlos ausgesehen wie am Sonntagabend. Da sitzen neun oder mehr Assistenten neben ihm in der Halle, und keiner merkt, dass die Mannschaft ohne Nowitzki besser/effektiver spielt als mit ihm. Oder merkt es und sagt nichts. Oder merkt was und sagt was, aber findet kein Gehör. Denn ohne Nowitzki spielen, heißt Improvisieren und Improvisieren hat "der kleine General" nicht im Repertoire. Das Resultat dürfte sich herumgesprochen haben: 85:97 aus Sicht der Mavericks. Die vierte Niederlage gegen Golden State in Folge. Mittwochabend ein neuer Anlauf.

Das Gehirn von Bush und das Volk, das es bezahlt - eine Begegnung

Der arroganteste Typ im Weißen Haus ist vermutlich nicht Präsident George W. Bush, obwohl er die Angehörigen des Washingtoner Press Corps immer so behandelt. Die Auszeichnung geht an seinen Chefberater Karl Rove ("Bush's brain"), eine menschliche Schleimspur der schlimmsten Art. Auf der rein politischen Ebene ist der Mann nicht zu fassen. Er muss nicht mal im Senat bei Anhörungen antreten, weil seine Arbeit zwar zu Lasten des amerikanischen Steuerzahlers geht, aber er kein Amt im klassischen Sinne inne hat. Wie man ihm trotzdem auf die Schuhe steigen kann, haben am Samstag beim alljährlichen White House Correspondents Dinner, bei dem sich hunderte von Journalisten in Smoking und Ballkleid und ihre Entourage höchst förmlich einen herablassenden Imperator reinziehen, den sie nie richtig laut zu kritisieren noch bloß zu stellen trauen, zwei relativ kleine Frauen gezeigt: die Sängerin Sheryl Crow und die Umweltschützerin Laurie David. Die fragten den korpulenten, pausbäckigen Wahlkampfstrategen einfach mal ganz direkt, weshalb er sich nicht dafür einsetzt, die Politik in Sachen Global Warming zu überdenken. Es gäbe da so Fachleute aus der Wissenschaft, die dazu eine ziemlich handfeste Auffassung hätten. Und die USA sei nun mal der größte Umweltverschmutzer von allen. Die Unterhaltung spitzte sich schnell zu und produzierte folgenden Dialog, nachdem sich Rove abwendete und Sheryl Crow ihn am Arm festhielt:
Rove: "Fassen Sie mich nicht an."
Crow: "So können Sie nicht mit uns reden. Sie arbeiten für uns."
Rove: "Ich arbeite nicht für Sie, ich arbeite für das amerikanische Volk."
Crow: "Wir sind das amerikanische Volk."

Für diesen Auftritt verdient die peppige Sängerin, die nicht nur durch viele Gefechte mit männlichen Musikern gegangen ist, sondern auch durch eine Beziehung mit dem sicher nicht einfachen siebenfachen Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong, den American-Arena-Orden. Da es den noch nicht gibt, begnügen wir uns mit der Schaltung eines Videos mit einem ihrer Songs (mit einem Mitsänger, der es nicht wagen würde, der Dame zu widersprechen).

22. April 2007

Baseball-Clubs machen Plus

Vor ein paar Tagen ging die neue Aufstellung des Wirtschaftsmagazins Forbes über die Clubs von Major League Baseball ins Netz. In den meisten Meldungen dominierte die Information, dass die New York Yankees mit 1,2 Milliarden Dollar Marktwert jeden anderen Profi-Club in den USA überragen. Dabei ist die viel interessantere Aussage der Liste, dass alle Mannschaften (außer den Yankees, die wegen ihrer irren Gehaltsliste eine Menge Geld in den Luxussteuer-Topf abführen müssen) Plus machen. Selbst solche angeditschten Kartoffeln tief in der Kiste wie die Tampa Bay Devil Rays. An die musste ich angesichts der Liste unweigerlich als erstes denken. Denn über den einst maroden Club und die Bemühungen von jungen Managern in der Liga, mit Hilfe von Sabermetrics und anderen "Money Ball"-Techniken zu überleben, habe ich im letzten Juli in der FAZ geschrieben:
"Es ist eine Sache, ein paar hundert Millionen Dollar zu verdienen - das passiert in New York häufiger. Besonders jenen Männern, die bei den besten Investmentbanken an Wall Street und dort in höheren Etagen arbeiten. Aber ein wirklich rastloser Mensch Mitte Vierzig braucht mehr. Und sei es einen der trostlosesten Baseballklubs Amerikas. Den hat sich Stuart L. Sternberg vor einer Weile zusammen mit ein paar New Yorker Geschäftsfreunden zugelegt. Für den Preis von etwa 80 Millionen Dollar. Dafür gab es nicht nur die schlechteste Mannschaft mit dem seltsamsten Namen - sie heißt Tampa Bay Devil Rays -, sondern obendrein eine renovierungsbedürftige Arena mit dem niedrigsten Zuschauerschnitt der Liga und eine ganze Stange Schulden, die der Vorbesitzer über neun Jahre angehäuft hatte.
Wenn man wie Stuart Sternberg rechnet, betrachtet man eine derartige Investition
durchaus als vielversprechende Geldanlage...."
Hiermit verneige ich mich vor den Rechenkünsten und dem Risikoverhalten von Mr. Sternberg (Bild). Laut Forbes ist sein Team inzwischen 267 Millionen Dollar wert und produziert Überschüsse (vor Steuern und Abschreibung) von mehr als 20 Millionen Dollar im Jahr. Tampa Bay steht auch zu Beginn dieser Saison wieder ziemlich weit unten, aber immerhin: Sie halten nicht die Rote Laterne in der American League.

Fähnchen im Wind: Unser Mann Jason Whitlock soll Don Imus ersetzen

Die Fähnchen im Wind drehen sich in New York genauso schnell wie anderswo. Nur sieht es hier meistens weit weniger opportunistisch aus. Weshalb? Schwer zu erklären. Das hat sehr viel mit dem wirtschaftlichen Eigenwicht der Stadt, der überschwappenden Kreativitität vieler ihrer Einwohner und dem Tempo zu tun, mit dem hier Sachen erörtert, umgesetzt oder andernfalls verworfen werden. Hauptstadt der Welt, eben. Und nur so kann man erklären, weshalb der Radiosender WFAN nach ein paar Tagen der abebbenden Kontroverse rund um den abgesetzten weißen Verbal-Rassisten Don Imus einem Mann diesen Posten angeboten hat, der dem Skandal seinen eigenen Stempel aufgedrückt hat: Jason Whitlock, seines Zeichens Kolumnist und Blogger, schwarz und übergewichtig und nicht auf den Mund gefallen. Der hatte die Affäre zum Anlass genommen, Amerikas Hip-Hop-Industrie und ihre kulturellen Ausfallerscheinungen sowie die selbst ernannten Anführer und Sprachrohre des schwarzen Amerikas (Jesse Jackson, Al Sharpton) zu attackieren und damit sogleich sehr viel Echo produziert. Bei Oprah Winfrey, der First Lady of Talk, die jeden Nachmittag Millionen von Zuschauerinnen an die Bildschirme fesselt, saß er inmitten zahlloser Muttchen auf der Bühne und wirkte wie der attraktive, warmherzige Chedideologe einer neuen Bewegung: Schluss mit dem ständigen Gemecker Richtung Weiß-Amerika. Schwarz-Amerika hat mehr als genug eigene schmuddlige Wäsche zu waschen.

Whitlock reagierte zunächst einmal reserviert auf die Offerte. Nicht wegen der Fallhöhe eines solchen neuen Podiums, sondern weil er nicht weiß, ob er wirklich aus Kansas City weg und nach New York ziehen will. "Ihr Jungs", sagte er den zwei Moderatoren, die zur Zeit die Morgensendung betreiben in einem Telefoninterview, "ihr alle denkt, New York ist das Größte. Und wie kann einer nicht dort leben wollen? Ich habe ganz gerne ein normales Leben."

Die Angst vor dem Leben in dieser, unserer Stadt kann man verstehen. Zumindest bei Leuten mit Promi-Bonus. So wie hier die Boulevardblätter arbeiten (und zunehmend auch die Gossip-Blogger) - das kann einem das Gefühl geben, man sei auf eine Zielscheibe gespannt und werde mit tausend Dartpfeilen abgeschlachtet. Aber Kansas City? Das soll eine Alternative sein?
Blick zurück: Die Imus-Story und die Folgen
Blick zurück: Jason Whitlock schreibt nach dem All-Star-Wochenende der NBA etwas ins Stammbuch

21. April 2007

Bomben und Baseball: Eine explosive Mischung

Wenn einem Reporter die Phantasie durchgeht, drohen irgendwann Konsequenzen. Der Radiomann John Sterling ließ neulich seiner Begeisterung freien Lauf, als er einen Home Run von Alex Rodriguez, dem hochbezahlten, aber bislang ungeliebten Third Baseman der New York Yankees, als "A-Bomb" bezeichnete. Rodriguez hat den Spitznamen "A-Rod". Daraufhin fragten sich einige laut, ob dem Kommentator so etwas eventuell auch in einem Match gegen den japanischen Pitcher Daisuke Matsuzaka ("Dice-K") passieren würde. Die Sache wäre mehr als peinlich. A-Bomb ist ein Kurzwort für Atombombe. Die Amerikaner warfen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs gleich zwei davon auf die Industriestädte Hiroshima und Nagasaki, in dessen Inferno 155.000 Menschen unmittelbar ums Leben kamen. Weitere 110.000 Menschen starben innerhalb weniger Wochen an den Folgen radioaktiver Verstrahlung und geschätzte 100.000 weitere dürften an Folgeschäden in den Jahren und Jahrzehnten langsam zu Grunde gegangen sein. Das Audio-Zitat gibt es hier (via SportsbyBrooks)

"A-Rod" hat übrigens einen berauschenden Saisonstart vollbracht. Seine Home-Run-Bilanz steht bereits bei zwölf. Aber vor allem die Art und Weise, wie er mit seinen Treffern noch Spiele spät im neunten Inning zu Gunsten seiner Mannschaft dreht, hat die Zahl seiner Fans in New York rubbeldiekatz sagen wir mal verdoppelt. Wer weiß, ob ihm das öffentliche Genöle endlich so zugesetzt hat, so dass er sich darauf besann, seinen vielen Widersachern zu zeigen, was er kann. Er selbst schweigt sich dieser Tage lieber, trabt ausgelassen von Base zu Base und genießt die Ovationen.
Blick zurück: Wie A-Rod im Spring Training seine privaten Probleme mit Mannschaftskollege Derek Jeter abhandelte

NHL: Die Jungs vom D-A-CH-Verband sind weiter

Die gesamte Garde aus dem D-A-CH-Verband, die in der ersten Runde der NHL-Playoffs im Einsatz war, ist weitergekommen: Sowohl Ehrhoff und Goc in San Jose (4:1 gegen die Nashville Predators) , Schubert und Gerber in Ottawa (4:1 gegen die Pittsburgh Penguins), Hecht und Vanek in Buffalo (4:1 gegen die New York Islanders) und Pöck bei den New York Rangers (4:0 gegen die Atlanta Thrashers) können sich geistig auf den nächsten Gegner einstimmen. Die ruhigste Kugel schiebt Martin Gerber bei den Senators. Der Schweizer Nationaltorhüter war zu Beginn der Saison von Stanley-Cup-Gewinner Carolina Hurricanes als die nominelle Nummer eins gekommen und hatte ein fürstliches Salär von 3,7 Millionen Dollar im Jahr ausgehandelt. Er stand jedoch im Laufe der Saison nur 29mal zwischen den Metallstangen und muss damit als wahrer Krösus angesehen werden: rund 78.000 Dollar pro Einsatz ist wahrlich kein schlechter Lohn. Wenn sich Ray Emory nicht verletzt, wird er auch diesmal nur die Playoffs nur von draußen erleben - wie schon mit Anaheim und mit Carolina.

20. April 2007

Bob Dylan und Baseball - das hört sich schräg an

Durch ein bisschen Herumsurfen bin ich heute auf eine wirklich eklektische Fundsache gestoßen: Der große (und inzwischen schon ziemlich alte) amerikanische Songwriter Bob Dylan macht jede Woche einen Abstecher in seine Plattensammlung und wählt für eine thematisch gestaltete Sendung beim Satellitenradiosender XM die Musik aus. Solche Stoffe wie "Wetter" oder "Kaffee" werden hier die wenigsten interessieren. Aber wie wär's mit "Baseball"? Die Aufnahme der Sendung kann man herunterladen: bei Patrick Crosley. Es handelt sich um eine Zip-Datei vom mehr als 60 MB die leider etwas sehr lange braucht. (via deadspin und The Loss Column)
Blick zurück: Das Treffen mit dem Dylan-Fotografen

Don gegen Dirk - ein besonderer Hinweis

Morgen in der gedruckten Ausgabe der FAZ und jetzt schon hier auf faz.net: die ausführliche Einstimmung auf die interessanteste Auseinandersetzung in der ersten Playoff-Runde der NBA. Dirk Nowitzki trifft auf seinen ehemaligen Förderer Don Nelson, den Mann, der auch noch an den Deutschen glaubte, obwohl zwischendurch bereits sein Stuhl wackelte, weil Dirk am Anfang seiner Zeit in Dallas weitaus weniger gut spielte als erhofft. Damals fing sich Nowitzki den Spitznamen "Irk" ein ("there is no D in Dirk"). Das erste Match in der Best-of-Seven-Serie zwischen den Mavericks (Nummer eins der Western Conference) und den Golden State Warriors (Nummer acht) findet am Sonntagabend (Ortszeit) in Dallas statt. Hier alle Ansetzungen der Serie:
Spiel 1: in Dallas
Sonntag, 22. April - 21.30 Uhr (Eastern Standard Time)
Spiel 2: in Dallas
Mittwoch, 25. April - 21.30 Uhr (Eastern Standard Time)
Spiel 3: in Golden State
Freitag, 27. April - 22.30 Uhr (Eastern Standard Time)
Spiel 4: in Golden State
Sonntag 29. April - 22.00 Uhr (Eastern Standard Time)
Spiel 5 (falls notwendig): in Dallas
Dienstag, 1. Mai
Spiel 6 (falls notwendig): in Golden State
Donnerstag, 3. Mai
Spiel 7 (falls notwendig): in Dallas
Samstag, 5. Mai

Kalifornien an Knastverwaltung: Nimm doch Phillips

Die Entwicklung der Talentkultur vieler Sportarten verläuft vermutlich so ähnlich wie die Züchtung von Kampfhähnen. Hahnenkämpfe sind zwar in den USA verboten. Aber das ist kein Problem. Wir haben ja Menschen, die den Platz einnehmen können. Auf dem Weg zum Oberhahn nehmen die einen oder anderen jungen Leute leider nicht immer den geradesten Weg, sondern kommen auf die krumme Tour. So darf Lawrence Phillips damit rechnen, demnächst für 20 Jahre ins Gefängnis zu gehen, weil er zu blöd war, aus Kalifornien wegzuziehen, wo man Straftäter nach dem dritten schweren Gesetzesverstoß summarisch wegschließt. Und zwar ganz egal, wie lang die Strafe für die dritte Geschichte auch war ("Three Strikes-Gesetz", eine Metapher, ja wirklich, aus einer amerikanischen Sportart: Baseball) Was man über Phillips wissen sollte, ist seine Karriererutschbahn. Gefeiert im College mit Nebraska bei zwei Meisterschaften den Jahren 1995 und 1996 sah der Running Back bei den Profis in schneller Reihenfolge folgende Teams: Die St. Louis Rams, Miami Dolphins und San Francisco 49ers in der NFL und dann noch eine ganze Reihe von Clubs, die jenseits der Grenze Canadian Football spielen.

Noch schlechter war seine Laufbahn im Umgang mit Frauen. Die bekamen seine Wut immer gleich körperlich zu spüren. Das Ding, das ihn endgültig hinter Gittern bringen dürfte, war ein cholerischer Anfall, als er mit seinem Auto auf einem Spielfeld in Los Angeles nach einem verlorenen Footballmatch unter Amateuren versuchte, ein paar Leute umzufahren und zu verletzen. Das alles wird im Knast nicht gehen. Das Autofahren, das mit den brutalen Attacken gegen Frauen. Aber vielleicht wird er sich dafür einen guten Platz in der Hierarchie der Gefängnisinsassen erarbeiten. Dort versteht man die Sprache der Gewalt.

Tennis für Gelangweilte: Federer und Nadal sind für halbe Sachen zu haben

Zugegeben, das Männertennis wirkte in letzter Zeit ein wenig langweilig, weil Roger Federer schier unbezwingbar schien. So langweilig wiederum, dass man gleich ein neues Turnierformat erfinden muss, nun aber auch nicht. Der Weltranglistenerste verlor zuletzt gleich zweimal gegen denselben Argentinier. Nun denn, auf Mallorca hat man das vielleicht noch nicht mitbekommen. Und so steigt am 2. Mai in Palma The Battle of the Surfaces, was ein furchtbarer englischer Titel für eine noch furchtbarere Idee ist: auf einer Seite des Platzes liegt Rasen, auf der anderen hat man Sand. Federers Gegner ist der Spanier Rafael Nadal, der auf dem langsameren Belag dem Schweizer sehr viel Schwierigkeiten bereitet. Falls das Konzept Erfolg hat, kann man sich noch viele solcher Duelle vorstellen: eine Hälfte in einer Halle, die anderer in knalliger Sonne. Die eine Hälfte an Land, die andere im Wasser.... (via deadspin)

Federer hat auch schon auf dem Dach eines Hotels gespielt. Gegen Agassi. So sah das damals aus:

Nachtrag: Roger Federer in Dubai gibt es jetzt auch am amerikanischen Kiosk. Die Zeitschrift Men's Vogue, sozusagen der kleine Bruder von GQ hat ihn dort besucht und ausführlich in gute Klamotten gesteckt. Mal abgesehen davon, dass ich weiterhin Leuten, die etwas über den Burschen wissen wollen, die Biographie von René Stauffer empfehle (siehe rechte Spalte weiter unten mit der Besprechung): Man kann natürlich auch einfach diesen Artikel lesen. Das wirklich Bemerkenswerte daran ist, dass sie Federer aufs Cover gepackt haben, obwohl die Sportart in den USA nicht halb so populär ist wie Golf und Federer als Ausländer noch zusätzlich unter Wiedererkennungmängeln leidet. Es zeigt sich jedoch, dass seine Agentur IMG geschickt genug ist, das ausgesprochen positive Image des Schweizers in Medienpräsenz umzusetzen. Zumal das Magazin Tiger Woods bereits verschossen hat. Und Schwestermagazin Details schon David Beckham verbraten hat.

19. April 2007

Golf: Auszeit für Annika - ihre Academy nimmt den Betrieb auf

Die Wirbelsäule eines Golfers wird auf eine Weise strapaziert, die selbst dann nicht gesund sein kann, wenn der Schwung sehr gut aussieht. Die beste Golferin der Welt, Annika Sörenstam, muss jetzt den Preis dafür bezahlen. Ärzte haben festgestellt, dass eine ihrer Bandscheiben eingerissen und vorgefallen ist. Die Schwedin muss pausieren und will dieses Jahr nur noch bei den Majors antreten. Die Verletzung hat vielleicht sogar etwas Gutes. Die Schwedin hat soeben die erste Annika Academy im Ginn Reunion Resort am Stadtrand von Orlando eröffnet. Damit dringt sie in die Fronde von Leuten wie David Leadbetter und Butch Harmon vor, den ich in der nächsten Woche in Las Vegas besuchen werde. Die Ausbildungseinrichtung wird sicher sehr viel Sympathien bei Frauen finden, die sich immer stärker für das Spiel begeistern, aber oft nicht mit den konventionellen Trainingsansätzen zufrieden sind. Das Team wird von Sörenstams Golflehrer Henri Reis sowie von ihrem deutschen Golffitness-Guru Kai Fusser (Foto, mit der ehemaligen British-Open-Siegerin Karen Stupples) geleitet, der seit Jahren in Orlando lebt und die Grundlage dafür gelegt hat, dass die 36jährige heute zu den Weitenjägern auf der LPGA Tour gehört.

Über Fusser habe ich übrigens für die Schweizer Golfzeitschrift DRIVE vor einer Weile ein ausführliches Porträt geschrieben. Hier ein paar Auszüge:
Dass ein Diplomingenieur für Seeverkehr aus dem Binnenland Rheinland-Pfalz der Trendsetter für die weltbesten Golferinnen werden konnte, gehört zu den typischen Geschichten aus Amerika. Hier können sich Männer mit Ideen, Ambitionen und den richtigen Kontakten innerhalb weniger Jahre eine Nische erkämpfen und erfolgreich ausbauen. So ist denn Fussers Lebensweg auch weniger einer Kombination aus Zufällen als das Resultat einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper. Das begann mit sieben Jahren, als er seinen ersten Expander geschenkt bekam und von da an mit Lust und Leidenschaft benutzte. Und es ging weiter über sein Engagement als Wasserskifahrer und in seinen Kontakten mit furchtlosen Wakeboard-Surfern, an denen er vor ein paar Jahren zum ersten Mal seine Theorien über die positiven Auswirkungen von einem spezifischen Kraftraining ausprobierte.....

....Die Ingredienzien von Fussers Intervention in den Trainingsablauf sind bemerkenswert und schlicht zugleich. So trainieren seine Klienten durchschnittlich nicht mehr als vorher. Was sie mehr an Zeit mit Hanteln und Medizinbällen aufwenden, gewinnen sie bei der Arbeit auf der Driving Range. Der Grund: Je größer die Elastizität und Stabilität der Muskulatur - desto weniger muss ein Spieler an seinem Schwung herumdoktern. Wichtig ist allerdings die Bereitschaft zu konsequenter und konzentrierter Fron: "Ich denke, dass viele Spielerinnen beim Workout zu zart behandelt werden", meint Fusser. "Sie sind Athleten. Sie sollten auch so wie Athleten trainieren."

100.000 Dollar Strafe fürs falsche Käppi


Erst hat einer kein Glück, und dann kommt auch noch Pech dazu. So ist es Brian Urlacher ergangen, der als Linebacker der Chicago Bears den langsamen Leistungsanstieg der Mannschaft bis hin zum Super-Bowl-Niveau personifiziert. Denn zuerst verlor er mit seiner Verteidigung recht sanglos das diesjährige Finale gegen das Laufspiel der Indianapolis Colts. Und nun kam auch noch eine Strafe von 100.000 Dollar dazu. Urlacher hatte am Media Day eine Kappe mit einem Sponsoren-Logo getragen, das nicht von der National Football League autorisiert war. Gatorade ist der offizielle Sponsor. Der Linebacker trat mit "vitaminwater" an (siehe auch den Bären-Werbespot mit Urlacher oben). Die NFL hat eine Preisliste für solche Verfehlungen: Bei einem normalen Spiel kostet das 10.000 Dollar. Beim Pro Bowl 50.000 Dollar. Die NFL wacht so akribisch und eiesenhart wie kaum ein anderes Sportunternehmen in der Welt darauf, dass sich niemand in ihrer Reichweite irgendwelche Freiheiten herausnimmt.

Die lustigste Geschichte ist nachwievor der Streit mit einer Jura-Professorin in New York, die in ihrem Blog nichts anderes getan hatte, als das Video vom Copyright-Verweis der Liga aus dem Abspann von Fernsehübertragungen zu zeigen. In dem Schnipsel wird sinngemäß gesagt, dass jeder andere Gebrauch des TV-Materials als zu privaten Zwecken nicht gestattet ist. Das war der NFL bereits zuviel, zumal sich Wendy Seltzer kritisch mit der Frage beschäftigte, ob die Liga mit ihren Copyright-Ansprüchen überhaupt im Recht sei. Denn die Gesetze in den USA besagen, dass man das Urheberrecht nicht total restriktiv anwenden kann. Es gibt eine sogenannte Fair-Use-Klausel, die unter anderem gestattet, dass Akademiker und Lehrer (und natürlich auch die Medien in einem journalistisch definierten, engen Rahmen) das geschützte Material verwenden dürfen, ohne um Erlaubnis zu bitten und ohne Lizenzen zu zahlen. Seltzer wollte im Rahmen ihrer Arbeit klar machen, dass Urheberrechte-Inhaber gerne übertreiben, wenn sie deklarieren, was alles erlaubt ist und was nicht.

Die NFL verlangte von YouTube, dass sie das Belegvideo sperren. Seltzer kennt aber auch die Rechtssituation, so weit sie in den USA für das Internet angewendet wird. Und so berief sie sich in ihrer Gegenwehr auf einen Paragraphen, der Firmen dazu zwingt, das Material wieder zugänglich zu machen, wenn der erste Antragsteller gar kein Recht hat, den Zugang zu verweigern. YouTube reagierte darauf Wochen später wie von Ms. Seltzer gewünscht. Dann kam es zu einer neuen Runde, in der die NFL so tat, als gäbe es die Professorin gar nicht. YouTube knickte wieder ein. Nach einer erneuten Intervention wurde das Video Anfang April wieder freigeschaltet. Wendy Seltzer hatte darauf hingewiesen, dass sich die NFL vor Gericht mit ihr streiten muss, wenn sie sich durchsetzen wollen. Darauf scheint die Liga erst einmal zu verzichten. Den ganzen Vorgang kann man im Blog der Dame nachlesen.

NBA-Playoffs: Dirk gegen Don

Also dann, wie schon erwartet: Dallas Mavericks gegen Golden State Warriors in der ersten Runde der NBA-Playoffs. Schüler gegen Lehrer. Johnson gegen Nelson. Mehr darüber nach meiner Rückkehr nach New York. (Der Rückflug ab München ist für heute geplant).

18. April 2007

Red Bulls holen Ángel nach New York

Die New York Red Bulls haben mit der Verpflichtung des Kolumbianers Juan Pablo Ángel ihr Kontingent an Spielern ausgeschöpft, die ein Club in der US-Fußball-Liga aufgrund der sogenannten Beckham-Regel unter Vertrag nehmen darf. Sie holten sich den 31jährigen ablösefrei von Aston Villa, für die er mehr als sechs Jahre in der Premier League gespielt hatte. Die Engländer hatten ihn im Januar 2001 für eine Transferzahlung von 19 Millionen Dollar von River Plate in Buenos Aires nach Europa geholt. Wie hoch das Gehalt ist, das er in New York verdient, sickerte noch nicht durch. Zuletzt soll er nach Angaben der New York Times 80.000 Dollar pro Woche verdient haben.

17. April 2007

NBA: Pause für den Pfeifenkopf

Nur die wenigsten Briefträger werden Schiedsrichter. Und von denen schaffen es noch weniger in die NBA. Joey Crawford hat es sogar zweimal geschafft. Das erste Mal mit 25, als die Liga noch nicht Abend für Abend solche Drahtseiltänze verlangte. Und das zweite Mal etwas mehr als zwanzig Jahre später, nachdem er genauso wie eine Reihe seiner Kollegen wegen einer Steuersache von seinem Amt zurückgetreten war. Ob der Mann, der sehr viel älter aussieht, als die 55 Jahre, die in seinem Pass stehen, es ein drittes Mal schafft, ist schwer zu sagen. Es gibt nicht so viel Konkurrenz um das Amt des Referees, die nachdrängt. Erst einmal darf Crawford allerdings zu Hause bleiben und in sich gehen. Denn am Dienstag haben ihn die Verantwortlichen für den Rest der Saison gesperrt. Der seltsame Platzverweis (zweites Technisches Foul) gegen Tim Duncan von den San Antonio Spurs im Spitzenspiel gegen die Dallas Mavericks war einfach zu bizarr, als dass ihn die Liga einfach hätte schleifen lassen können. Duncan hatte nicht mehr gemacht, als gelacht.

"Insbesondere im Licht ähnlicher vorheriger Aktionen" sei eine solche Maßnahme gerechtfertigt, erklärte NBA-Commissioner David Stern. Duncan wurde ebenfalls bestraft. Er erhielt eine Buße von 25.000 Dollar, weil er angeblich den Unparteiischen verbal attackiert hatte. Der Spurs-Center glaubt schon seit einer Weile, dass Crawford "eine persönliche Vendetta gegen mich hat".

Den härtesten Ausreißer des Referees erlebten die Zuschauer im zweiten Spiel der Playoff-Serie zwischen den Spurs und Mavericks im Jahr 2003. Innerhalb der ersten zehn Minuten verhängte er vier Technische Fouls und sorgte dafür, dass sowohl Trainer Don Nelson und sein Assistent Del Harris die Halle verlassen mussten.

Vorschlag für die Over-the-Hill-Gang: Maske gegen Ottke

Während alle in Staunen darüber ausbrechen, dass Virgil Hill nach einer Weile lauter und deutlicher als neulich in München nach dem Kampf um eine Revanche nachsucht, kam ein Box-Kommentator aus den USA auf eine viel griffigere Idee: "Ich hoffe eigentlich, dass in Henry Maske noch ein Fight steckt", schrieb Chris Rold von BoxingScene.com. "Ich hoffe, dass der Fight gegen Sven Ottke stattfindet. Das sind zwei alte Typen, die sich gegenseitig nicht weh tun können. Und es wäre genau das Richtige für die deutsche Boxöffentlichkeit, sich zwölf Runden anzuschauen, die wahrscheinlich von den Punktrichtern nur auf der Basis der meisten Finten gezählt würden." Aua...

An Würzburg vorbeigepfeffert. Dirk fährt mit (im Geist)


Dirk Nowitzki hat den ersten, den langen Teil seiner Schicht abgewickelt: die sogenannte reguläre Saison (ein Begriff, über den man auch noch mal nachdenken sollte). A propos nachdenken. Ich kam gestern auf der Autobahn an Würzburg vorbei. Lange Schlange Richtung Frankfurt. Die sah so aus, als wären alle, aber wirklich alle Lastwagen, die es gibt, auf der anderen Seite. Unsere Piste war frei. Vor allem dann die Strecke nach Ulm. Da wünschte man sich, Hertz hätte nicht diesen müden Opel springen lassen, sondern was richtig Schnelles für den gewohnheitsmäßig speedbedürftigen Autofahrer aus den USA. Ich schweife ab. Denn bei Würzburg fiel mir Nowitzki und dieses Video aus dem Archiv von NBA TV ein, in denen sich die US-TV-Leute die Mühe gemacht hatten, ein paar von den Spuren des Unterfranken nachzugehen. Eigentlich sollte man bei "Würzburg" zuerst an Tilman Riemenschneider denken, den begnadeten Bildhauer aus dem späten Mittelalter, der in den Bauernkriegen Partei ergriff und dafür eingekerkert und gefoltert wurde und später mit dem Verlust eines großen Teil seines Vermögens bestraft wurde. Er hatte zusammen mit den anderen Würzburger Ratsherren gegen den örtlichen Bischof opponiert. Er und seine Gesinnungsgenossen hatten den blutigen Kampf verloren. Immerhin: Er war nicht so ein Angsttyp, der lieber nichts sagt und den Mund hält, wie die Prominenten von heute - eben ein MVP, dessen Arbeiten man sich noch Jahrhunderte später mit offenem Mund anschaut. Aber ich schweife ab. Hier noch der aktuelle, extrem kurze NBA-Werbespot mit Nowitzki, der auf die Playoffs einstimmen soll, die am Wochenende beginnen.

16. April 2007

Sie küssen und sie schlagen sich

Nicht alles im Leben führt so wie bei François Truffaut zu einem melancholischen Film. Das verhindert jedoch nicht, dass einem zu jeder passenden oder auch unpassenden Gelegenheit seine intelligenten Titel einfallen. Wie der seines Erstlingswerks "Sie küssten und sie schlugen ihn". Die Assoziation dazu ergab sich einfach nach Lektüre der Nachricht, dass Steffi Graf von ihrem Ehegatten Andre Agassi auf dem Tennisplatz in Houston vor vielen Zuschauern das Rackett ins Gesicht gepfeffert wurde. Die Wunde musste mit drei Stichen genäht werden.

Truffauts deutsche Titel waren nur selten derart kleine originelle Meisterwerke. Meistens wurden sie nur ziemlich geradlinig übersetzt. In diesem Fall war die kreative Freiheit ein Segen. Das französische Original heißt auf Deutsch nur extrem prosaisch "400 Schläge". Hier der Trailer:

Chicago 2016 - wer sonst?

Es war eigentlich vorauszusehen, wie sich die Amerikaner entscheiden, nachdem man aus dem IOC ein paar Signale nach dem Motto verlauten ließ: Man wollen keine Städte für die Olympischen Spiele der Zukunft, die bereits in der Vergangenheit als Ausrichter fungiert haben. Der eine Kandidat - Los Angeles - hatte bereits zweimal diese Rolle gespielt. Chicago noch nie. So geht nun die Stadt der Bulls und Bears und Blackhawks und White Sox und Cubs in das Rennen um die Kandidatur für 2016 und muss als ganz großer Favorit angesehen werden, falls sich nicht Kapstadt beteiligt. Nach Peking und London kommen einfach keine anderen Kontinente für die engere Auswahl in Frage. Toronto würde daran scheitern, dass die Winterspiele 2010 in Vancouver stattfinden.

Amerika ganz schwarz-weiss: Imus muss gehen, Whitlock findet Gehör

Es wäre schön, irgendwann mal ein Thema ad acta legen zu können, dass die USA immer noch zu einem enormen Teil definiert: Rassimus. Der Umgang mit Rassisten. Und das Selbstwertgefühl von Menschen anderer Hautfarbe in diesem Mustopf aus unbewältigter Geschichte. Aber weil es in den letzten Tagen einen weitreichenden Zwischenfall im Medienalltag gegeben hat, lohnt es sich, insbesondere auf eine Stimme aufmerksam zu machen, die so konträr zu den üblichen Schemata antritt, dass die Debatten eine neue Inhaltstiefe erreicht haben. Der Auslöser waren die Äußerungen von Don Imus in seiner eigenen Radiosendung, die über den Kabelsender MSNBC auch im Fernsehsen übertragen wird. Die handelten dem alten Herrn mit der griesgrämigen Ausstrahlung zuerst eine zweiwöchige Sendepause und nach etwas längerem Gegrummel den Rauswurf ein. Der weiße Imus, der schon immer gerne die halbe Welt annölte, hatte dieses eine Mal den Bogen überspannt. Er hatte die Mitglieder der Frauen-Basketballmannschaft der Universität Rutgers als “nappy-headed hos, als "krausköpfige Huren" bezeichnet.

Aus dem Kontext gerissen klingt das unerhört aggressiv. Aber wenn man es zurückführt auf den Sprachgebrauch von schwarzen Rappern, kommt man zu einem etwas anderen Ergebnis. Vor allem, wenn man auch noch geschulte Aufregung der als selbsternannte Bürgerrechtsbewegungsanführer agierenden Jesse Jackson und anderer abstreicht. Klar wird das vor allem, wenn man liest und sieht, worauf der schwarze Kolumnist Jason Whitlock (siehe hier seine Ansichten zum NBA-All-Star-Weekend) vor ein paar Tagen mehr als deutlich hinwies. Sinngemäß: Die Menschen, die permanent jeden Weißen kalt stellen wollen, der ein falsches Wort in den Mund nimmt (und vielleicht sogar als Rassist etikettiert werden sollte), ignorieren das für die schwarze Minderheit weit größere Problem: die Kommunikation der dunkelhäutigen Amerikaner untereinander.

So sagte er in einer amerikanischen Fernsehsendung (auf MSNBC) folgendes über Imus: "Für uns als schwarze Menschen hat er kein Gewicht. Er hat keinen Einfluss auf uns. Er definiert uns nicht. Er definiert nicht nicht unsere Frauen als Schlampen und Huren. Wir wissen, wer das tut." In seiner Kolumne im Kansas City Star hatte er vorher das eigentliche Epizentrum geortet - die Musikkultur: "Wir haben unseren Jugendlichen erlaubt, an eine Kultur zu glauben, die von der Gefängniskultur pervertiert, korrumpiert und übermannt wurde. Die Musik, die Haltung und das Verhalten, das sich in dieser Kultur artikuliert ist anti-schwarz, anti-Schulbildung, erniedrigend, selbstzerstörerisch, pro-Drogenhandel und gewalttätig. Anstatt diesen fiesen Feind von innen heraus zu konfrontieren, lehnen wir uns zurück und warten auf jemanden wie Imus, bis ihm die Zunge entgleist, und machen den Fehler, die Dinge zu wiederholen, die wir über uns sagen."

The Big Lead hat den besten Überblick über den Erfolg von Whitlock und das Echo auf seine Bereitschaft, gegen den Strich zu bürsten. Eine Bereitschaft, die ihn am Montag bis in die populärste Talk-Show des Landes geführt hat - zu der schwarzen Oprah Winfrey.

Nach Ostern in Deutschland unterwegs: Da bleibt einem die Luft weg

Die längste ungewollte Sende-Pause seit Beginn im letzten Sommer ist hiermit zu Ende. Es war eine seltsame Erfahrung. Erst der Flug nach Deutschland und der Faktor fehlende Zeit, um neue Themen aufzugreifen. Dann die jammervolle Erfahrung mit den Leuten von McDonald's, die einem zwar drahtlosen Zugang zum Internet gewähren (worauf man auf dem platten Land mitten in Deutschland manchmal angewiesen ist), aber nicht zum eigenen Blog und nicht zur Blogger-Software. Im letzten Herbst hatten die Hamburger-Buden noch nicht solche Filter wie "Websense" im Einsatz, da konnte man noch seine Hausaufgaben machen wie gewohnt. Dann muss ihnen jemand eingeredet haben, dass die Blogger jugendgefährdend (oder alles in allem gefährdend) sind, und schon haben wir chinesische Verhältnisse. Es wird Zeit wieder nach Hause zu fliegen. Aber das wird erst am Donnerstag der Fall sein. Und bis dahin wird der Informationsfluss hier vermutlich noch etwas stockend bleiben.

11. April 2007

Chicago Cubs auf dem Markt: Wer will einen Loser kaufen?

Foto: flickr/creative commons/Shane Bee

Was sind die herzerweichenden Loser wert, die seit 99 Jahren nicht mehr die World Series im Baseball gewonnen haben? Das werden wir in den nächsten Wochen sehen, wenn sich der neue Eigentümer daran macht, die Offerten zu sortieren. Vor kurzem war die Medienholding, zu der der Club gehört (Tribune Company), komplett verkauft worden. Und zwar an einen Immobilienspezialisten, der gar nicht alles das ganze Gedöns in dem auf Pump finanzierten 8,2 Milliarden-Dollar-Paket behalten wollte. Die Chicago Cubs und ihr Wrigley Field (benannt nach dem Kaugummi-Clan, dem zwischendurch mal der Baseball-Club gehörte) werden als erstes zu Geld gemacht.

Die Latte, an der sich der Preis orientieren wird, sind die 660 Millionen Dollar, für die die Boston Red Sox im Jahr 2002 weitergereicht wurden. Tribune hatte 1981 20,5 Millionen Dollar bezahlt, und zwar fünf Monate, nachdem eine Investorengruppe mit Bulls-Besitzer Jerry Reinsdorf an der Spitze für 20 Millionen Dollar die Chicago White Sox in der American League erworben hatte. Die haben inzwischen wenigstens einmal die World Series gewonnen. Hier - Quelle: New York Times - die Preise für die letzten Clubverkäufe im Baseball:
Los Angeles Angels of Anaheim: 182,5 Millionen Dollar
Milwaukee Brewers: 223 Millionen Dollar
Los Angeles Dodgers: 430 Millionen Dollar
Washington Nationals: 450 Millionen Dollar
Atlanta Braves (noch nicht offiziell vollzogen): mindestens 460 Millionen Dollar.

Übrigens bei den Cubs immer noch im Gespräch (oder auch schon wieder, wer weiß das so genau) ist Mark Cuban von den Dallas Mavericks. Der wird sicher nicht im Alleingang tätig werden und müsste ein paar Partner motivieren, die mitmachen wollen. Es geht um eine ordentliche Stange Geld.

Er kommt einfach nicht in Fahrt: NASCAR-Mann Waltrip schläft am Steuer ein

Kein gutes Jahr wie NASCAR-Fahrer Michael Waltrip: Erst die Geschichte mit der manipulierten Treibstoffzufuhr beim Daytona 500, was zu einem heftigen Punkteabzug führte und zu einer Sperre auf unbefristete Dauer seines Teamchefs. Seit dem ersten Rennen konnte er sich mit seinem Toyota für kein Rennen mehr qualifizieren. Und nun dies: Nachts auf einer öffentlichen Straße in der Nähe seines Hauses in North Carolina brachte er es am Wochenende fertig, seinen dicken Land Cruiser-SUV gegen einen Telefonmasten zu fahren und sich anschließend zu überschlagen. Statt die Polizei zu alarmieren, lief er zu Fuß nach Hause. Was immer ganz gut ist, falls man mal einen über den Durst getrunken hat. Die Ordnungshüter kamen erst Stunden später zu Besuch und gaben ihm nur ein Knöllchen, weil er den Unfall nicht gemeldet hatte. Er sei am Steuer eingeschlafen, erklärte er. Er war mit ein paar Hautabschürfungen davon gekommen.

Mavericks in der ersten Runde gegen Golden State?

Das sieht nach einer spektakulären ersten Runde in den NBA-Playoffs aus: Dallas Mavericks gegen die Golden State Warriors. Avery Johnson gegen Don Nelson. Mehr darüber, sobald es fest steht.

Tennis jemand? Elisabeth Shue hat Profiambitionen


Vielleicht verfügen Schauspielerinnen über eine mentale Kraft, die Sportler nicht haben (nicht mal die, die am liebsten Schauspielerinnen wären wie Serena Williams oder Maria Scharapowa). Da sie immer wieder in ihren Rollen in das Leben und die Köpfe fremder Figuren eintauchen müssen und dabei die Bodenhaftung zur Realität aufgeben (gespielte Realität ist keine Realität), sind sie offensichtlich in der Lage, sich alles mögliche auszumalen. Man nehme die Amerikanerin Elisabeth Shue, die zum Attraktivsten gehört, was Hollywood je auf die Leinwand geworfen hat (siehe Cocktail, Back to the Future, Leaving Las Vegas). Die Harvard-Absolventin war in ihrer Schulzeit eine ganz ordentliche Kunstturnerin. Aber danach schien Sport ihr nicht mehr viel zu bedeuten. Vor drei Jahren ließ sie allerdings in einem Interview im Guardian erstmals durchblicken, dass sie sich mit Turnen und Tennis entspannt. Jetzt kam die Nachricht, dass die Mutter von drei Kindern im Alter von 43 Jahren Tennisprofi werden will. (via SportsByBrooks) Nun, die Info kam aus Südostasien, was eher so wirkt, als habe da ein PR-Mensch jemandem ganz weit weg etwas gesteckt, was in die USA zurücksickern soll. Und so lässt sich nicht überprüfen, wie ernst die Aussage ist. Die lautet frechweg: "Ich glaube nicht, dass bei den US Open spielen werde. Aber ab September möchte ich professionell an Turnieren teilnehmen. Ich habe so hart trainiert. Ich fühle mich mehr wie eine Tennisspielerin als eine Schauspielerin."

Dann muss zwischen 2004 und jetzt eine Menge passiert sein. Hier eine Passage aus dem Interview mit der britischen Zeitung: Wie oft haben Sie Sex? 44mal am Tag. Was würde Ihre Lebensqualität verbessern? Mehr Sex. Was lässt Sie nachts nicht schlafen? Sex. Wie möchten Sie am liebsten sterben? Beim Sex.
Blick zurück: Die Liaison zwischen Reebok und Scarlett Johansson

10. April 2007

Abstecher empfohlen: Eishockey-Torwart Kölzig im Videointerview

Die wenigsten werden jemals ein Fernsehinterview mit Olaf Kölzig gesehen haben. Er ist selten genug für die deutsche Nationalmannschaft im Einsatz. Wenn jemand Beachtung findet, dann die Spieler in der DEL. Kölzig ist ein kluger Mensch und darin geübt, Fragen zu beantworten. Im Vergleich mit Männern wie Ryan Miller von den Buffalo Sabres, der wirklich ausgiebig nachdenkt, ehe er spricht, wirkt er etwas zu soundbitig und zu geglättet. Aber das liegt womöglich oft auch an den Fragen. Die Art und Weise, wie amerikanische Sportjournalisten auf die Jagd nach quotes gehen, ist ziemlich schlicht. Trotzdem sollten Eishockey-Anhänger mal zum Off-Wing-Blog rübersegeln und das Interview anklicken, das er neulich nach einem Spiel in der Umkleidekabine gegeben hat. Es geht um die Frage, warum die Washington Capitals nicht besser spielen und warum die Stadt unter NHL-Profis einen so schlechten Ruf hat. Eine Anknüpfung an die Umfrage der Hockey News, auf die wir hier vor ein paar Tagen ebenfalls eingegangen waren.

Noch zwei Anmerkungen: Der eng gefasste Kameraausschnitt ist typisch für Aufnahmen in amerikanischen Umkleidekabinen. Es ist verpönt, mehr zu zeigen, weil sich nebenan halbnackte Spieler umziehen. Zweitens: Wir könnten das Video auch direkt hier reinstellen, aber finden das nicht fair gegenüber Off Wing. Die haben sich schließlich abgemüht und haben Zuspruch verdient.

9. April 2007

Ex-Weltrekordler Tim Montgomery: Nach Doping-Sperre nun Gefängnis

Als ob das was Neues wäre: Hin und wieder spielt einem die Erinnerung einen Streich. Kein Wunder, wenn man die Zahl der seit dem letzten Juli hier abgehandelten Themen addiert. Erst dachte ich, die Such-Funktion der Blogger-Software schummelt und streikt, als im Zusammenhang mit dem Namen Tim Montgomery nichts von seiner Verwicklung in einen Scheckbetrugsring hoch kam. Dann habe ich beim Blick ins Archiv der FAZ gesehen: Die Geschichte lief bereits im Mai 2006, eine Weile, ehe American Arena auf Kiel ging. Aber da die Mühlen der Justiz langsam mahlen, dauerte es ein Jahr, bis sich wieder etwas Berichtenswertes tat. Here it is: Der ehemalige 100-Meter-Weltrekordler und ehemalige Lebensgefährte der Sprinterin Marion Jones (und Vater eines gemeinsamen Kindes) hat sich in der Angelegenheit für schuldig erklärt und darf mit einer Gefängnisstrafe von drei Jahren plus rechnen. Sein ehemaliger Trainer Steven Riddick - Bild links - (noch immer der Betreuer von Frau Jones), der ebenfalls in die Angelegenheit verwickelt ist, will lieber den Prozess riskieren, während insgesamt acht Mitangeklagte bereits ihre Teilschuld eingestanden haben. Der Prozess beginnt morgen in New York und wird voraussichtlich drei Wochen dauern. Der Betrugsring soll nach Informationen der Strafverfolgungsbehörden mehr als zehn Mitglieder gehabt haben, die danach ein Betrugsvolumen von über 5 Millionen Dollar zu verantworten haben. Marion Jones soll ebenfalls einen dieser dubiosen, nicht gedeckten Schecks eingelöst haben. Und zwar über einen Betrag von 25.000 Dollar. Die Ermittler sahen jedoch davon ab, ihr irgendwelchen kriminellen Motive nachzuweisen. So wird sie auch nicht als Zeugin erwartet.

Nachgearbeitet: Ein Arsenal von Attacken unterschiedlicher Art

Wir berichteten:
• (in zwei unterschiedlichen Beiträgen) über einen neuen Ombudsman bei ESPN und die Attacke eines Radiomannes desselben Senders auf einen populären Blog, der 48 Stunden lang lahm gelegt wurde. Wir reichen nach: Der Ombudsman - eine Frau namens Le Anne Schreiber - ging sofort ans Werk, um hausintern eine klare Maßregel seitens des Topmanagments zu erbitten. Jetzt ist klar: Noch mal so'n Ding und der Täter wird suspendiert oder verliert seinen Job.
• über die Geschäfte von Stan Kroenke, dem Besitzer der Denver Nuggets (NBA), Colorado Avalanche (NHL) und Colorado Rapids (Major League Soccer) und seine Dementis in Sachen Arsenal. Seit Sonntag wissen wir, weil es die Sunday Times berichtete: Kroenke ist letzte Woche in England eingestiegen. Für mehr als 42 Millionen Pfund übernahm er das knapp zehnprozentige Aktienpaket, das der Fernsehsender ITV gehalten hatte Was meint Arsène Wenger dazu? "Im Augenblick, so hat Kroenke gesagt, will er den Club nicht kaufen. Er will einfach nur eine Partnerschaft." Wie beruhigend ist das?
• über die Mavericks und ihre Neuverpflichtung Kevin Willis, der mit 44 Jahren zur Zeit der älteste Aktive in der NBA ist. Er hatte inzwischen seinen ersten Einsatz. Die spöttischen Anmerkungen im Houston Chronicle stehen am Ende des Spielberichts.

Gretzky und die Coyotes: Zum Jaulen ist es wohl zu spät

Aaah, die Aura von Wayne Gretzky. Der Mitbesitzer und Cheftrainer der Phoenix Coyotes hat gerade das schlechteste Jahr des Clubs seit seinem Umzug nach Arizona auf die Beine gestellt. Congrats. Das Team trug nicht nur die zweitwenigsten Punkte in der NHL zusammen, sondern produzierte einem Bericht in der örtlichen East Valley Tribune zufolge auch noch 30 Milllionen Dollar Verlust. Das tut dort weh, wo es wirklich zählt. Vier Jahr ein Folge nicht in den Playoffs. So etwas können sich nur Clubs mit tiefen Taschen leisten - wie die New York Rangers vor ein paar Jahren. Dennis Seidenberg konnte das alles spätestens ab Ende Januar egal sein. Aber dem Verteidiger aus Schwenningen passierte so etwas ähnliches, wie den deutschen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg, die zu Hauf aus einem Lager in Arizona ausbrachen: Sie kamen nicht weit. Seidenberg kam bis nach Raleigh in North Carolina, wo die Hurricanes das Kunststück fertig brachten, den Stanley Cup an der Playoff-Pforte abzugeben. Aah, die Aura des Stanley Cups.

So bleibt noch nachzureichen, dass das bereits skizzierte Duell zwischen den Buffalo Sabres und den Toronto Maple Leafs nicht stattfindet. Die New York Islanders schoben sich in letzter Sekunde noch auf den achten Tabellenrang vor und dürfen deshalb gegen die beste Mannschaft der regulären Saison ihr Glück versuchen. Die Teams haben im Verlauf des Winters vier Begegnungen gegeneinander absolviert. Die Sabres gewannen drei.
Blick zurück: Buffalo schließt die Saison als Punktbester ab - das Geld ist wichtiger als die Ehre

8. April 2007

Masters: Sakko für Zach

Das dunkelste aller dark horses auf dem schwersten Platz mit dem höchsten Score in der Geschichte des Turniers. Damit hatte wirklich niemand gerechnet. Zumal Tiger Woods sein Bestes versuchte, der Südafrikaner Retief Goosen aus der Tiefe des Teilnehmerfeldes auftauchte und auch noch sein Landsmann Rory Sabbatini. Also müssen wir uns an den Namen Zach Johnson gewöhnen. Und an die Biographie eines Golfers aus kleinen Verhältnissen, der sich zielstrebig hocharbeitete, um am Osterwochenende beim Masters all sein Können und seinen Ehrgeiz zusammenzulegen und mit einem Schlag über Par und zwei Schlägen Vorsprung auf Woods, Goosen und Sabbatini das erste Major des Jahres 2007 zu gewinnen. Ein Amerikaner, der im letzten Jahr schon gut genug war für das warmduschende Ryder-Cup-Team der USA und der im Laufe der vier Runden von Augusta den einen oder anderen Patzer begangen hatte, ohne die er noch viel klarer gewonnen hätte.

Gepatzt haben alle. Die einen mehr, die anderen weniger. Der Platz verzieh diesmal fast überhaupt keine Abweichungen von den idealen Anspielpunkten, egal ob in der Bahn oder auf dem Grün. Bei den meisten anderen Turnieren können die Cracks gewöhnlich getrost auf die Fahne zielen, und es wird zum entscheidenden Faktor, wo der Ball landet, Denn auf den meist teppichweicheren Grüns kann man ihn entweder exakt dort zum Stoppen bringen oder soviel Effet mit auf den Weg geben, dass er wie eine Billardkugel kontrolliert zurückfitscht. Das kann man in Augusta vergessen. Der Ball springt ab und rollt weiter, bis er irgendwo auf dem welligen Grün zur Ruhe kommt. Meistens muss man von dort aus längere Distanzen als die gewohnten drei Meter (oder weniger) putten. Und das auf nur schwer zu kalkulierenden Puttlinien.

Warum war Johnson unter den kühlen und oft windigen und damit extrem schwierigen Bedingungen besser? Er dankte Jesus, was sicher keine hinreichende Erklärung für das Resultat war. Die Antwort hatte vermutlich mehr damit zu tun, dass er - ohne die körperliche Kapazität der Longhitter - weit mehr zum Nachdenken gezwungen war und meistens die richtigen Entscheidungen traf. Das konnte man an seinen Resultaten auf den vier Par-Fünf-Löchern ablesen, auf denen er in vier Runden auf elf Birdies kam. Und so gut wie immer war er gezwungen gewesen, den Ball mit dem zweiten Schlag irgendwo vor dem Grün planvoll abzulegen. Das war kein spektakuläres Golf, aber es war wirkungsvoll. Es reichte nciht nur für ein nagelneues grünes Sakko, sondern für einen Siegerscheck über 1,305 Millionen Dollar.

Rückblick auf den Tausch von 1998: Nowitzki spielt um den Titel. Traylor ins Gefängnis

Es gibt da einen Namen in Basketballkreisen, der unverbrüchlich mit dem von Dirk Nowitzki verbunden ist. Wir reden diesmal nicht von Holger Geschwindner, der sein Talent früh erkannte und förderte. Und auch nicht von Don Nelson, der die Courage hatte, ihn nach Dallas zu holen, obwohl der in dieser kleinen Geschichte eine Rolle spielt. Wir reden von Robert "Tractor" Traylor, dem Mann, den Nelson in der Draft von 1998 auswählte und im Tausch für Nowitzki an die Milwaukee Bucks abgab. Das Geschäft war eigentlich dubios. Denn der General Manager und Coach der damals grottenschlechten Mavericks hätte Nowitzki auch gleich nehmen können. Er hatte den sechsten Pick. Die Bucks waren erst an neunter Stelle an der Reihe. Aber Nelson zockte gut und ließ sich für Traylor auch noch Pat Garrity einwickeln und rüberschicken, der als 19. gezogen worden war. Den wandelte der weißhaarige Fuchs in einem Deal mit den Phoenix Suns in einen gewissen Steve Nash um.

Hat jemand zuletzt irgendetwas von Traylor gehört? Ja. Die Leser der Detroit News. Die erfuhren jetzt, dass er sportlich in die dritte spanische Liga abgerutscht ist und dort für Gestiberica Vigo spielt. Die eigentliche Pointe allerdings ist weitaus dramatischer. Der 30jährige zweifache Vater muss in den USA mit acht bis 14 Monaten Gefängnis rechnen, weil er einem Vetter bei dessen Aktivitäten mit illegalen Drogen und beim Steuerbetrug geholfen haben soll. Es ging um 4 Millionen Dollar. Sein Vetter sitzt bereits. Sein eigenes Geld - rund elf Millionen Dollar brutto aus sieben Jahren als Center in der NBA - ist durchgebracht. Er hat sich bereits schuldig bekannt. Jetzt wartet er darauf, welches Strafmaß das Gericht verhängen wird.

NHL: Ein warmer Geld-Regen im verschneiten Buffalo

Hier ist etwas für die Vitrine gleich am Eingang vom Büro des Clubs: die Presidents' Trophy der National Hockey League. Presidents im Plural. Welche Präsidenten? Koa Ahnung. Das wird die Buffalo Sabres sicher auch nicht interessieren. Man nimmt, was man kriegen kann. Und dieses Gestell ist immerhin 350 000 Dollar wert. Denn so viel schüttet die Liga an das Team aus, das am Ende der regulären Saison den besten Punktestand von allen hat. In Buffalo kann man sich für soviel Geld schon eine Menge kaufen. Kurios: die Liga ist die einzige in den USA, die dem Punktbesten eine Ehrung spendiert. Die NBA überweist einfach nur eine Prämie - in diesem Jahr geht sie wohl an Mark Cuban - und macht dann weiter im Takt.

Aber die Eishockey-Liga marschiert ohnehin ihrem eigenen Tambourmajor hinterher. Ein Teil der Partitur besteht aus dem Äquivalent zur sogenannten "Knüppelmusik". Sie klingt karg und martialisch, besonders dann, wenn sich Spieler auf dem Eis mit bloßen Fäusten gegenseitig das Gesicht umarbeiten. Die Ligaspitze hat mal wieder die Debatte angeschoben, ob denn solche barbarische Sitten wirklich sein müssen. Man darf davon ausgehen, dass sich die Traditionalisten durchsetzen.

Aber zurück zu den Sabres, zum Grazer Thomas Vanek und dem Mannheimer Jochen Hecht und ihrem eigentlichen Marsch: den durch die Playoffs, die in dieser Woche beginnen. Anders als im letzten Jahr, als Buffalo noch niemand wirklich auf dem Zettel hatte und die leichtfüßige Mannschaft gleich in der ersten Runde schnelle Kringel um die Muskelmänner aus Philadelphia fuhr und dabei viele überraschte, schauen jetzt alle genau hin. Damals endete der Trip im Halbfinale gegen den späteren Stanley-Cup-Gewinner Carolina Hurricanes. Die Sabres der Saison 2006/07 haben sich ihren Ruf rechtschaffen erarbeitet. Und den gilt es zu bestätigen. Der Gegner in der ersten Runde steht allerdings noch nicht fest. Nachdem sich die Montreal Canadiens mit den Schweizern David Aebischer und Mark Streit von den Maple Leafs aus dem Weg schubsen ließen, haben die New York Islanders noch eine Chance als Letzter ins Tableau zu rutschen und Toronto zu verdrängen.

Buffalo-Toronto wäre eine Hammer-Serie mit Derby-Fieber. Zwischen den beiden Städten liegen zwar die Niagarafälle und zwei Stunden Autofahrt, aber die Bezugspunkte und Rivalitäten sind eingekerbt. Früher spielten die Sabres gegen die Leafs in eigener Halle meistens vor einem feindseligen Publikum. Warum? Die Karten in Toronto waren so knapp, dass sich tausende von Fans Jahreskarten in Buffalo besorgten, um ihre eigene Mannschaft wenigstens bei dieser Gelegenheit (immerhin viermal im Jahr) zu sehen.

Das wird so schnell nicht wieder passieren. Reduzierte Eintrittspreise und eine wiederwachte Begeisterung am Ort haben dafür gesorgt, dass sich die Sabres-Fans bei solchen Begegnungen zumindest mit einem Anteil von 60 zu 40 in der Mehrheit befinden. Trotzdem hat jedes Spiel der regulären Saison zwischen den beiden Teams Playoff-Atmosphäre. Um sehr viel Phon kann man das nicht mehr steigern, wenn es tatsächlich zu einer Best-of-Seven-Serie kommt. Es wäre die attraktivste Konstellation der ersten Runde (vor Ottawa gegen Pittsburgh und Nashville gegen San Jose). Neben Hecht sind noch drei Deutsche dabei: Christoph Schubert in Ottawa und Christian Ehrhoff und Marcel Goc in San Jose. Von den Schweizern ist Martin Gerber übrig geblieben, der in Ottawa die Rolle des Ersatzmanns hat. Die österreichische Delegation ist noch intakt - mit dem besagten Thomas Vanek und Thomas Pöck bei den New York Rangers.

7. April 2007

Masters: Ist das noch Golf oder schon Selbstkasteiung?

Sie haben in Augusta Schilder mit roten Ziffern. Aber in diesem Jahr werden sie sie vermutlich nicht mehr brauchen. Am Samstag rutschte ein Golfer nach dem anderen aus der Zone unter Par, die auf den Anzeigetafeln der Turniere traditionell nicht mit einem Minuszeichen angezeigt wird, sondern mit einer Zahl in rot. So wie die besten Spieler der Welt über den Platz des Masters schlittern, wird man sich mit dem Gedanken abfinden müssen, dass der Sieger am Sonntag mit einer Gesamtzahl von Schlägen von Par oder drüber ins Clubhaus kommt. Und dass die anderen mit einem ziemlich angeschlagenen Ego nach Hause fahren. Augusta National, das in den letzten Jahren auf einigen Löchern mehrfach entscheidend modifiziert und verlängert wurde, kommt unter solchen Umständen - kalt, windig, extrem schnelle Grüns - einer Selbstflagellation gleich.

Für den golfspielenden Zuschauer haben die Resultate etwas Befriedigendes. Zeigen sie doch, dass die Profis mitunter ähnliche Probleme haben wie die Amateure, die jedoch lange nicht so gut vorbereitet und austrainiert in ihre Turniere gehen wie die Vorzeigespieler. Die Pein auf den Gesichtern, die kaum zurückgehaltene Wut eines Tiger Woods beim Fernsehinterview nach einer Runde mit kleinen, aber teuren Patzern - all das gibt es sonst nur selten. Meistens cruisen die Spieler auf den typischen Plätzen wie mit dem Tempomat über die Autobahn und harken Birdies zu Hauf zusammen. Hier haut das nicht hin, weil der Platz jeden kleinen Fehler bestraft. Manchmal sogar nur mit einem Doppel-Bogey, manchmal aber auch mit einem Triple-Bogey (Stuart Appleby am 17. Loch), manchmal auch mit einem Quadruple-Bogey (Geoff Ogilvey an der 15, weil er zweimal den Ball in dem aufgestauten Bach vor dem Grün deponiert). Man muss genau wissen, wann man den Fuß vom Gas nimmt und wann nicht. Deshalb ist Tiger Woods trotz allen Frusts morgen der große Favorit. Denn in der vierten Runde spielt man nicht mehr nur gegen den Platz, sondern auch gegen die Konkurrenten, die sich bei dem Versuch einen abbrechen werden, dem Weltranglistenersten das Green Jacket wegzuschnappen. Appleby hat einen Schlag Vorsprung, wenn die beiden morgen zusammen auf die entscheidende Runde gehen. Aber er kennt seinen Gegner von zahlreichen gemeinsamen Trainingsrunden ziemlich gut und gab auf die Frage, wie es denn wohl sein werde, neben dem Supergolfer um einen derart renommierten Titel zu spielen: "Er wird nicht mal wissen, dass ich da bin."

Die Prognose von gestern kann ich knicken. Ich hatte in den Kommentaren noch die Namen Appleby und Rose erwähnt. Aber der Rest (außer Tiger Woods) war schlechter als gedacht. Dafür ein Lob an kurtspaeter und seinen Hinweis auf Padraig Harrington. Der Ire ist noch im Rennen.
Blick zurück: Die Masters-Prognose vom Freitag

Terror der multimedialen Art: ESPN-Radiomann legt populären Sport-Blog lahm

Wenn man mehr als einen Tag lang versucht, einen seiner Lieblings-Blogs hochzuladen und nichts kommt außer der kryptischen Mitteilung, man habe nicht die Erlaubnis dazu (obwohl man seit Wochen und Monaten noch nie an der Tür abgefangen wurde und gebeten wurde, sich zu registrieren), wird man irgendwann neugierig und googelt sich durch. Und siehe da: Deadspin hat die Geschichte, was mit The Big Lead los ist. Ein Radiomann, der sich regelmäßig von Bloggern schlecht behandelt fühlt (warum wohl?), hat seine Zuhörer animiert, die Webseite auf eine klassische Weise außer Gefecht zu setzen: Durch extrem erhöhtes Anklickvolumen. Zur Zeit existiert zum ersten Mal wieder ein Notprogramm unter der Adresse (mit alten Geschichten). Aber das ist vermutlich in dem Guerilla-Krieg noch nicht das letzte Wort. Weitere Informationen zu dem Techno-Handgemenge gibt es hier, wo man auch den Audio-Clip findet, wo sich das Sackgesicht von ESPN-Radio zum Thema ausmehrt. Paraphrasiertes Zitat: "Wouldn't it be wonderful to give out a new young website everyday, just to blow it up?" Dass es The Big Lead traf, klingt wie eine Zufallsattacke, aber wahrscheinlich ist es das nicht. Wir bleiben dran an der Geschichte.
Nachtrag am Ostersonntag: The Big Lead ist wieder aktiv und denkt darüber nach, was man gegen das Sackgesicht tun kann. Obwohl eine Zivilklage sicher beste Chancen auf Erfolg hätte (angesichts des Tondokuments von der Sendung) und ESPN das Geld, um die Blogger zu entschädigen, scheint diese Option vom Tisch. Schade.

Neue Studie: Geschütztes Material spielt auf YouTube nicht die Rolle, wie behauptet

Es war keine perfekte Studie, aber eine, die zumindest erklären könnte, weshalb Google ziemlich cool auf die Milliarden-Klage von Viacom reagiert hat. Vidmeter hat ermittelt, dass die Clips bei YouTube mit Aufnahmen von alten und neuen Fernsehsendungen ein geringer Anteil der gesamten Aktivitität repräsentieren. Ihr Anteil liegt bei unter zehn Prozent aller gespeicherten Videos. Und bei den angeklickten Videos liegt ihre Quote sogar nur bei sechs Prozent. Mit anderen Worten: Die alte Behauptung, dass YouTube vor allem bewegte Bilder von Amateuren für Amateure sind - die sogenannte Community - ist damit mehr als bestätigt. Damit kann man bei der Mutterfirma Google auf jeden Fall folgendes Argument locker aus dem Feld schlagen: copyrightgeschützes Material sei die eigentliche Attraktion und das Lockmittel schlechthin für das Internetpublikum. Die New York Times (man muss sich kostenlos einloggen), die sich heute zu dieser Studie geäußert hat, weist darauf hin, dass die Daten im Detail nicht völlig abgesichert sind. Aber dass der Trend am Ende in die Gegenrichtung deuten wird, glaubt niemand. Auf die anhängige juristische Auseinandersetzung wird das einen gewissen Einfluss haben. Unter anderem auch, um das Ausmaß des behaupteten Schadens zu ermitteln. Auf der anderen Seite hat die Studie festgestellt, dass Viacom die am stärksten ausgeschöpfte Quelle bei den geschützten Videos war. Die Firma hat tatsächlich hinreichend Grund, sich zu wehren.